Henstedt-Ulzburg. Starkregen, Hochwasser, Erdrutsche: Die Unwetter und Naturgefahren nehmen zu – und richten auch in Deutschland erhebliche Schäden in Häusern beziehungsweise Wohnungen an. „Die klassische Wohngebäudeversicherung zahlt bei solchen sogenannten Elementarschäden nicht“, sagt Versicherungsexperte Thorsten Rudnik, Berater für die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Der Eigentümer bleibt also auf den Kosten sitzen. Und das können ganz leicht fünfstellige Summen werden, beispielsweise wenn in einem vollgelaufenen Keller teure Werkzeuge lagern oder Wände, Decken und die Elektrik durchfeuchtet werden. In schweren Fällen, wenn das Gebäude sogar abgerissen werden muss, ist nicht nur das Vermögen futsch: der Immobilienbesitzer muss unter Umständen auch noch die Abrisskosten zahlen.

Preiswerter Zusatzschutz zur Hausrat- und zur Wohngebäudeversicherung

Gegen diese Risiken durch das Wirken der Natur schützt eine Elementarschadenversicherung, die Thorsten Rudnik jedem Häuslebauer dringend empfiehlt. „In der Regel sind diese Policen an die bestehenden Immobilienversicherungen gekoppelt, können also nicht separat abgeschlossen werden“, erklärt der Versicherungsexperte.

Sinnvoll sind zwei Zusatzverträge: Zum einen eine Ergänzung der Wohngebäudeversicherung, die zahlt, wenn es Schäden am Gebäude gibt. Zum anderen eine Erweiterung der Hausratversicherung, damit auch Unwetterschäden an Möbeln, Haushaltsgeräten und Co. abgedeckt sind. Dieser wichtige Zusatzschutz kostet zusammen selten mehr als 150 Euro pro Jahr.

„Das Hauptproblem ist allerdings, überhaupt einen Vertrag zu bekommen“, so die Erfahrung des Experten. Die Versicherer prüfen die Risiken inzwischen nämlich sehr detailliert. Gerade in besonders gefährdeten Gebieten versichert nicht jeder Anbieter jedes Gebäude. „Man sollte es aber auf jeden Fall versuchen und gegebenenfalls den Versicherer der Hauptversicherung wechseln“, empfiehlt Rudnik.

Paketpreise der Versicherer

Bei den Verträgen selbst gibt es nach Einschätzung des Versicherungsexperten meist keine großen Unterschiede. In der Regel handelt es sich um Pakete, in denen alle möglichen Risiken abgedeckt sind, auch wenn sie im Einzelfall gar nicht bestehen. Man ist also beispielsweise auch dann gegen Lawinen versichert, wenn kein einziger Berg in der Nähe ist. Bestimmte Schäden, etwa durch Sturmfluten oder steigendes Grundwasser sind überhaupt nicht versicherbar.

Selbstverständlich sollte man alle Fragen im Antrag peinlich genau und natürlich wahrheitsgemäß beantworten. Ansonsten muss man damit rechnen, dass der Versicherer im Ernstfall nicht zahlt. „Eine Selbstbeteiligung ist in Ordnung, sollte aber nicht mehr als 1.000 Euro betragen“, sagt der Versicherungsexperte.

Üblicherweise handelt es sich um Jahresverträge, die sich jedes Jahr automatisch verlängern. „Ein gewisses Restrisiko bleibt, dass der Vertrag bei einer Neubewertung der Lage oder nach einem Schaden nicht verlängert wird“, so Rudnik.