So heizen Sie richtig – und günstiger!

Was wäre das schönste Zuhause ohne eine funktionierende Heizung, wenn es draußen kalt ist? Doch Heizen ist zu allen Jahreszeiten ein wichtiges Thema für Immobilienbesitzer und Mieter. Denn gegen den nächsten Kälteeinbruch sollte man die Wohnung frühzeitig mit einer guten und optimal gepflegten Heizungsanlage wappnen.

Richtiges Heizen bringt große Vorteile: Vor allem hilft es beim Senken des Energieverbrauchs. Verbraucher sparen dadurch nicht nur viel Geld – man tut auch der Umwelt etwas Gutes, indem Ressourcen wie Öl und Gas geschont werden und der CO2-Ausstoß reduziert wird. Doch allein mit einem Dreh am Thermostat sind noch längst nicht alle Einsparpotenziale ausgeschöpft.

Zum richtigen Heizen und kräftigen Sparen führen viele Wege – man muss nur wissen, welche man wann einschlagen sollte. Das Thema ist sehr komplex, denn die entsprechenden Möglichkeiten und Maßnahmen sind anhängig von individuellen Voraussetzungen. Viele Immobilienbesitzer und Mieter fühlen sich von der Frage nach einem effizienten und gleichzeitig effektiven Heizen überfordert.

Von A wie Anlagenpflege bis Z wie Zuschusssicherung: Diese Seite hilft Ihnen beim Durchblick. Denn hier sammeln wir für Sie wertvolle Tipps und verlässliche Infos zum Thema Heizen – übersichtlich geordnet nach folgenden Themenbereichen und Interessensschwerpunkten:


Die Heizung richtig einstellen: So haben Sie im Alltag den Dreh raus

Die Frage nach der optimalen Heizungseinstellung umfasst im Wesentlichen folgende drei Aspekte:

1. Am Thermostat der Heizung Raumtemperatur passend wählen

Zum richtigen Heizen gehört, den Dreh am Heizkörperthermostat rauszuhaben. Klingt banal, doch tatsächlich kann man dabei einiges falsch machen. Viele Verbraucher denken beispielsweise: „In der Wohnung ist es zu kalt – also erst mal den Thermostat voll aufdrehen, damit es schneller wieder mollig warm wird.“ Irrtum! Das verschwendet nur unnötig viel Energie, wie die folgende Abbildung zeigt. Denn die angestrebte Wunschtemperatur von beispielsweise Stufe 3 auf dem Thermostat wird bei direkter Einstellung gleich schnell erreicht wie durch Auswahl einer höheren Stufe.

Bei den Zahlen und Punkten (oder Strichen) auf dem Thermostat geht es keineswegs nur um gefühlte, ungefähre Temperaturen, sondern um konkrete Grade. Von Zahl zu Zahl steigt die Temperatur um vier Grad Celsius an – von Stufe 1 für 12 Grad bis Stufe 5 für 28 Grad (siehe Abbildung oben). Jeder Punkt mehr oder weniger markiert also ein Grad Unterschied – und das macht sich später finanziell bemerkbar: Schon ein Punkt beziehungsweise Grad weniger kann bis zu 6 Prozent Heizkostenersparnis bringen!

Übrigens: Wer seine herkömmlichen Temperaturregler am Heizkörper gegen smarte Thermostate – neue, programmierbare Modelle – austauscht, kann im Schnitt etwa 10 Prozent der Heizkosten einsparen. Denn die neueren Thermostate kann man so einstellen, dass ein Raum zu bestimmten Uhrzeiten unterschiedlich stark oder gar nicht beheizt wird. Manche Modelle lassen sich sogar per App fernsteuern. Den Thermostataustausch dürfen auch Mieter vornehmen.

