Berlin. Sie macht keinen Spaß, sie kostet Zeit und Nerven, aber sie ist nötig: die sogenannte Kontenklärung bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer sich zu lange davor drückt, verschenkt am Ende womöglich viel Geld.

Beispielhaft zeigt das der Fall eines Mannes, der nach eigenen Angaben Ende der 1960er Jahre eine dreijährige Lehre gemacht hatte. Diese Zeit meldete er aber erst Jahrzehnte später bei der Rentenkasse an – und biss auf Granit. Zeugnisse oder Lohnzettel konnte er nicht mehr vorweisen. Der kleine Betrieb existierte längst nicht mehr. Da half dann auch nicht, dass die Kreishandwerkerschaft in ihrem Archiv grub und den Abschluss eines Lehrvertrags bestätigte. Denn das allein ist ja noch kein Beweis für die Zahlung von Sozialbeiträgen, wie das Sozialgericht Mainz betonte (17. 6. 16, S 10 R 511/14). Und so eine „fehlende Aufklärbarkeit“ heißt aus juristischer Sicht: keine Anerkennung für die Rente.

Trotz moderner Datenerfassung gibt’s auch bei jüngeren Zeitgenossen Lücken im Versicherungsverlauf. Denn oft muss man die Rentenversicherung selbst informieren – zum Beispiel über Studien- oder Kindererziehungszeiten, berufliche Auslandsaufenthalte oder auch Beschäftigung in der ehemaligen DDR. Die Rentenkasse versucht immerhin, jedem mal auf die Sprünge zu helfen: Um den 43. Geburtstag herum ruft sie jeden Versicherten schriftlich zur Kontenklärung auf, aktuell also den Jahrgang 1974.

Spätestens nach dieser Erinnerung sollte man aktiv werden. Und beim Prüfen der Daten ruhig auch darauf achten, ob beim entscheidenden Bruttogehalt Zahlendreher passiert sind.

Weitere Informationen finden sich in einer Broschüre, die unter ao5.de/rentenkonto zum Download bereitsteht.