Das sitzt: Jeder Deutsche verbringt täglich 9,2 Stunden im Sitzen – ob nun auf dem Weg zur Arbeit, am PC oder vor dem Fernseher. Wir sitzen im Schnitt sogar eine halbe Stunde länger als während der Pandemie 2021. Das zeigt der neue Gesundheitsreport der Deutschen Krankenversicherung auf.

„Wir lassen unsere Gesundheit buchstäblich sitzen“, ärgert sich Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln, der wissenschaftliche Leiter des Reports. Er warnt: „Exzessives Sitzen schadet, es kann langfristig zu Bluthochdruck, Diabetes und Arthrose in den Knochen führen.“ Deshalb sei es wichtig, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen – „und das geht mit ganz einfachen Mitteln“.

Das Sitzen unterbrechen: Einfach mal Kniebeugen machen! Oder sich am Schreibtisch abstützen und leichte Liegestützen absolvieren. Solche aktiven Pausen sollten jede Stunde drei bis fünf Minuten dauern.

Muskeln aktivieren: Sich auf die Stuhlkante setzen, den Oberkörper weit nach vorn beugen, wieder hochkommen und dann weit nach hinten lehnen: „Das kräftigt die Muskulatur und lässt Körperflüssigkeiten wieder frei durch den ganzen Körper fließen“, erklärt Froböse.

Blut zirkulieren lassen: In der kurzen Pause auch mal die Beine hoch lagern oder sich auf Zehenspitzen stellen. Letzteres aktiviert die Wadenpumpe. „Die Muskulatur drückt dann auf die Venen, dadurch fließt das Blut schneller zurück zum Herzen.“

Aktive Mittagspause: Kurz spazieren gehen, statt in der Kantine noch länger auf dem Stuhl zu sitzen: „Das erhöht die Durchblutung im Gehirn.“ Und: Beim Gang durch den Betrieb die Treppe nehmen! „Schaffen Sie 40 Etagen in der Woche, machen Sie schon ein kleines, aber effektives Herz-Kreislauf-Training“, rät der Experte.

Anja van Marwick-Ebner
aktiv-Redakteurin

Anja van Marwick-Ebner ist die aktiv-Expertin für die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie. Sie berichtet vor allem aus deren Betrieben sowie über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Nach der Ausbildung zur Steuerfachgehilfin studierte sie VWL und volontierte unter anderem bei der „Deutschen Handwerks Zeitung“. Den Weg von ihrem Wohnort Leverkusen zur aktiv-Redaktion in Köln reitet sie am liebsten auf ihrem Steckenpferd: einem E-Bike.

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