2. Heizkosten sparen: Weitere praktische Tipps für den Alltag

Nicht nur der Heizungsthermostat ist eine Kostenschraube. Wenn Sie sonst noch beim Heizen Energie sparen und Ihren Geldbeutel schonen möchten, können und sollten Sie im Alltag ein paar ganz simple Maßnahmen durchführen:

  • Zu Beginn der Heizperiode die Anlage warten lassen und alle Heizkörper entlüften – das gewährleistet einen optimalen Betrieb.
  • Heizkörper von anderen Gegenständen freihalten, zum Beispiel nicht mit Gardinen verdecken oder mit Möbeln zustellen – sonst kann sich die Wärme nicht richtig im Raum verteilen.
  • Bei Heizkörpernischen vor dünneren Außenwänden diese von innen dämmen oder zumindest eine alukaschierte Folie anbringen – das reduziert den Wärmeverlust.
  • Undichte Fenster mit Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen aus dem Baummarkt verschließen – denn Zugluft (auch durch Türen) kostet viel Energie.
  • Bei älteren Fenstern mit Einfach- oder Doppelverglasung lässt sich der Wärmeverlust einfach mit durchsichtigen Fensterfolien verringern. Im Handel sind sie als „Thermofolie“, „Isolierfolie“ oder „Kälteschutzfolie“ zu haben.
  • Vorhänge und Rollläden nach Einbruch der Dunkelheit schließen – das reduziert den Wärmeverlust durch die Fenster um rund 20 Prozent.
  • Je nach Immobilie kann man nachts die Zirkulationsleitung unterbrechen: Sie sorgt dafür, dass ständig Wasser durch die Rohre strömt, damit man in jedem Bad schnell warmes Wasser hat – was nachts aber meistens nicht nötig ist.
  • Elektrische Heizlüfter und Radiatoren nur im Notfall oder kurzzeitig verwenden – ein Dauerbetrieb solcher Geräte ist Energie- und Geldverschwendung.
  • Übrigens: Wer mit Fernwärme heizt, kann sehr oft einfach dadurch Geld sparen, dass die Anschlussleistung reduziert wird.

3. Anleitung: Die Heizung lüften und damit Kosten sparen

In diesem Video finden Sie eine Schritt-für-Schritt Anleitung, wie Sie ihre Heizung richtig entlüften und auf was Sie dabei achten müssen.

4. Heizen gegen Schimmel und Luftfeuchtigkeit

Ein weiteres Problem, das richtig teuer werden kann und das Sie durch richtiges Heizen und Lüften vermeiden sollten: Schimmelbildung in der Wohnung. Denn Kälte und Feuchtigkeit in Innenräumen lassen die Pilze gedeihen. Und auch wenn es draußen noch so kalt ist, muss regelmäßig gelüftet werden, um die Feuchtigkeit aus der Wohnung zu vertreiben. Denn beispielsweise in einem Vier-Personen-Haushalt werden täglich etwa zwölf Liter Feuchtigkeit an die Luft abgegeben.

Damit es gar nicht erst zum Schimmelbefall kommt:

  • Räume nicht lange auskühlen lassen: Auch in Zeiten hoher Energiepreise bleibt Heizen wichtig, damit sich in der Wohnung kein Schimmel bildet. Die Temperaturen sollten zu keiner Jahreszeit unter 14 Grad im Schlafzimmer, 20 Grad in Wohnräumen und 21 Grad im Bad fallen. Damit eine moderate Durchschnittstemperatur gehalten wird, sollte man die Heizung nie ganz abstellen, auch dann nicht, wenn niemand zu Hause ist. Denn die Feuchtigkeit in der Luft schlägt sich an kalten Wänden nieder – ideale Bedingungen für Schimmel.
  • Nicht die Nachbarräume mitbeheizen: Die Türen zwischen kühleren und wärmeren Räumen bleiben möglichst immer zu. Der Grund: Die warme Luft aus dem geheizten Zimmer führt auch Feuchtigkeit mit sich, die sich in dem ungeheizten niederschlägt.
  • Kurz, aber kräftig stoßlüften: Je kühler die Zimmertemperatur, desto öfter muss gelüftet werden – auch bei Regenwetter. In der Regel sorgt ein jeweils zehnminütiges Stoßlüften morgens und abends mit weit geöffneten Fenstern für einen ausreichenden Luftaustausch. Wenn Sie aber den ganzen Tag über zu Hause sind, drinnen Wäsche zum Trocknen aufhängen, viel kochen oder lange duschen, sollte noch öfter gelüftet werden. Achtung: Das Fenster dabei nur zu kippen, bringt nur wenig Frischluft, lässt aber den Raum sehr schnell auskühlen und verschwendet dadurch unnötig Heizenergie!

