Berlin. Spenden und Gutes tun, das ist bei den Deutschen durchaus beliebt. Vor allem zum Jahresschluss zeigen sich viele spendabel. Bald ist Weihnachten, da will man eben auch Fremden einfach besonders gern eine Freude machen.

Insgesamt 5,3 Milliarden Euro gaben die Bundesbürger allein vergangenes Jahr spontan für gute Zwecke oder Menschen in Not. Im Schnitt 38 Euro pro Spende, wie die Gesellschaft für Konsumforschung ermittelt hat. Der Dezember ist mit Abstand der wichtigste Spendenmonat, 2018 kam hier allein 1 Milliarde Euro zusammen – für humanitäre Hilfe und soziale Projekte, zur Bekämpfung von Armut oder Krankheiten sowie für den Tier- und den Umweltschutz.

Hunderttausende Pakete mit Spielzeug und Süßigkeiten

Viele geben nicht nur Bares, sondern auch Essbares oder Nützliches, das man anderswo entbehrt. Schon mit einer Packung Keksen und Tomatensuppe kann man zum Beispiel Gutes tun, beim Einkaufen im Supermarkt: Rund 500.000 vorgepackte Spendentüten mit haltbaren Lebensmitteln legten die Kunden jetzt bei der „Tafelaktion“ der Lebensmittelkette Rewe aufs Kassenband. Die Tüten gingen bundesweit an Tafeln für Bedürftige.

Tausende Spender und Ehrenamtliche beteiligen sich zudem jedes Jahr an speziellen Aktionen zur Weihnachtszeit. Kitas, Schulen, Vereine und auch viele Betriebe machen da mit. Stecken Spielzeug, Stifte, Seife, Süßigkeiten, Kleidungsstücke oder Kuscheltiere in Kartons, die Freiwillge dann ans Ziel bringen. Oft zu Schulen, Waisen- und Krankenhäusern oder Behindertenheimen in den ärmsten Regionen Osteuropas.

5,3 Milliarden Euro spendeten die Deutschen vergangenes Jahr

„Weihnachten im Schuhkarton“ ist die weltweit größte dieser Aktionen, in Deutschland gibt es gut 5.000 Sammelstellen. Dahinter steht das Hilfswerk Samaritan’s Purse aus den USA, dessen erklärtes Ziel die Verbreitung der christlichen Botschaft ist.

Präsente für Arme sammeln auch andere Hilfsorganisationen wie Humedica aus Kaufbeuren („Geschenke mit Herz“) und der Weihnachtspäckchenkonvoi („Kinder helfen Kindern“). Oder die „Weihnachtstrucker“ der Johanniter – dafür kann man noch bis 16. Dezember Pakete an den Sammelstellen abgeben.

Doch kommt das auch alles wirklich an? „Eine berechtigte Frage“, sagt Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI). Es wird staatlich gefördert und gibt seriöse Auskunft zum Spendenwesen.

Ruhig auch mal in der eigenen Nachbarschaft umsehen

Auf seiner Webseite listet das Institut Organisationen von „Ärzte ohne Grenzen“ bis zur Welthungerhilfe auf, die das DZI-Spendensiegel tragen: Es steht für einen verantwortungsvollen Einsatz der Mittel, was regelmäßig überprüft wird.

„Natürlich ist nicht jede Organisation ohne DZI-Siegel automatisch unseriös“, sagt Wilke. Kleine, lokale Initiativen seien in der Regel nicht verzeichnet. Doch genau da, in der Nachbarschaft, sollten sich Spender ruhig zuerst umsehen – auch dort kann ja Hilfe nötig sein.

Was Spender wissen sollten

Gezielt spenden: Überlegen, was einem besonders am Herzen liegt, und die Spenden auf wenige Organisationen konzentrieren – das hält deren Verwaltungsaufwand klein. Geldspenden sind flexibler einsetzbar als Sachspenden.

Vorsichtig sein: Die meisten Organisationen in Deutschland sind vertrauenswürdig. Es gibt aber leider auch schwarze Schafe mit wohlklingenden Namen. Sinnvoll ist ein kurzer Abgleich mit einer seriösen Warnliste: ao5.de/dzi

Geltend machen: Spenden kann man von der Steuer absetzen. Bei Einzelspenden bis 200 Euro oder Zuwendungen im Katastrophenfall reicht als Beleg ein „vereinfachter Nachweis“ wie zum Beispiel der Kontoauszug.