Berlin. Wenn eine neue Heizung nötig ist: Auf welche Energie setzt man da heute am besten? Wofür kriegt man Förderung von Vater Staat? Das erklärt Martin Brandis, Experte bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale in Berlin. Er sagt: „Die optimale Heizung gibt es nicht. Welche Energie die richtige ist, hängt vom Haus ab.“ Prüfen solle man auf jeden Fall den Einsatz erneuerbarer Energien.

Solarkollektoren

Sie absorbieren die Sonnenenergie und erhitzen über einen Flüssigkeitskreislauf Wasser in einem Speichertank. Für ein Einfamilienhaus benötigt man etwa vier bis acht Quadratmeter Fläche. „Damit kann man in der Regel 60 Prozent der fürs Warmwasser nötigen Energie gewinnen“, weiß Brandis. „Die Heizung bleibt dann im Sommer aus.“

So eine Anlage kostet circa 5.000 bis 7.000 Euro. Vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gibt es 500 Euro Zuschuss. Will man mit Solarenergie auch heizen, sollten Kollektoren und Speicher etwa doppelt so groß sein; der Zuschuss steigt auf 2.000 Euro. Aber: Eine normale Heizung braucht man trotzdem!

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Wärmepumpe

Sie gewinnt die Energie zum Heizen aus Umgebungsluft, Erdboden oder Grundwasser, funktioniert dabei umgekehrt wie ein Kühlschrank. „Für den Altbau ist sie nur begrenzt geeignet“, sagt Brandis. „Denn sie erwärmt das Wasser im Heizkreislauf lediglich auf 30 Grad. Da braucht man eine sehr gute Dämmung und eine Fußbodenheizung.“

Zudem sind Wärmepumpen teuer. Zwischen 12.000 Euro für eine Luftwärmepumpe und bis zu 20.000 Euro für eine Erdwärmepumpe (inklusive Bohrung) muss man hinlegen. 1.300 bis 4.500 Euro schießt das Bafa zu. Vorausgesetzt, die Pumpe hat eine hohe Jahresarbeitszahl. Dieser Wert gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Pumpe mit einer Kilowattstunde Strom erzeugt. „Je höher die Zahl ist, desto besser“, so Brandis. „Je niedriger, desto teurer heizen Sie.“

Holzpelletheizung

„Moderne Kessel werden automatisch mit Pellets beschickt und eignen sich als Zentralheizung“, so Brandis. Man benötigt einen großen Heißwasserspeicher und Platz zum Lagern der Pellets. Kostenpunkt: 10.000 bis 25.000 Euro, plus Kosten für das Lager. Ab 3.000 Euro schießt die Bafa zu.

Brennwertkessel

Modernste Technik zum Heizen mit Gas und Öl ist für etwa 10.000 Euro zu haben. Die Anlagen nutzen auch noch die Energie des Kesselabgases und sind dadurch 15 Prozent effektiver als ihre Vorgänger. Von der Förderbank KfW gibt es 10 Prozent Zuschuss. 15 Prozent kann man erhalten, wenn man die gesamte Heizung auf Vordermann bringen lässt – mit hocheffizienter Pumpe, Dämmen von Heizrohren im Keller und einem hydraulischen Abgleich, damit die Heizung überall gleich stark wärmt.

Brennstoffzellen-Heizung

Sie erzeugt durch die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff Wärme und Strom und funktioniert auch mit Erdgas. „Im Einfamilienhaus haben sie niedrige Wärmeleistungen und können deswegen kontinuierlich laufen“, erklärt Experte Brandis. „Man braucht zusätzlich einen Heizkessel.“ 22.000 bis 30.000 Euro kostet so ein Paket. Die KfW verspricht dafür üppige Zuschüsse: 5.700 Euro Grundförderung plus jeweils 450 Euro pro 100 Watt elektrischer Leistung ergeben bei insgesamt 1.000 Watt immerhin 10.200 Euro Zuschuss.

Man sollte sich beraten lassen. Experten finden sich unter verbraucherzentrale-energieberatung.de oder energie-effizienz-experten.de. Auch die Beratung wird gefördert.

Viele alte Öfen müssen bald stillgelegt werden

Wie viele Öfen betroffen sind, weiß man nicht so genau – nach Angabe des Industrieverbands Haus-, Heiz- und Küchentechnik HKI könnten es bis zu zwei  Millionen Stück sein: Für alte Kaminöfen, Heizkamine und Kachelöfen endet jetzt eine gesetzliche Schonfrist.
Anlagen, die von 1985 bis 1994 errichtet worden sind und die zu viel Feinstaub oder Kohlenmonoxid in die Luft pusten, müssen bis Ende 2020 stillgelegt werden. Alternativ wäre eine Nachrüstung erlaubt, aber die lohnt sich nur selten: Emissionsmessung und Umrüstung kommen oft teurer als ein neuer, effizienterer Ofen, wie das Informationsprogramm „Zukunft Altbau“ betont.
Der HKI bietet eine praktische Datenbank zum Thema an: Unter cert.hki-online.de findet man die technischen Daten sowie die juristische Einstufung für sehr viele Öfen.