Also: Durch Heizen Luftfeuchtigkeit und Kälte aus der Wohnung zu vertreiben, bedeutet auch, Schimmel sich gar nicht erst einnisten zu lassen.


Die Heizung rauscht, wird zu heiß oder bleibt kalt? Ein hydraulischer Abgleich kann helfen

Wärmen sich Ihre Heizkörper unterschiedlich stark auf? Werden sie tendenziell zu heiß, wenn sie näher am Heizkessel liegen, während sich weiter davon entfernte kaum erwärmen? Ist ein Rauschen zu hören? Springt der Heizkessel öfter an und aus? Bei solchen Problemen kann oft ein sogenannter hydraulischer Abgleich helfen.

Dabei stellt ein Heizungsbaumeister Pumpe und Ventile so optimal ein, dass jedem Heizkörper genau die Menge Wasser bereitgestellt wird, die für den jeweiligen Raum gebraucht wird. Der Abgleich kostet je nach Größe des Hauses 1.000 bis 2.000 Euro (inklusive Ersatzteile).

Die Investition zahlt sich nach ein paar Jahren aus. Denn sie senkt die Heizkosten um 5 bis 25 Prozent. Außerdem übernimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) im Rahmen der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ 20 Prozent der Kosten, wenn die Heizungsanlage älter als zwei Jahre ist (mehr zu Heizungsförderungen lesen Sie weiter unten).

Eine weitere Maßnahme, die häufig sinnvoll ist, ist der Austausch der alten Heizpumpe gegen eine moderne Hocheffizienzpumpe.


Wenn die Heizung kaputt ist: Rechte von Mietern

Mieter haben gegebenenfalls einen rechtlichen Anspruch bei einer defekten Heizung. In der Wohnung muss nämlich eine Mindesttemperatur erreicht werden – auch außerhalb einer eventuell im Mietvertrag genannten Heizperiode. Doch gibt es keine festen Regeln für eine bestimmte Gradzahl. Als groben Anhaltspunkt kann man in den Wohnräumen eine Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad erwarten, in Nebenräumen wie Schlafzimmer oder im Flur weniger.

Sobald die Heizung ausfällt, sollte man umgehend den Vermieter informieren. Dieser muss den Schaden schnellstmöglich beheben lassen, abhängig vom Zeitpunkt der Schadensmeldung und der Höhe der Außentemperaturen. Bei extremen Minusgraden und vor längeren Feiertagsperioden wie Ostern muss er wesentlich schneller handeln als an milden Herbsttagen.

Reagiert der Vermieter nicht, sollte man ihm eine schriftliche Mahnung schicken und damit drohen, selbst einen Handwerker zu beauftragen. Passiert dann immer noch nichts und kann man nachweislich überhaupt keinen zuständigen Ansprechpartner wie die Hausverwaltung erreichen, darf der Mieter seine Ankündigung in die Tat umsetzen.

Doch Vorsicht, auch hierbei gilt: Welcher Zeitrahmen und welche Umstände angemessen sind, sollte man vorher mit einem Juristen klären. Denn wird bei einem späteren Rechtsstreit entschieden, dass gar keine Notsituation bestand und man sich beispielsweise noch mit einem Radiator hätte behelfen können, kann der Mieter auf einem Teil der Reparaturkosten sitzen bleiben. Der Vermieter muss nur notwendige Kosten erstatten, worüber gerade bei großen, teuren Reparaturen unterschiedliche Auffassungen bestehen könnten.

Druckmittel Mietminderung

Wenn die Wohnung zu kalt bleibt, darf der Mieter die Miete mindern, sogar ohne zusätzliche Ankündigung gegenüber dem Vermieter – schließlich ist ihm oder ihr das Problem schon bekannt. Eine Mietminderung macht aber nur dann Sinn, wenn die Heizung länger ausfällt. Denn die Werte in der sogenannten Mietminderungstabelle, einer Sammlung einschlägiger Gerichtsurteile, beziehen sich immer auf einen ganzen Monat, die Kürzung wird aber tagesgenau abgerechnet.

