Wie sehr die Zeit drängt im Kampf gegen den Klimawandel und seine schlimmsten Folgen, das hat der jüngste Bericht des Weltklimarats IPCC so eindringlich wie nie zuvor gezeigt. Der „Intergovernmental Panel on Climate Change“ liefert alle sechs Jahre einen umfassenden wissenschaftlichen Befund – als Entscheidungsgrundlage für die Regierungen in aller Welt.

Auf die Einigkeit der globalen Staatengemeinschaft wird es ankommen, wenn sie sich im Herbst zur 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow trifft. Dass sich auch die USA (wieder) und China zur Klimaneutralität bekennen, also den CO2-Ausstoß bis Mitte des 21. Jahrhunderts auf null reduzieren wollen, stimmt hoffnungsvoll.

Deutschland und seine Industrie können bei der Klima-Rettung eine entscheidende Rolle spielen – mit bahnbrechenden technischen Innovationen für den Weltmarkt. Damit das gelingt, wird die nächste Bundesregierung viele Weichen stellen müssen: zügig mehr Windparks, Solaranlagen und Stromtrassen ermöglichen! Unternehmen können nur klimaneutral produzieren, wenn es genug Ökostrom gibt. Auf Wasserstoff setzen für energieintensive Betriebe! Nur so wird sich etwa die unverzichtbare Stahlproduktion CO2-frei betreiben lassen.

All das erfordert massive staatliche Investitionen, langen Atem – und viel Verständnis der Bürger, um das es zu werben gilt. So manche Infrastruktur wird unsere Landschaft verändern. Auch diesen Preis müssen wir zahlen.