Berlin. Basis für das großzügige staatliche Elterngeld ist immer das Durchschnitts-Netto der letzten zwölf Monate. Am meisten Elterngeld gibt’s daher, wenn man während dieser Zeit Steuerklasse III hatte. Ehepaare, die ihre Steuerklassen entsprechend sortieren, können dadurch insgesamt mehrere Tausend Euro zusätzlich kassieren!

Das ist ein erlaubter Trick, an den berufstätige Frauen mit Kinderwunsch rechtzeitig denken sollten. Denn man muss sich dabei extrem beeilen.

Gesetzliche Frist ist eng bemessen

Ein Steuerklassenwechsel während der Schwangerschaft wird nämlich nur berücksichtigt, wenn der Elterngeldbezieher die neue Steuerklasse schon für mindestens sechs Monate vor Beginn des Mutterschutzes hatte (das gilt für Mütter) beziehungsweise vor der Geburt (Väter). Und das Finanzamt berücksichtigt eine neue Steuerklasse erst im Folgemonat des Antrags (mehr dazu). Daraus ergibt sich, dass man theoretisch kurz nach der Zeugung zum Finanzamt sausen müsste, um den Wechsel noch fristgemäß hinzukriegen …

In der Praxis sollte man sich also um das Thema kümmern, sobald Nachwuchs in Planung ist – und nicht erst, wenn er sich tatsächlich ankündigt. Durch den Steuerklassenwechsel ist zwar zunächst etwas weniger Geld in der Haushaltskasse, aber zu viel gezahlte Steuern gibt’s ja per Steuererklärung zurück.

Ansonsten bleiben noch weitere erlaubte Tricks. Zum Beispiel könnte eine Schwangere freiwillig etwas später in den Mutterschutz gehen, um die sechs Monate mit der neuen Steuerklasse so doch noch hinzukriegen.