Das bedeutet zum Beispiel: Ein totaler Heizungsausfall im Winter kann zwar zu einer Kürzung von 100 Prozent berechtigen, auf den Gesamtmonat bezogen. Läuft die Heizung aber nach einer Woche wieder, darf der Mieter die Miete für den betroffenen Monat bloß um 25 Prozent mindern. Auch die Anzahl der vom Heizungsausfall betroffenen Zimmer wirkt sich entsprechend prozentual aus. Kein Recht auf Mietminderung hat man, wenn die Heizung nur für wenige Stunden ausfällt – das müssen Mieter als Bagatellschaden hinnehmen.

Auch zum Thema Mietminderung sollte man sich von einem Rechtsexperten beraten lassen. Denn bei einer überzogenen Kürzung kann dem Mieter wegen Mietrückstands die Wohnung gekündigt werden. Auch wichtig: Während der Mietminderungszeit sollte man die zu niedrigen Temperaturen in der Wohnung regelmäßig messen und dokumentieren, am besten vor Zeugen.


Die Heizung austauschen: Wann man sich dafür erwärmen sollte

In der Regel gibt eine Heizungsanlage nicht von heute auf morgen den Geist auf. Doch wenn sich folgende Warnsignale häufen, könnte ein Heizungsaustausch notwendig sein:

  • Reparaturen kommen immer öfter vor.
  • Korrosion wird mehr und mehr zum Problem.
  • Der Kessel versagt häufig den Dienst.
  • Die Leistung der Anlage nimmt ab.
  • Verbrauch und Heizkosten steigen.

Der Faktor Zeit

Nicht zuletzt lohnt es sich, über einen Ersatz und effizientere Technik nachzudenken, wenn die Anlage schon älter als 15 bis 20 Jahre ist. Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) müssen Öl- und Gaskessel nach 30 Jahren ausgetauscht werden. Ausnahmen: Für sparsame Brennwert- und Niedertemperaturkessel sowie Anlagen mit mehr als 400 Kilowatt Nennleistung in Mehrfamilienhäusern gilt die Austauschpflicht nicht. Ebenfalls davon ausgenommen sind Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst im Gebäude gewohnt haben.

Die Planung des Heizungstauschs sollte optimalerweise noch in der warmen Jahreszeit angegangen werden. Dann kann man sich noch in Ruhe informieren, um eine vernünftige Entscheidung für die nächsten zwei bis drei Jahrzehnte zu treffen. Die Auswahl an Energieträgern und Heizsystemen ist inzwischen groß. Und auf jeden Fall zahlt es sich aus, sich von einem Heizungs- oder Energieexperten beraten zu lassen, welche Faktoren man bei der Wahl eines vielleicht ganz neuen Heizsystems beachten sollte.

Aktuell stark im Trend: die Wärmepumpe. Diese relativ neue Heizungsform ist vor allem in Neubauten top, lässt sich oft aber auch in ältere Gebäude integrieren. Wärmepumpen können die Wärme aus dem Boden, aus Wasser und sogar aus der Luft ziehen. Letztlich funktionieren sie umgekehrt wie ein Kühlschrank. Ganz wichtig ist die Dimensionierung einer Wärmepumpe: Sie muss exakt zur jeweiligen Immobilie passen.


Gastarif wechseln: Wie Sie nicht unnötig Geld verbrennen

Viele Verbraucher zahlen den besonders teuren Grundversorgungstarif – obwohl ein Wechsel des Gastarifs kinderleicht ist, mehrere Hundert Euro Ersparnis pro Jahr bringen kann und sich oft auch schon beim Grundversorger selbst lohnt. Für den Umstieg empfehlen Verbraucherschützer folgende vier Schritte:

