Bonn. Mit Gas heizen viele Menschen – doch ein regelmäßiger Preis-Check, beim Tanken oder beim Handy selbstverständlich, ist beim Gas Fehlanzeige. Rund 70 Prozent der Haushalte sind einfach beim klassischen örtlichen Anbieter, nur 30 Prozent haben eine Alternative gewählt. Immerhin haben die meisten Gaskunden zumindest schon mal den Tarif gewechselt. Aber jeder Fünfte steckt noch in der (zu) teuren „Grundversorgung“. Dabei ist es ganz einfach, sparsamer zu heizen!

Vergleichen der Versorger und Tarife lohnt sich

135 Euro pro Jahr – so viel bringt im Schnitt schon ein Wechsel des Tarifs

Wer sich aufrafft und ein paar Minuten in einen Preisvergleich investiert, profitiert oft deutlich: Schon der Tarifwechsel beim Grundversorger selbst erspart einem Durchschnittskunden nach Angaben von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur rund 135  Euro pro Jahr. Wenn der Modellkunde sich einen neuen Anbieter sucht, spart er dadurch sogar 216  Euro pro Jahr.

Wer wechseln möchte, muss übrigens keine Angst davor haben, plötzlich in der Kälte zu sitzen. Gibt es irgendwelche Probleme, wird nicht etwa der Gashahn zugedreht, sondern man kommt dann (für eine kurze Übergangszeit) automatisch in die Grundversorgung. Verbraucherschützer raten zu folgendem schrittweisen Vorgehen:

Schritt 1: Laufzeit vom bestehenden Vertrag checken

Wer noch in der „Grundversorgung“ ist, hat nur zwei Wochen Kündigungsfrist! Bei allen anderen gilt jeweils das, was im Vertrag vereinbart ist.

Schritt 2: Jahresverbrauch feststellen

Der jährliche Gasverbrauch steht jeweils auf der Abrechnung. Sinnvoll ist es, einen Durchschnittswert über mehrere Jahre auszurechnen, weil die Winter unterschiedlich kalt sind und damit auch der Gasverbrauch schwankt.

Schritt 3: Preise online vergleichen

Die gängigen, auch von Stiftung Warentest empfohlenen Vergleichsportale in Sachen Gas sind Check 24 und Verivox. Und wie beim Vergleich anderer Produkte und Dienstleistungen auch, ist beim Gasvergleich der richtige Anbieter nicht unbedingt der billigste, sondern der mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Schritt 4: Neuen Vertrag abschließen und kündigen (lassen)

Und das war es auch schon – denn der neue Lieferant kümmert sich um den Rest. Normalerweise muss man auch nicht selbst kündigen, sondern der neue Anbieter wickelt die Kündigung ab und sorgt für einen reibungslosen Wechsel.

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Beim Vergleich der Anbieter sollte man darauf achten, welche Voreinstellungen im Ranking der Vergleichsportale aktiviert sind – und gegebenenfalls nachjustieren. Schließlich macht es einen Unterschied, ob ein Wechsel-Bonus in den Preis eingerechnet wird oder nicht. Und gerade vom Bonus sollte man sich nicht blenden lassen: Meist wird es ohne ihn, also ab dem zweiten Vertragsjahr, deutlich teurer.

Wer nicht jedes Jahr den Anbieter wechseln will, sollte lieber einen dauerhaft günstigen Tarif wählen und auf einen Bonus verzichten. In Ordnung sind Vertragslaufzeiten von bis zu einem Jahr. Und die Kündigungsfrist sollte natürlich möglichst kurz sein.

Generell nicht empfehlenswert sind Verträge mit hohen Vorauszahlungen – geht der Anbieter pleite, ist das Geld nämlich meistens weg. Ungünstig sind außerdem sogenannte Paketangebote, bei denen man eine Pauschale für eine bestimmte Gasmenge zahlt. Wer dann weniger oder auch mehr verbraucht als bestellt, zahlt meistens kräftig drauf.