Köln. 2005 hat der Einstieg in die nachgelagerte Besteuerung der gesetzlichen Rente begonnen: Seitdem steigt der steuerpflichtige Anteil der Altersrente immer weiter an. Dafür können Berufstätige einen immer größeren Anteil ihrer Rentenbeiträge von der Steuer absetzen.

Wer also 2019 in Rente geht, muss davon einen höheren Anteil versteuern als jemand, der schon 2018 in Rente gegangen ist – und weniger als jemand, der erst 2020 in Rente gehen wird. Ab 2040 müssen die Renten dann voll versteuert werden. Welche Quote für welchen Jahrgang gilt, zeigt die folgende amtliche Tabelle:

Der Rentenfreibetrag bleibt bis zum Tod unverändert

Der jeweilige Prozentsatz wird nur ein einziges Mal benötigt: um einen ganz persönlichen Rentenfreibetrag zu errechnen, der dann bis zum Tod gleich bleibt. Das Verfahren ist allerdings etwas knifflig, da die meisten Menschen ja nicht genau am 1. Januar in Rente gehen und auch Rentenerhöhungen eine Rolle spielen. Berechnet wird der Rentenfreibetrag nämlich stets auf Basis des ersten abgeschlossenen Kalenderjahres als Rentner.

Die gesetzliche Rentenversicherung rechnet ein Beispiel vor

Die Deutsche Rentenversicherung Bund erklärt das mit folgendem fiktiven Beispiel: Ein Arbeitnehmer bezieht seit September 2018 eine Regelaltersrente aus der Deutschen Rentenversicherung in Höhe von 1.000 Euro monatlich, Anfang Juli 2019 steigt diese Rente dann auf 1.030 Euro. Die Steuer für den Neurentner-Jahrgang 2018 beträgt, wie in der Tabelle abzulesen, 76 Prozent. Das erste komplette Kalenderjahr mit Rentenbezug ist aber erst 2019: In diesem Jahr wird unser Beispiel-Rentner insgesamt 12.180 Euro Rente beziehen. Und von genau diesem Betrag sind 76 Prozent steuerpflichtig, also 9.257 Euro. Als ganz persönlicher Rentenfreibetrag ergeben sich damit im fiktiven Beispielfall 2.923 Euro – und dieser Freibetrag gilt dann bis zum Lebensende.

Die Rente ist steuerpflichtig – aber nicht alle Rentner müssen tatsächlich Steuern zahlen

Wichtig: Dass man seine Rente grundsätzlich versteuern muss, heißt noch nicht, dass auch tatsächlich Steuern fällig werden! Im Jahr 2019 beträgt der Steuergrundfreibetrag für Ledige 9.168 Euro, zudem können auch Rentner ihre Krankenkassenbeiträge sowie ein paar andere Posten steuerlich geltend machen. Falls unser Beispiel-Rentner neben der gesetzlichen Rente keine weiteren Einkünfte haben sollte, müsste er daher erst mal noch keine Steuern zahlen.

Aber, und das wird oft übersehen: Weil der ganz persönliche Rentenfreibetrag bis zum Tod festgeschrieben ist, also womöglich für 30 bis 40 Jahre, steigt mit jeder normalen Rentenerhöhung die rechnerische Steuerlast. Damit ist es ganz normal, dass zum Beispiel ein heute 67-Jähriger noch keine Steuern auf seine Rente zahlen muss – aber mit 70 oder 75 Jahren tatsächlich wieder zum Fall für den Fiskus wird.