Berlin. Die Kinder sind längst flügge – oder der Partner leider wieder ausgezogen – kurzum: In der Mietwohnung wäre locker Platz für einen zusätzlichen Menschen. Damit lässt sich gutes Geld machen!

„Grundsätzlich muss der Mieter sich die Untervermietung vom Vermieter genehmigen lassen“, sagt Rechtsanwalt Dietmar Wall vom Deutschen Mieterbund. Das ist aber meistens nur Formsache. Voraussetzung: Die Wohnung darf durch den Einzug zusätzlicher Bewohner nicht überbelegt werden – und der Hauptmieter muss ein „berechtigtes Interesse“ an der Untervermietung haben (finanzielle Gründe genügen da schon).

Klappt das Zusammenleben nicht gut, kann man den neuen Mitbewohner nicht etwa sofort wieder rauswerfen. „Wohnen Hauptmieter und Untermieter gemeinsam in derselben Wohnung, ist eine Kündigung zwar ohne jeden Grund möglich“, so der Jurist. Aber die Kündigungsfrist beträgt dann anfangs bereits sechs Monate. Hat der Hauptmieter einen guten Grund für die Kündigung (etwa Eigenbedarf, weil ein neuer Partner einziehen will) gelten die normalen Fristen – in den ersten fünf Jahren also drei Monate.

Will man eine komplette Wohnung untervermieten, muss man andere Regeln beachten. Wichtig: „In so einem Fall kann der Vermieter die Untervermietung einfach verbieten“, betont Wall. Erlaubt er sie doch, sollte man so einen Untermietvertrag unbedingt befristen.

Beschädigt ein Untermieter zum Beispiel das Parkett, muss der Hauptmieter gegenüber dem Vermieter dafür geradestehen. „Deshalb ist es auch bei Untermietverhältnissen sehr sinnvoll, eine Kaution zu verlangen“, rät der Experte. Erlaubt sind maximal drei Nettokaltmieten.

Gewinn machen ist erlaubt, Einnahmen sind steuerpflichtig

Die Miete selbst dagegen kann bei einer Untervermietung weitgehend frei vereinbart werden. Man darf also für ein Zimmer 500 Euro kassieren, obwohl die gesamte Zwei-Zimmer-Wohnung nur 450 Euro Miete kostet. „Der Hauptmieter muss eventuelle Zusatzeinnahmen nicht an den Vermieter abführen“, erklärt Wall, „allerdings muss er sämtliche Einnahmen aus der Untervermietung versteuern.“

Übrigens: Will man Flüchtlinge einquartieren, gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie bei anderen Untermietern. „Handelt es sich um einen anerkannten Flüchtling, kann man den Vertrag direkt mit ihm abschließen“, so Wall. Läuft das Asylverfahren noch oder ist der Flüchtling nur geduldet, sollte man sich wegen der Kostenübernahme vorab an die Behörden wenden.