Berlin. Wer mindestens 27 Jahre alt ist und mindestens fünf Jahre Beitragszeiten hat, bekommt einmal im Jahr Post aus der Zukunft: die Renteninformation. Darin steht, wie viel man sich bereits erarbeitet hat – und wie hoch die Rente ausfällt, wenn man bis zum regulären Rentenalter immer so viel verdient wie im Schnitt der letzten fünf Jahre. Aber was sind diese Zahlen wert?

Achtung: Die Renteninformation enthält nur Bruttowerte!

„Wenn das Gehalt im weiteren Berufsleben steigt oder sinkt, verändert sich die prognostizierte Rente“, sagt Dirk Manthey von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Für Jüngere ist das Schreiben also nur ein grober Anhaltspunkt. Je älter man wird, desto realistischer wird die Prognose.

Wichtig: „Werte in der Renteninformation sind grundsätzlich Bruttowerte“, so der Experte. Wie beim Bruttolohn fallen also Steuern und Sozialabgaben an! Immerhin sind im Alter keine Beiträge zur Renten- und zur Arbeitslosenversicherung mehr nötig. An die Kranken- und Pflegekasse gehen bislang in den meisten Fällen gut 10 Prozent der Bruttorente.

Die persönliche Steuerlast ist für Rentner meist geringer als im Arbeitsleben. Und sie hängt noch bis 2040 vom Geburtsjahrgang ab (ausführlich erklärt das unser Bericht über den Rentenfreibetrag). Alles in allem kommt von der Rente also mehr Netto aufs Konto als von einem Gehalt gleicher Höhe.

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Die Inflation schmälert den Wert der Rente, die Rentenerhöhung steigert ihn – und das beides regelmäßig

Außerdem muss man wissen, dass die Zahlen in der Renteninfo den aktuellen Stand in Werten von heute nennen. Es geht aber um die Zukunft – daher werden zwei weitere Faktoren und ihre Wirkung genannt.

Der eine Faktor sind die regelmäßigen Rentenerhöhungen laut Gesetz. „Sie hängen vor allem von der allgemeinen Lohnentwicklung ab“, erklärt Manthey. So kann es mal über 3 Prozent Rentenplus geben (wie in diesem Jahr) – aber auch eine Nullrunde ist möglich (wie zuletzt 2010).

Der andere Faktor ist die Inflation. Die bewegte sich in den letzten Jahren stets zwischen 0 und 2 Prozent. Früher gab es allerdings auch schon Jahre, in denen die durchschnittliche Teuerung über 5 Prozent lag.

Auf der einen Seite gibt es also über die Rentenanpassungen mehr Geld (der Wert der schon erworbenen Rentenpunkte steigt) – auf der anderen Seite nagt die Inflation am Wert des Geldes. Auch wenn mal die Teuerung größer ist, mal das Rentenplus: Seit 2000 war die Inflation insgesamt etwas höher als die Rentenanpassungen.

Prognostizierte Rente dürfte ihre Kaufkraft weitgehend behalten

Bleibt das auch in Zukunft so, bedeutet das: Weist die Renteninformation jetzt einen individuellen Anspruch von 1.000 Euro aus, wird dieser im Alter – Rentenerhöhungen und Inflation mitgedacht! – wohl etwas weniger wert sein als heute. Andererseits sind ja die Abzüge, wie geschildert, niedriger: Man dürfte sich also von dieser Rente in etwa so viel leisten können wie heute mit 1.000 Euro Bruttogehalt.

Die Rente wird auch weiterhin sicher sein. Aber sicher ist eben auch, dass sie oft relativ niedrig sein wird: Die meisten Menschen werden ihren Lebensstandard im Alter mit der gesetzlichen Rente alleine nicht halten können. Man sollte also zusätzlich vorsorgen – dafür bieten sich das Eigenheim an und staatlich geförderte Sparformen wie die betriebliche Altersversorgung und die Riester-Rente.