Maschinen hoch wie Häuser baut die Firma Spaleck. Sie sortieren und befördern Haus- und Gewerbeabfall, Bauschutt, Elektroschrott, Biomasse, Schlacke und Hunderte anderer Materialien. Das Familienunternehmen aus Bocholt verkauft die riesigen Siebmaschinen zum größten Teil an die Recycling-Industrie.

Kunden des Familienunternehmens bringen ihr Material zum Testcenter, wo Spaleck an zwei Linien prüft, ob seine Technologie zum Beispiel Glasscherben aus Kompost oder Batterien aus geschredderten Kunststoffresten zuverlässig aussieben kann. „Wenn die Kunden zufrieden sind, bauen wir anschließend die Maschine nach ihren Anforderungen“, sagt Industriemechaniker Bernd-Felix Tubes.

Ausrichtung auf Greentech begann in den 1990er Jahren

Gegründet wurde Spaleck 1869 als Schlosserei und hat sich seitdem mehrmals neu erfunden. 1949 floh die Unternehmerfamilie aus dem thüringischen Greiz in den Westen. In Bocholt wurde das Unternehmen zum Weltmarktführer für Webblattbindemaschinen. Nach dem Untergang der deutschen Textil-Industrie in den 90ern wandelte sich der Maschinenbauer mit aktuell rund 500 Mitarbeitern weltweit und 80 Millionen Euro Jahresumsatz zum international gefragten Ausrüster der Recyclingbranche.

Und das Thema Recycling gewinnt weltweit weiter an Fahrt, weiß Carsten Sühling, Geschäftsführer von Spaleck: „Wir können unsere Produkte nicht nur in Deutschland und Europa, sondern immer besser auch in den USA und in Asien verkaufen.“ Die Bocholter stellen als Lohnfertiger auch Schweißbaugruppen und CNC-Teile für Schienenfahrzeuge, Windräder sowie Wasserstoff-Elektrolyseure her, produzieren eigene Anlagen zur Aufbereitung von Industrieabwasser.

Produkte und Produktion wurden noch klimafreundlicher

„Wir fokussieren uns auf Greentech“, erläutert der Geschäftsführer. Dank dieser Ausrichtung wuchs das Unternehmen in den letzten zehn Jahren stark, hat seinen Umsatz verdreifacht. „Gleichzeitig haben wir unseren CO2-Fußabdruck um 60 Prozent verringert“, betont Sühling. Denn nicht nur Spalecks „grüne“ Produkte sollen dazu beitragen, den Klimawandel zu stoppen. Auch das Unternehmen selbst will bis 2030 klimaneutral werden. Dazu hat die Firma unter anderem Dächer, Fassaden und die Pausenecke begrünt, ehemals versiegelte Flächen renaturiert, LED-Beleuchtung und Solarmodule installiert.

Anfang 2023 wurde ein Energie-Monitoringsystem eingeführt. Alles, was im Werk Energie verbraucht, ist nun einzeln mit Sensoren bestückt. „Wir können jetzt jederzeit sehen, wann welcher Abnehmer wie viel Strom verbraucht“, erklärt Carsten Sühling. So wurde etwa klar, dass die Laserschneidanlage im Stand-by-Modus weiter Strom zieht: übers Jahr gesehen fast so viel wie vier Haushalte. Jetzt wird sie nach Feierabend vom Netz getrennt. Oder die Kompressoren – sie sind nun mit der Beleuchtung verbunden: Wenn der letzte Mitarbeiter nach Hause geht und das Licht ausmacht, geht der Kompressor auch aus.

Ideen für mehr Nachhaltigkeit kommen von der Geschäftsführung und aus der Belegschaft. Spaleck hat einen Nachhaltigkeitszirkel, der sich alle drei Monate trifft, Ideen austauscht und deren Umsetzung festhält. Das ganze Unternehmen ist eben in Bewegung für mehr Nachhaltigkeit.