Die „Rente mit 63“ hat die aus demografischen Gründen notwendige „Rente mit 67“ nicht etwa abgelöst: Auch weiterhin wird die Altersgrenze für die ganz normale Rente schrittweise angehoben. Dieser Prozess hat 2012 begonnen, der Jahrgang 1964 wird der erste sein, für den tatsächlich erst der 67. Geburtstag zum Stichtag wird.

Schon bei Einführung der „Rente mit 67“ galt: Wer 45 Beitragsjahre hat, kann schon mit 65 abschlagsfrei in Rente gehen. Diese Altersgrenze für „besonders langjährig Versicherte“ ist dann 2014 gesenkt worden – aber was im Volksmund „Rente mit 63“ genannt wird, wirkt sich je nach Jahrgang unterschiedlich aus. Für alle ab 1964 Geborenen mit 45 Beitragsjahren gilt dann wieder der 65. Geburtstag als möglicher Stichtag für eine abschlagsfreie Frührente.

Dabei muss es freilich nicht bleiben! Was bei der Rente für jüngere Bundesbürger gelten soll, also alle, die ab 1965 geboren worden sind – dieses Thema steht schon länger auf der politischen Agenda. „Die Weichen müssen rechtzeitig gestellt werden, also möglichst in dieser Legislaturperiode“, betont das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Es verweist auf eine eigene Simulationsrechnung: Mit einer weiterhin schrittweisen Anhebung der Altersgrenze ab 2031 auf bis zu 70 Jahre anno 2045 ließe sich der Rentenbeitragssatz auf Dauer wohl wenigstens unter 22 Prozent halten (aktuell liegt er bei 18,6 Prozent). Die neue Bundesregierung macht zwar noch nicht sofort Nägel mit Köpfen, auf Dauer aber vielleicht doch: Im Koalitionsvertrag vereinbart ist die „Einsetzung einer Rentenkommission zur langfristigen Stabilisierung von Beiträgen und Niveau der Rente für die Zeit nach 2025“.