Düsseldorf. Steigende Spritpreise und zunehmendes Umweltbewusstsein machen Fahrgemeinschaften attraktiver: Der Weg zur Arbeit wird billiger und umweltschonender. Die Fahrt zu mehreren kann zudem unterhaltsamer sein.

Mitfahrer finden sich oft schnell im Kollegenkreis – wie auch über innerbetriebliche Annoncen am Schwarzen Brett oder im Intranet. Zudem gibt es spezielle Portale, die Weggenossen aus anderen Firmen vermitteln – sie heißen zum Beispiel Fahrgemeinschaft.de, Pendlerportal, Mifaz oder Twogo.

Eine Fahrgemeinschaft bringt Rechte und Pflichten mit sich

Bevor es losgeht, sollte jedem klar sein: „Mit dem Zusammenschluss mehrerer Personen, um unter Teilung der Kosten eine gemeinsame Autofahrt anzutreten, entsteht rein rechtlich gesehen eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts“, so Tobias Klingelhöfer von der ARAG-Versicherung.

Dies begründet Rechte und Pflichten! So müssen vereinbarte Treffpunkte und -zeiten von allen eingehalten werden. Ist das mal nicht möglich, sollten die Mitfahrer rechtzeitig informiert werden. Sonst haben sie „womöglich Anspruch auf Schadenersatz, zum Beispiel für Taxikosten“, so Klingelhöfer.

Achtung: Auch der Fahrer muss seinen Teil der Kosten tragen!

Bei der Aufteilung der normalen Kosten ist zu beachten, dass der Fahrer seinen eigenen Anteil selbst tragen muss: Er darf mit den finanziellen Beiträgen der anderen Fahrtgenossen weder alle Ausgaben decken noch gar einen Gewinn machen!

Meist wird pauschal verrechnet, wobei zum Beispiel jeder Teilnehmer einen festen Betrag je Kilometer beisteuert. Ebenfalls erlaubt, aber aufwendiger, ist die Umlage sämtlicher Kosten auf alle (Mit-) Fahrer, dabei könnte man also beispielsweise auch Ausgaben für die Wartung des Autos einrechnen. Wechseln sich die Fahrer dagegen regelmäßig ab, sodass jeder in etwa gleich viele Touren absolviert, kann auf die Umlage der Kosten verzichtet werden.

Haftungsfragen sind bei Fahrgemeinschaften eigentlich kein Problem

Haftungsrechtliche Bedenken muss man nicht haben. „Wenn Insassen bei einem Unfall, der in ursächlichem Zusammenhang mit dem Gebrauch des Fahrzeugs steht, verletzt oder getötet werden, zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers“, heißt es beim Bund der Versicherten. Eine spezielle Insassenversicherung sei unnötig. Für Personenschäden durch einen Unfall auf dem Arbeitsweg steht zudem die gesetzliche Unfallversicherung ein. Wer trotzdem noch auf Nummer supersicher gehen will, kann eine Erklärung zur Haftungsbeschränkung ausfüllen (dafür gibt es kostenlos einen praktischen ADAC-Vordruck).

„Jeder der Beteiligten darf ganz normal die Entfernungspauschale geltend machen.“

Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine

Steuerlich entsteht durch eine Fahrgemeinschaft übrigens kein Nachteil: Alle Beteiligten dürfen die normalen 30 Cent Entfernungspauschale je Kilometer der einfachen Wegstrecke für sich geltend machen. Das gilt aber nur für die jeweils kürzeste Verbindung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz, wie der Bundesverband  Lohnsteuerhilfevereine betont. Umwegkilometer zur Abholung von Kollegen werden also nicht berücksichtigt.