Auch Mieter dürfen veraltete Temperaturregler austauschen

Heizkosten sparen mit Thermostat: Diese Tipps helfen im Haushalt

Die Heizkosten senken? Das kann man oft recht einfach schaffen – und auch noch in diesem Herbst: durch den Einbau von programmierbaren Thermostaten. Das dürfen auch Mieter machen, wie die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online erklärt.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Programmierbare Thermostate können Heizkosten um bis zu 10 Prozent senken.  
  • Auch Mieter dürfen alte Thermostate austauschen – sollten die alten aber aufbewahren.  
  • Vor dem Kauf müssen Größe, Adapterbedarf und mögliche Zusatzkosten geprüft werden

Das Sparpotenzial durch smarte Thermostat-Technik liegt bei bis zu 10 Prozent der Heizkosten. Das hat die Stiftung Warentest berechnet. Wie viel es im konkreten Fall ist, hängt vom energetischen Zustand der Wohnung und von den persönlichen Gewohnheiten ab.

Weg mit den alten Thermostaten

Thermostate haben eine Lebensdauer von nur etwa 15 Jahren. Danach sollten sie meistens erneuert werden. Denn bei derart alten Geräten funktioniert zum Beispiel häufig der Temperaturfühler nicht mehr richtig, was zu erhöhtem Energieverbrauch führt.

Nützliches Wissen

Programmierbare Thermostate ändern die Heizleistung je nach Uhrzeit

Programmierbare Thermostate gibt es in mehreren Varianten. Allen ist gemeinsam: Man kann sie so einstellen, dass ein Raum zu bestimmten Zeiten beheizt wird und zu anderen Zeiten nicht. So erwartet einen morgens das warme Bad oder abends das angenehm temperierte Wohnzimmer. Ist man nicht zu Hause, wird die Temperatur automatisch abgesenkt und so Energie gespart.  

Die einfachen Modelle reichen in vielen Fällen aus, um Heizkosten zu sparen

Einfache Thermostat-Varianten werden direkt am Gerät eingestellt und sind nicht miteinander verknüpft, man muss also jedes Thermostat einzeln programmieren. Solche Geräte sind ab 15 bis 20 Euro pro Stück zu haben. Für Menschen, die einen regelmäßigen Lebenswandel haben, reicht diese Lösung oft völlig aus. Allerdings kann es dann nötig werden, bei jedem Batteriewechsel die Geräte neu zu programmieren. Der Batteriewechsel ist etwa alle zwei bis drei Jahre fällig.

Besonders smarte Thermostate kann man per App aus der Ferne steuern

Technisch ausgefeiltere Thermostate lassen sich beispielsweise per Bluetooth über das Smartphone, über den Internetrouter oder von einem zentralen Bedienelement aus einzeln ansteuern.

Wer viel unterwegs ist, zu unregelmäßigen Zeiten heimkommt oder längere Abwesenheiten im Kalender hat, für den können funkgesteuerte Thermostate mit Internet-Anbindung interessant sein. Wird es beispielsweise später als geplant, können solche Geräte per Smartphone von unterwegs anders eingestellt werden. Bei derart smarten Geräten kann man mit etwa 40 bis 100 Euro pro Stück rechnen.

Wobei man da aufpassen sollte: Nicht immer sind sämtliche smarte Funktionen im Preis des Thermostats enthalten, für manche muss man zusätzlich ein kostenpflichtiges Abo beim Anbieter abschließen.

Nicht jedes Zusatz-Feature ist erforderlich

Als High-End-Lösung gibt es außerdem Geräte, die nicht nur die Heizung bedienen, sondern in die sich auch weitere Funktionen integrieren lassen – Stichwort Smarthome: zum Beispiel die Rollläden, die Beleuchtung und vieles mehr. So ein smartes Zuhause erkennt dann etwa anhand des Besitzer-Smartphones von selbst, dass der Bewohner nach Hause gekommen ist, und startet seine Routinen.

Eher nicht nötig sind laut Stiftung Warentest zusätzliche Sensoren für die Fenster. Deren Prinzip: Wird ein Fenster geöffnet, wird der Heizkörper sofort automatisch abgeregelt – schließt man das Fenster, geht die Heizung wieder an. Aber viele moderne Heizkörperthermostate erkennen ein geöffnetes Fenster schon am entstehenden Temperaturabfall (wenn auch etwas verzögert) und regeln die Heizleistung dann automatisch herunter.

Darauf kommt es bei Kauf neuer Thermostate an

Egal, für welche Variante man sich entscheidet: Vor dem Kauf neuer Thermostate muss man stets ganz genau hingucken. Und das an jeder einzelnen Heizung! Oft sind die smarten Geräte nämlich größer als die alten. Teilweise ist außerdem ein Adapter nötig – man muss also prüfen und millimetergenau messen, ob der Platz am Heizkörper ausreicht.

Extra-Tipp: Die alten Thermostate aufbewahren

Übrigens: Mieter, die ihre Thermostate austauschen, sollten die alten Regler vorsorglich aufbewahren – damit sie sie zurückrüsten können, sofern der Vermieter das beim Auszug verlangt.

Weitere praktische Tipps geben die co2online-Experten.

Steigende Energiekosten betreffen Haushalte und Unternehmen

  • Steigende Preise für Öl und Gas machen nicht nur das Heizen für Mieter teurer. Auch viele Industrieunternehmen spüren die Folgen unmittelbar.
  • Besonders energieintensive Branchen wie die Metall- und Chemie-Industrie sowie Kokereien, Papier-, Glas-, Keramik- und Baustoffhersteller kämpfen mit höheren Kosten. Zusammen verbrauchen diese Branchen rund vier Fünftel der industriell genutzten Energie, erwirtschaften aber etwa ein Fünftel der industriellen Wertschöpfung in Deutschland.
  • Zu den Energieeffizienz-Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen, zählen auch KI-basierte Lösungen. Sie kommen unter anderem im Karosseriebau, der Lackierung und der Montage der Automobil-Industrie zum Einsatz.
  • Auch in der Kühltechnik für Rechenzentren helfen sie, Verschwendung zu verhindern und das Kontrollpersonal zu entlasten. 

Waltraud Pochert

Autorin

Waltraud Pochert hat bei aktiv vor allem Verbraucherthemen aus dem Bereich der privaten Finanzen sowie Recht und Steuern im Blick. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Köln startete sie ihre berufliche Laufbahn bei einem großen Wirtschaftsmagazin, bevor sie als freie Journalistin tätig wurde. In ihrer Freizeit ist sie gern sportlich unterwegs, vor allem mit dem Fahrrad.

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