Berlin. Das Häuschen mal wieder auf Vordermann bringen? Da sollte man nicht einfach loslegen, sondern erst mal Staatsknete einsammeln!

Was viele nicht wissen: Der Bund wie auch die einzelnen Bundesländer haben zahlreiche Programme aufgelegt, um alle möglichen Sanierungen privater Eigenheime mit Zuschüssen zu fördern.

Die allermeisten Förderungen beziehen sich aufs Energiesparen. Doch es muss da nicht gleich eine energetische Rundumsanierung sein: Oft werden auch einzelne Maßnahmen gefördert, beispielsweise eine Dämmung oder neue Fenster. Je nach Programm gibt’s dann entweder einen bestimmten Prozentsatz der Kosten zurück oder eine Pauschale, beispielsweise 88 Euro pro Quadratmeter Fensterfläche.

Staat hilft bei der Eigenheim-Sanierung: Wer etwa den Energieverbrauch senken möchte, bekommt dafür oft Geld geschenkt

Auch für den Austausch von Heizungen, für einen altersgerechten Umbau, den Einbau von Smarthome-Systemen oder für ein neues Bad gibt’s oft Geld. Mancherorts sogar für exotischere Vorhaben: Hamburg beispielsweise fördert die Dachbegrünung.

Wofür es wie viele Euro gibt, das hängt vom Standort der Immobilie und den Förderrichtlinien ab. Denn nicht jedes Bundesland hat die gleichen Programme. Auch die technischen Anforderungen sind ganz unterschiedlich ausgestaltet. Oft darf man sogar mehrere Programme kombinieren und dadurch noch mehr kassieren.

Alternativ zu den verschiedenen regionalen beziehungsweise bundesweiten Förderungen, die es teilweise schon seit vielen Jahren gibt, können Eigenheimer auch den neuen Steuerbonus für energetische Sanierungen nutzen (mehr zur energetischen Sanierung lesen Sie auf aktiv-online.de). Allerdings darf man den Steuerbonus in der Regel nicht mit anderen Förderprogrammen kombinieren. Was insgesamt am meisten bringt, muss man im Einzelfall ausrechnen.

Der Haken: Es ist leider nicht so einfach, sich im Dschungel der Förderangebote zurechtzufinden. Einen ersten Überblick bietet das Internetportal foerderdatenbank.de. Auch die KfW hat auf ihrer Website kfw.de umfangreiches Infomaterial sowie einen interaktiven „Produktfinder“, um passende Förderprogramme zu identifizieren. Eine weitere Anlaufstelle ist das Internetportal deutschland-machts-effizient.de, wo das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz umfassend über Fördermöglichkeiten informiert.

Faustregel: Nicht einfach loslegen, sondern erst mal Geld beantragen

Wer Geld geschenkt haben will, muss sich natürlich akribisch an die jeweiligen Vorgaben halten. Sinnvollerweise checkt man deshalb so früh wie möglich, welche Programme für das eigene Vorhaben infrage kommen und welche Anforderungen dabei gestellt werden – dann kann man gleich so planen, dass alles passt.

Doch Vorsicht: Aktuell werden viele Förderprogramme umgebaut, weil die Bundesregierung die Energiewende vorantreiben will. Es ist davon auszugehen, dass die energetischen Anforderungen vielfach strenger werden. Wenn sich die Planung aus irgendwelchen Gründen länger hinzieht, sollte man also ganz genau prüfen, ob das eigene Bauprojekt nach wie vor alle Vorgaben und Anforderungen erfüllt.

Keine Angst, mit diesen schwierigen Fragen werden Häuslebauer nicht alleine gelassen: Für sehr viele Förderungen ist nämlich sowieso die Begleitung durch einen Energieeffizienz-Experten vorgeschrieben, der nicht nur die Maßnahmen plant und überwacht, sondern auch den Durchblick im Förderdschungel hat. Der Berater kostet natürlich ebenfalls Geld, doch auch diese Kosten sind förderfähig.

Gut zu wissen: Eigenheimer haben keinen Rechtsanspruch auf eine staatliche Förderung – sind die dafür vorgesehenen Haushaltsmittel aufgebraucht, gehen Antragsteller leer aus. Erst wenn man eine Förderzusage erhalten hat, kann man den Zuschuss wirklich sicher einplanen. Und praktisch immer gilt: Erst beantragen, dann loslegen! Eine nachträgliche Finanzspritze ist bei solchen Förderprogrammen in aller Regel ausgeschlossen. Ausnahme: Den Steuerbonus für energetische Sanierungen gibt’s grundsätzlich nur rückwirkend für bereits abgeschlossene Maßnahmen – und er muss auch nicht vorher beantragt werden.