  1. Aktuelle Vertragslaufzeit nachsehen: Sind Sie noch in der Grundversorgung, haben Sie nur zwei Wochen Kündigungsfrist. Bei anderen Tarifen gilt, was im Vertrag steht.
  2. Jahresverbrauch ermitteln: Den finden Sie auf der Abrechnung. Doch besser einen Durchschnittwert für mehrere Jahre ausrechnen, denn: Winter sind unterschiedlich kalt und lang, der Gasverbrauch kann stark schwanken.
  3. Vergleichsportale im Internet nutzen: Nicht jedes Portal zeigt jeden Gasanbieter an – deshalb die Angebote auf mehreren Portalen wie Check24 oder Verivox checken. Der richtige Anbieter ist nicht unbedingt der billigste, sondern der mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Achten Sie bei den Checks auf die Voreinstellungen beziehungsweise übereinstimmende Vergleichsparameter und darauf, ob ein Wechselbonus bereits eingerechnet ist, um wirklich miteinander vergleichbare Rankings zu bekommen. Die Kündigungsfrist sollte möglichst kurz sein, unter einem Jahr. Nicht empfehlenswert sind Verträge mit hohen Vorauszahlungen (Gasanbieter können auch mal pleitegehen) und sogenannte Paketangebote mit pauschalen Gasmengen.
  4. Neuen Vertrag abschließen: Der neue Lieferant wickelt in der Regel die Vertragskündigung beim bisherigen Anbieter ab und sorgt für einen reibungslosen Wechsel. Und keine Sorge: Gibt es beim Umstieg doch irgendwelche Probleme, sitzt man nicht plötzlich in der Kälte, sondern für eine Übergangszeit springt automatisch die Grundversorgung (wieder) ein.

Clever Heizöl kaufen: So läuft’s günstiger

Im Folgenden geben wir praktische Tipps, wie man beim Heizölkauf Geld sparen kann:

  • Zum richtigen Zeitpunkt bestellen: Heizöl unterliegt besonders starken Preisschwankungen, abhängig von der weltpolitischen Lage sowie von Angebot und Nachfrage an den Rohölmärkten. Deshalb sollten Sie möglichst einen – im wahrsten Sinne – günstigen Zeitpunkt für den Heizölkauf wählen beziehungsweise abwarten. Internetportale wie esyoil.de, heizöl24.de oder tecson.de helfen bei der Beobachtung und Einordnung des Marktgeschehens. Auf den Portalen lassen sich beispielsweise Preis-Alarme abonnieren und die Heizölnotierungen über längere Zeiträume vergleichen. Tank fast leer – Heizöl gerade teuer? Dann vielleicht erst mal nur eine Teilmenge Heizöl kaufen (zum Beispiel etwa 1.000 Liter, die nur den halben Jahresbedarf abdecken), um später von niedrigeren Preisen profitieren zu können.
  • Rabatte für längere Lieferfristen oder Sammelbestellungen nutzen: Bei letztgenannten sollte man darauf achten, dass die anderen Besteller in der Nähe wohnen und nicht wesentlich weniger Heizöl ordern als man selbst. Vorab empfiehlt es sich festzuschreiben, dass die einzelnen Bestellmengen getrennt voneinander aufgelistet, die unterschiedlichen Lieferadressen separat genannt und die Teilbeträge von jedem Teilbesteller selbst beglichen werden. So schließt man eine Mithaftung aus, falls jemand plötzlich seine Teilzahlung verweigert.
  • Den Tankvorgang persönlich vor Ort kontrollieren: Vorm Start muss das Zählwerk auf Null stehen, am Ende müssen die Werte auf Anzeige und Lieferschein miteinander übereinstimmen.
  • Auf das RAL-Gütezeichen Energiehandel achten: Ausgefuchste Betrugsversuche sind für den Laien kaum erkennbar. Das Gütezeichen kennzeichnet Händler, die von unabhängigen Sachverständigen geprüft und für vertrauenswürdig befunden wurden. Es steht für hochwertige Produktgüte, zuverlässige Liefermengen, qualifiziertes Fachpersonal und regelmäßige Sicherheits-Checks.

Zuschüsse einsammeln: Für welche Heizung Förderung möglich ist

Seit 2020 können Verbraucher enorme Zuschüsse vom Staat für neue Heiztechnik bekommen – zum Beipiel im Rahmen des Programms „Bundesförderung für effiziente Gebäude“.

Welche Heizungen werden gefördert?

Voraussetzung für jede Heizungsförderung ist, dass nach dem Austausch das Gebäude mit Ökoenergie und nicht mehr nur mit fossilen Brennstoffen beheizt wird. Für einen neuen Gas- oder Ölkessel bekommt man nichts. Und so viel Förderung ist drin:

  • 25 Prozent für Solarkollektoren (kein Zusatzbonus möglich),
  • 10 Prozent bei Heizen mit Biomasse,
  • 25 Prozent für eine Wärmepumpe,
  • 25 Prozent bei kombinierter Öko-Energie ohne Biomasse,
  • 20 Prozent bei kombinierter Öko-Energie mit Biomasse,
  • 25 Prozent für Fernwärme.

