Digitale Innenarchitekten

Die passende Wohnungseinrichtung: Diese Apps und Internetseiten helfen bei der Auswahl

Ein großformatiger Fernseher über dem Sideboard im Wohnzimmer? Das könnte gut aussehen – oder vielleicht ist er doch zu wuchtig? Bisher musste man diese Entscheidung auf gut Glück treffen. Ärgerlich, wenn der Kauf sich dann an Ort und Stelle nicht wirklich gut machte – denn schließlich war er teuer.

Das Problem gehört jedoch bald der Vergangenheit an, denn: Mit Apps oder speziellen Internetseiten kann man heute schon vor dem Kauf einen Eindruck davon bekommen, wie sich ein neuer Fernseher, ein Sofa oder eine andere Tapetenfarbe in den eigenen vier Wänden macht.

Die dabei verwendete Technik nennt man „augmented reality“ (AR) – übersetzt: „erweiterte Realität“. Dabei wird mithilfe eines Fotos des Zimmers und der digitalen Möglichkeiten des Anbieters die Offline- mit der Onlinewelt vermischt.

Schöner wohnen mit Apps – so geht’s

Allerdings gibt es diese Apps so gut wie nie von unabhängigen Dritten, sondern in der Regel nur von den jeweiligen Unternehmen, die die Produkte verkaufen, um die es geht. Die Programme fürs Smartphone oder Tablet sind also als Kundenservice gedacht, um dem potenziellen Käufer die Entscheidung zu erleichtern.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen einige Wohneinrichtungsdienste. Klicken Sie einfach auf die für Sie interessanten Überschriften, um mehr zum jeweiligen Thema zu erfahren:


Passt der Fernseher ins Wohnzimmer?
Foto: Blass
Foto: Blass

Auf der Internetseite des Herstellers Sharp lädt man ein PDF herunter, das als „Augmented Reality Marker“ bezeichnet wird. Das druckt man sich auf DIN A4 aus. Dann lädt man die „Sharp AR TV“ bei Google oder Apple. Beim ersten Öffnen zeigt die App im Selbstversuch der Redaktion nur ein schwarzes Quadrat, beim zweiten Öffnen einen abgeschnittenen Text – doch im dritten Versuch können wir den Zugriff auf die Kamera erlauben und das Land auswählen. Dann sucht man das gewünschte TV-Modell, klebt den ausgedruckten AR-Marker an die entsprechende Wand und richtet das Handy darauf aus. Und schon entsteht auf dem Bildschirm ein virtueller Fernseher – der tatsächlich an die dafür vorgesehene Wand passt (Bild rechts).

Welche Wandfarbe macht sich wo am besten?
Bild: Screenshot
Bild: Screenshot

Der Color Designer von Alpina (Bild rechts) funktioniert zwar nicht mithilfe einer App, aber übers Internet. Wer die Seite öffnet, kann rechts unten ein kleines Häuschen anklicken. Dahinter verbirgt sich eine Funktion, um ein Foto des eigenen Raumes hochzuladen. Man wählt jetzt einen Farbton aus der Alpina-Palette, und die Maus wird zum virtuellen Pinsel, mit dem man die gewünschte Wand im gewählten Farbton streichen kann.

Paint-Tester ist eine App für Apple-Geräte, mit der man ebenfalls virtuell die eigenen Wände anstreichen kann.

Wie wirken verschiedene Möbelstücke zu Hause?
Bild: Screenshot
Bild: Screenshot

Ähnlich funktionieren auch andere Anwendungen – beispielsweise die IKEA Katalog App. Dabei findet der Kunde im Katalog an entsprechenden Stellen ein Symbol. Damit lässt sich ein Objekt mit dem Smartphone oder Tablet virtuell im eigenen Raum platzieren.

Auch die Atelier Pfister App oder der KARE Room Designer (Bild rechts) – beide nur für Apple-Produkte – machen es möglich, virtuelle Möbel im eigenen Raum anzeigen zu lassen. Nicht immer funktioniert das perfekt: im Selbsttest schwebte ein Nachttisch eher mitten im Raum als an Ort und Stelle. Aber eine Anmutung, ob die Möbel zum Raum passen, bekommt der potenzielle Käufer trotzdem.

Wer nur auf der Suche nach Inspiration ist, wird mit großer Sicherheit auf Pinterest oder in der entsprechenden App fündig. Dort einfach nach „Dekoration“ oder „Wohnen“ suchen. Allerdings ist Pinterest nicht mit einer Augmented-Reality-Funktion ausgerüstet.

Geht es darum, das häusliche Büro möglichst ergonomisch einzurichten, dann hilft der Büroplaner der Verwaltungsberufsgenossenschaft weiter.

Die Grenzen von Apps

„Apps können durchaus bei ersten Überlegungen oder kleineren Möblierungs- oder Umräumungsaktionen helfen“, sagt auch Cathrin Urbanek, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Bund Deutscher Innenarchitekten. „Sobald aber Bauaufgaben eine gewisse Komplexität annehmen, ist die Einbindung von Fachleuten zu empfehlen.“ Urbanek ist sich darum auch sicher, dass Innenarchitekten durch Apps künftig nicht arbeitslos werden: „Das Wissen von Innenarchitekten um Komfort, Licht, Material und Nutzbarkeit ist riesig – und ganz sicher niemals durch eine App zu ersetzen“, sagt die Fachfrau.

Mehr zum Thema Immobilien:

Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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