Düsseldorf. Was haben das Coronavirus und der Rheinpegel gemeinsam? Beide bestimmen mit, was eine warme Wohnung und die heiße Dusche kosten. Denn beide haben Einfluss auf den Rohölpreis. Und der macht Heizöl, mit dem noch ein Viertel aller deutschen Haushalte heizt und Warmwasser bereitet, auf einen Schlag teurer – oder billiger!

„Heizöl ist der Energieträger mit den stärksten Preisschwankungen“, erklärt Christina Wallraf, Referentin für Energie der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Im Sommer ordern, wenn keiner ans Heizen denkt? „So einfach funktioniert das leider nicht“, so die Expertin. Was man für eine Tankfüllung bezahlt, hängt vielmehr von der politischen Lage ab sowie von Angebot und Nachfrage an den Rohölmärkten ab. Derzeit spreche vieles für eher niedrige Preise, so Wallraf.

Für echte Sparfüchse heißt es eben: Genau hingucken, was in der Welt passiert. Internet-Portale wie etwa esyoil.de, heizoel.24.de oder tecson.de helfen, das Marktgeschehen einzuordnen. Man kann Preis-Alarme einstellen und die Notierungen über längere Zeit vergleichen. „Das hilft ein Gefühl für die Preise bekommen“, sagt die Verbraucherschützerin.

     

    Im Jahr 2019 schwankte der Preis um gut 15 Prozent – es geht also um ein paar Hundert Euro

    Aktuelles Beispiel: Legt eine Epidemie die Wirtschaft etwa in China teilweise lahm, braucht sie weniger Rohstoff, das führt zu einem Überangebot, es sinkt der Preis. Umgekehrt geht es aber auch mal schnell nach oben: Beim Rhein-Niedrigwasser 2018 konnten die Tanker nicht voll beladen werden, das verteuerte das Öl. Im Vorjahr schwankte der Preis zwischen 64 und 74 Cent je Liter: Bei einem 3.000-Liter-Tank macht das immerhin 300 Euro Differenz auf der Rechnung!

    Der Zeitpunkt der Bestellung fällt also ganz besonders in Gewicht. Einen Preisnachlass kann es zudem für längere Lieferfristen oder Sammelbestellungen geben. Letztere lohnen sich jedoch nur, wenn die anderen Besteller in der Nähe wohnen und nicht wesentlich weniger Öl ordern als man selbst. Wichtig: Man sollte vorab festschreiben, dass die jeweiligen Teilbeträge separat beglichen werden – sonst haftet man mit, falls ein anderer Besteller die Zahlung verweigert.

    Beim Tankvorgang selbst sollte man jedenfalls dabei sein und prüfen, ob das Zählwerk zu Beginn auf Null steht und ob die Anzeige am Ende mit dem Wert auf dem Lieferschein übereinstimmt. Achtung: „Ausgetüftelte Betrügereien können Laien kaum entdecken“, warnt Expertin Wallraf. Sie empiehlt daher Händler mit RAL-Gütezeichen. Deren Tankwagen werden regelmäßig von unabhängiger Stelle überprüft.

    Eine Bestellung per Telefon, Internet oder Fax lässt sich übrigens widerrufen. Vorausgesetzt natürlich, das Öl ist noch nicht im Tank.

    Besonders viel Geld lässt sich auf Dauer ganz anders sparen: mit moderner Heiztechnik. Die ist besser für die Umwelt und wird zudem vom Staat gefördert. „Wer kann, sollte vom Öl auf andere Energieträger umsteigen“, so Wallraf, „besonders, wenn der Kessel schon älter ist.“

    Neue Ölheizungen sind nicht mehr erwünscht

    • Klimaschutz: Das Heizen verbraucht in Deutschland etwa ein Drittel der Energie. Der Staat fördert daher das Umrüsten auf effizientere, klimafreundliche Technik.
    • Einbauverbot: Ab 2026 dürfen Ölheizungen nur noch gekoppelt mit erneuerbaren Energien eingebaut werden – und ansonsten nur, wenn kein Anschluss ans Gas- oder Fernwärmenetz möglich ist. Das ist Teil des deutschen Klimaschutzpakets.
    • Austauschprämie: Eine Förderung neuer Heizungsanlagen kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Bis zu 45 Prozent der Investitionskosten übernimmt der Staat! Infos im Web: machts-effizient.de