Bonn. Mit Gas heizen viele Menschen – doch ein regelmäßiger Preis-Check, beim Tanken oder beim Handy selbstverständlich, ist beim Gas Fehlanzeige. Rund 65 Prozent der Haushalte sind einfach beim klassischen örtlichen Anbieter, nur 35 Prozent haben eine Alternative gewählt. Immerhin haben die meisten Gaskunden zumindest schon mal den Tarif gewechselt. Aber jeder Sechste steckt noch in der (zu) teuren „Grundversorgung“. Dabei ist es ganz einfach, sparsamer zu heizen!

Vergleichen der Versorger und Tarife lohnt sich

163 Euro pro Jahr – so viel bringt im Schnitt schon ein Wechsel des Tarifs

Wer sich aufrafft und ein paar Minuten in einen Preisvergleich investiert, profitiert oft deutlich: Schon der Tarifwechsel beim Grundversorger selbst erspart einem Durchschnittskunden nach Angaben von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur rund 163 Euro pro Jahr. Wenn der Modellkunde sich einen neuen Anbieter sucht, spart er dadurch sogar 240 Euro pro Jahr. Allerdings spiegeln diese Zahlen noch nicht die aktuellen Preisentwicklungen am Weltmarkt wider. Da die Gaspreise zurzeit extrem steigen, überarbeiten momentan viele Anbieter ihre Tarife. Man muss also ganz genau durchrechnen, wie hoch das persönliche Einsparpotenzial in der aktuellen Situation wirklich ist.

Wer wechseln möchte, muss übrigens keine Angst davor haben, plötzlich in der Kälte zu sitzen. Gibt es irgendwelche Probleme, wird nicht etwa der Gashahn zugedreht, sondern man kommt dann (für eine kurze Übergangszeit) automatisch in die Grundversorgung. Verbraucherschützer raten zu folgendem schrittweisen Vorgehen:

Schritt 1: Laufzeit vom bestehenden Vertrag checken

Wer noch in der „Grundversorgung“ ist, hat nur zwei Wochen Kündigungsfrist! Bei allen anderen gilt jeweils das, was im Vertrag vereinbart ist.

Schritt 2: Jahresverbrauch feststellen

Der jährliche Gasverbrauch steht jeweils auf der Abrechnung. Sinnvoll ist es, einen Durchschnittswert über mehrere Jahre auszurechnen, weil die Winter unterschiedlich kalt sind und damit auch der Gasverbrauch schwankt.

Schritt 3: Preise online vergleichen

Zum Preisvergleich nutzt man die üblichen Vergleichsportale wie beispielsweise Check 24 und Verivox. Da nicht jedes Vergleichsportal jeden Gasanbieter anzeigt, empfiehlt Stiftung Warentest, die Angebote auf mehreren verschiedenen Portalen zu checken. Wie beim Vergleich anderer Produkte und Dienstleistungen auch ist beim Gas der richtige Anbieter nicht unbedingt der billigste, sondern der mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer bestimmte Gasanbieter nicht in der Vergleichsliste findet, sollte sich nicht wundern.

Manche Anbieter nehmen nämlich derzeit vorübergehend keine Neukunden an, weil sie aufgrund der Entwicklungen an den Weltmärkten ihre Preise und Tarife überarbeiten müssen.

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Schritt 4: Neuen Vertrag abschließen und kündigen (lassen)

Und das war es auch schon – denn der neue Lieferant kümmert sich um den Rest. Normalerweise muss man auch nicht selbst kündigen, sondern der neue Anbieter wickelt die Kündigung ab und sorgt für einen reibungslosen Wechsel.

Beim Vergleich der Anbieter sollte man darauf achten, welche Voreinstellungen im Ranking der Vergleichsportale aktiviert sind – und gegebenenfalls nachjustieren. Schließlich macht es einen Unterschied, ob ein Wechsel-Bonus in den Preis eingerechnet wird oder nicht.

Tarife ohne Bonus sind heutzutage übrigens nicht mehr unbedingt preisstabiler als jene mit Bonus, hat Stiftung Warentest festgestellt. Man kann also davon ausgehen, dass die Preise oft nach einiger Zeit steigen. Damit man dann schnell aus dem Vertrag herauskommt, sollte die Kündigungsfrist möglichst kurz sein. In Ordnung sind Vertragslaufzeiten von bis zu einem Jahr.

Generell nicht empfehlenswert sind Verträge mit hohen Vorauszahlungen – geht der Anbieter pleite, ist das Geld nämlich meistens weg. Ungünstig sind außerdem sogenannte Paketangebote, bei denen man eine Pauschale für eine bestimmte Gasmenge zahlt. Wer dann weniger oder auch mehr verbraucht als bestellt, zahlt meistens kräftig drauf.