Plus gegebenenfalls:

  • 10 Prozent Zusatzbonus bei Ersatz einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung,
  • 10 Prozent Zusatzbonus bei Ersatz einer funktionstüchtigen Gasheizung, die mindestens 20 Jahre alt ist,
  • 5 Prozent Zusatzbonus bei Einbau einer Erd- oder Grundwasser-Wärmepumpe (Wärmepumpen-Bonus).

Übrigens: Zuschüsse bekommen Sie auch beim Austausch Ihrer Heizung, wenn diese über 30 Jahre alt ist. Und wer ohne Förderung saniert, kann 20 Prozent der Kosten über drei Jahre von der Steuerschuld abziehen, insgesamt bis zu 40.000 Euro.

So bekommen Sie für Ihre neue Heizung Förderung

  • Sich beraten lassen: Welche Heizungsanlage überhaupt für Sie infrage kommt, erklärt die Energieberatung der Verbraucherzentrale, die einen „Eignungs-Check Heizung“ anbietet. Experten finden Sie unter energie-effizienz-experten.de. Übrigens: Auch die Beratung wird gefördert.
  • Kostenvoranschläge einholen: Weil die Preise derzeit anziehen, sollte man sich mehrere Vorkalkulationen besorgen.
  • Förderantrag unbedingt vor Auftragsvergabe stellen: Den Zuschuss für eine neue oder optimierte Anlage beantragt man beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Der Antrag muss vor Vertragsabschluss und Beauftragung gestellt werden, eine nachträgliche Finanzspritze ist in aller Regel ausgeschlossen. 
  • Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Bundesländer fördern: Sollen zum Heizenergiesparen beispielsweise auch die Fenster saniert oder das Dach gedämmt werden? Wenn Sie Ihr Haus energetisch sanieren oder den Heizungswechsel mit einem Kredit finanzieren wollen, ist die Förderbank der richtige Ansprechpartner. Für eine Modernisierungsmaßnahme können mehrere Fördertöpfe kombiniert werden, etwa von KfW und Bafa oder der Bundesländer.
  • Steuerliche Förderung: Seit dem Jahr 2020 können Eigenheimer auch den neuen Steuerbonus für energetische Sanierungen nutzen – und dadurch bis zu 40.000 Euro sparen. Aber: Den Steuerbonus darf man in der Regel nicht mit anderen Förderprogrammen kombinieren. Deshalb sollte man vorher durchrechnen, welche Förderung einem persönlich am meisten Geld bringt.

Die Förderregeln ändern sich 2023 nochmals

Die Bundesregierung will die Regeln für neue Heiztechnik im Programm „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ im Jahr 2023 nochmals ändern. Strengere Anforderungen soll es – soweit bisher bekannt – bei Biomasseheizungen und Wärmepumpen geben. So sollen Biomassehei­zungen nur noch gefördert werden, wenn sie mit Solarthermie kombiniert werden.


Heizen in der Zukunft: Deutschland wird klimaneutral

Eine wichtige Rolle auf dem Weg zu Deutschlands Klimaneutralität spielt das Heizen von Räumen und Wasser in privaten Haushalten. Denn dadurch entsteht zurzeit noch ein Drittel der jährlich anfallenden CO2-Emissionen. Das muss und lässt sich ändern – und jeder von uns kann dabei mithelfen, wie die bisherigen Ausführungen auf dieser Seite schon zeigen.

Auch die deutsche Industrie arbeitet an Lösungen für das klimafreundliche Heizen zu Hause. Im Folgenden nennen wir Ihnen einige Beispiele:

