Berlin. Feierabend im Lande – da fährt manch einer noch Taxi oder serviert Cocktails in der Bar: Etwa jeder Zehnte hat einen Nebenjob. Was da erlaubt ist, regeln Gesetz und Vorgesetzte.

„Wer seinen Chef fragt, ist auf der sicheren Seite“, sagt David Beitz, Experte für Arbeitsrecht beim Arbeitgeber-Dachverband BDA in Berlin. Denn meistens enthält der Arbeitsvertrag Klauseln zu Anzeigepflicht und Genehmigungsvorbehalt. Das heißt: Man muss Personalabteilung und Vorgesetzte informieren – und der Betrieb hat ein Vetorecht.

Er kann alles ablehnen, was die Interessen der Firma verletzt. Ganz klar tabu ist zum Beispiel Arbeiten für die Konkurrenz. Und Nebenjobs, unter denen die Arbeitsleistung im eigentlichen Beruf leidet, muss der Chef nicht akzeptieren.

Auch darf es keine Nachteile für das Ansehen des Arbeitgebers geben. Beitz nennt ein Beispiel: „Ein Banker, der abends in einer Kneipe Bier zapft, wirkt nicht gerade seriös.“

Höchstens zehn Stunden Arbeit pro Tag – das gibt das Arbeitszeitgesetz vor

Das Gesetz regelt, wie lang man nebenher jobben darf. Die tägliche Arbeitszeit darf insgesamt zehn Stunden nicht überschreiten. Pro Woche – Samstag inklusive – sind bis zu 48 Stunden erlaubt. Damit genug Zeit für Schlaf bleibt, müssen zwischen dem Ende des Nebenjobs und dem Beginn der regulären Arbeit elf Stunden liegen.

Für einen Zweitjob Urlaub nehmen? Das kommt nicht infrage: „Der Arbeitgeber darf den Urlaubszweck zwar nicht vorschreiben“, erklärt Beitz, „kann aber verlangen, dass sich der Mitarbeiter in den Ferien erholt.“

Wichtig ist es, Haupt- und Nebenjob klar zu trennen: also nie während der regulären Dienstzeit andere Arbeiten zu erledigen. Telefon, Fax und Drucker des Hauptarbeitgebers sind für den Zweitjob tabu! Das gilt auch für selbstständige Nebentätigkeiten: Wer zum Beispiel Dinge per Internet verhökert, darf seine Geschäfte nicht während der normalen Arbeitszeit anschieben oder abwickeln.

Die Regeln für Nebenjobs gelten übrigens auch für Ehrenämter. „Auch da kann sich ein Mitarbeiter aufreiben“, so Beitz. „Hier sind die Arbeitgeber aber in der Regel nachsichtiger, weil es für einen guten Zweck ist.“

Den Chef zu informieren, ist also stets ratsam. Denn für geheime Nebentätigkeiten kann man sich eine Abmahnung einfangen. Und im Wiederholungsfall riskiert man sogar eine verhaltensbedingte Kündigung.