Berlin. Für den Kampf gegen den Klimawandel stellt die Regierung viel Geld bereit. Davon können jetzt auch Eigenheimer profitieren – und bis zu 40.000 Euro (!) Steuern sparen, wenn sie ihr Haus in Sachen Energie modernisieren. Faustregel: ein Fünftel (!) zahlt am Ende der Staat.

Theoretisch gilt die ganze Sache schon seit Anfang 2020. Die genauen praktischen Regeln für diese neue Förderung stehen aber erst seit dem Sommer fest. aktiv hat sich wichtige Details von Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler erklären lassen.

Eine energetische Sanierung lohnt sich jetzt noch mehr – dank einmaliger Förderung für Eigenheimer

Grundsätzlich gilt: Den neuen Steuernachlass gibt es nur für energetische Sanierungen. Also beispielsweise für eine Dämmung, für neue Fenster und Türen, für die Erneuerung oder Optimierung der Heizung oder auch für die Installation smarter Systeme.

Zentrale Voraussetzung: Die Immobilie muss älter als zehn Jahre sein. Und es werden nur selbst genutzte Immobilien gefördert; Stichtag ist hier das Datum des Einzugs. Das bedeutet im Zweifel: Erst einziehen, dann sanieren! Förderfähig sind Sanierungen, die ab Januar 2020 begonnen haben und spätestens Ende 2029 abgeschlossen sind.

Der Steuerbonus muss nicht vorab beantragt werden – aber man muss ein spezielles Formular vorlegen

Besonders praktisch: Man muss die neue Förderung nicht etwa vorab beantragen, sondern tut das erst nach Abschluss der Arbeiten – ganz einfach im Rahmen der Steuererklärung.

Die Maßnahmen müssen die technischen Mindestanforderungen der neuen Verordnung für energetische Sanierungsmaßnahmen (kurz ESanMV) erfüllen. Und alle Arbeiten müssen von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. Achtung: Beides muss auf einem speziellen amtlichen Formular bescheinigt werden.

Anerkannt werden fast alle Kosten, auch die der Baustelleneinrichtung, und vor allem auch die Materialkosten (das ist also anders als beim klassischen Handwerkerbonus etwa für die Reparatur der Spülmaschine). Allerdings dürfen Maßnahmen, für die man den neuen Steuerbonus haben möchte, nicht auch noch anderweitig öffentlich gefördert werden, etwa mit KfW-Zuschüssen.

Von der Steuerermäßigung für die energetische Sanierung kann man besonders profitieren, wenn man viel Steuern zahlt

20 Prozent der anrechnungsfähigen Kosten von Sanierungsmaßnahmen gibt es am Ende vom Staat zurück. Wer die maximale Förderung von 40.000 Euro einsacken will, muss also insgesamt stolze 200.000 Euro investieren. Und man muss gut verdienen! Wie beim klassischen Handwerkerbonus wird die Förderung direkt mit der eigentlich zu zahlenden Einkommensteuer verrechnet. Wer nur wenig Steuern zahlt, kann also kaum profitieren.

Die Steuerförderung wird auf drei Jahre verteilt. Im ersten Jahr (in dem die Arbeiten abgeschlossen worden sind) sowie im folgenden Jahr werden jeweils 7 Prozent der Kosten steuerwirksam, maximal jeweils 14.000 Euro. Im dritten Jahr sind es dann noch 6 Prozent, höchstens 12.000 Euro.

Übrigens: Jede einzelne Immobilie kann nur einmal gefördert werden. Das ist zum Beispiel dann wichtig, wenn das Häuschen mehreren Menschen gehört – aber auch beim Kauf einer schon zuvor geförderten gebrauchten Immobilie.