  • Die Produkte von MHG Heiztechnik heizen umweltfreundlich ein. Das fast 100-jährige Unternehmen aus dem niedersächsischen Buchholz in der Nordheide hat den Kohlendioxid-Ausstoß seiner Produkte seit 1990 um 40 Prozent reduziert. Das Unternehmen gehört zu den Pionieren für ökologische Heiztechnik. Ein Paradebeispiel ist der extrem sparsame Raketenbrenner für Zentralheizungen, den MHG zusammen mit der Deutschen Forschungsanstalt für Luft und Raumfahrt (DLR) nach der Ölkrise in der 1970er Jahren entwickelt hatte. Erstmals 1981 mit dem „Blauen Engel“ prämiert, ist inzwischen die vierte Generation des Brenners am Markt – neben weiteren umweltfreundlichen MHG-Innovationen. Dazu zählen etwa Gas-Brennwertkessel, die auf Wasserstoff umgestellt werden können (H2-ready), sowie Hybridsysteme aus Gas-Brennwertkesseln und Wärmepumpen.
  • Heizen mit erneuerbaren Energien – Stiebel Eltron pusht die Wärmepumpe. Diese ist besonders umweltfreundlich, weil sie nicht fossile Rohstoffe, sondern Wärme aus der Umgebungsluft, der Erde oder dem Grundwasser nutzt. Wärmepumpen sind einfach zu installieren und mittlerweile besonders in Neubauten sehr gefragt. Das war nicht immer so: Wegen der Ölkrise in den 1970er Jahren galten sie zwar zunächst als Lösung aller Energieprobleme, doch Handwerker waren darauf noch nicht vorbereitet – und spätestens nach Erholung der Ölpreise war die Begeisterung für diese Technik abgeebbt. Im Unterschied zu anderen Anbietern hat Stiebel Eltron seine Wärmepumpen trotz erst schlechter Marktaussichten immer im Programm behalten. Das hat sich gelohnt: Der Umsatz damit konnte in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht werden. Bis zum Jahr 2026 will das niedersächsische Familienunternehmen 120 Millionen Euro in die Verdoppelung der Produktionskapazitäten am Hauptsitz in Holzminden investieren.
  • Die Heizung wird smart – Wolf baut vor. Die Heizung per Smartphone einzustellen, gehört wahrscheinlich bald zum Smarthome-Standard. Das bringt Verbrauchern nicht nur mehr Komfort, indem man sich den lästigen Weg in den eigenen Keller oder in den von hilfsbedürftigen Verwandten spart: Es führt auch dazu, dass man sich bewusster und energieeffizienter mit dem Thema Heizen beschäftigt. Der Heizungshersteller Wolf aus dem niederbayerischen Mainburg beispielsweise stattet schon mehr als 10 Prozent seiner neuen Anlagen mit einer Online-Schnittstelle aus. Per Smartphone-App „Smartset“ lassen sich damit neben der Heizung auch Warmwasser, Wohnraumlüftung und Solarthermie mobil steuern. Ein weiterer Vorteil: Im Störungsfall kann eine vernetzte Heizung einen Installateur sofort darüber informieren, was ihr fehlt.
  • Heizen mit Holz – Leda entwickelt emissionsarme Öfen. Das Industrieguss- und Heiztechnikunternehmen aus dem ostfriesischen Leer zählt zu den innovativsten Spezialisten Europas. Schon im Jahr 1995 erhielt es den Bundespreis für eine elektronische Ofen-Abbrandregelung zur Emissionsminderung. Zurzeit bietet Leda zwei Modelle, die dank modernster Technik hocheffizient arbeiten: „Peppa“ und „Corna“ zeichnen sich durch Energieeffizienzklasse A+ und einer Heizleistung von je drei Kilowatt aus. Sie eignen sich insbesondere für Niedrigenergiehäuser mit einem hohen Dämmfaktor und einem niedrigen Wärmebedarf. Leda entwickelt diese und weitere Innovationen in der eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung. In der darin integrierten, gut ausgestatteten Werkprüfstelle werden neue Ofenmodelle eingehend getestet, bevor sie in Serie produziert werden.
  • Klimafreundlich heizen – Evonik macht es möglich. Das Spezialchemie-Unternehmen gibt am Standort Rheinfelden (Baden) einen Teil seiner Abwärme, die bei der Produktion von Kieselsäure entsteht, kostenlos ab, damit mit ihr bis zu 10.000 Privathaushalte in benachbarten Wohngebieten beheizt werden können. Außerdem werden aus der Energie Warmwasser und im Sommer Strom generiert. Das Projekt in Kooperation mit der EnBW-Tochter Energiedienst wurde 2021 von der Deutschen Energie-Agentur Dena mit dem Energy Efficiency Award ausgezeichnet. Bis zum Jahr 2025 will Evonik seine CO2-Emissionen um 50 Prozent reduzieren.