Seit rund 35 Jahren zeichnet die Bremer Karl-Nix-Stiftung alljährlich die besten Schul- und Ausbildungs-Absolventen der Weserstadt mit einer Urkunde und einem Preisgeld aus. Möglich wurde dies durch ein Vermächtnis des Bremer Kaufmanns Karl Nix und seiner Ehefrau, die ihr gesamtes Vermögen der Stiftung hinterließen.

Bei der jüngsten Verleihung war unter den Geehrten auch Torben Seeger, ein ehemaliger Azubi von Thyssenkrupp Automation Engineering, der in dem Betrieb eine Industriemechaniker-Lehre absolviert hatte. Seine überdurchschnittlich guten Ergebnisse in der Abschlussprüfung sind vor allem deshalb bemerkenswert, weil der 24-Jährige zuvor bereits einen anderen Beruf in einer ganz anderen Branche erlernt und ausgeübt hatte.

Vier Jahre bei einem Ketchup-Hersteller

„Genau genommen waren es sogar zwei Berufe“, erzählt Seeger. „Nach der Schule hatte ich nämlich eine schulische Ausbildung als biologisch-technischer Assistent begonnen, die allerdings eher als Überbrückung gedacht war. Daher brach ich sie ab, als ich eine Lehrstelle als Fachkraft für Lebensmitteltechnik bekam.“

Die Ausbildung bei einem Saucen-und Ketchup-Hersteller im niedersächsischen Grasberg gefiel Seeger, aber nach insgesamt vier Jahren in dem Unternehmen merkte der junge Mann, dass seine Stärken mehr im technischen Bereich liegen.

Lehre auf drei Jahre verkürzt

Seeger: „Daher habe ich mich umgeschaut und einige Bewerbungen geschrieben. Und als 2018 die Zusage von Thyssenkrupp kam, habe ich nicht eine Sekunde gezögert und sofort den Ausbildungsvertrag unterschrieben.“

Eine gute Entscheidung, wie sich zeigen sollte, denn seine Leistungen waren so gut, dass die Lehre auf drei Jahre verkürzt wurde. Mitte 2021 gab’s das Facharbeiterzeugnis, und Seeger wechselte in die Montage des Unternehmens.

Nebenberufliche Weiterbildung

Aber damit war noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Wenige Wochen später begann Seeger im Herbst 2021 mit einer nebenberuflichen Weiterbildung, die – wenn alles planmäßig verläuft – nach drei Jahren mit dem Abschluss zum staatlich geprüften Techniker endet.

Ein ehrgeiziges Vorhaben, aber Seeger weiß, was er will – und was er kann. Er wuchs auf dem Land auf, mit einem Vater, der als Nebenerwerbslandwirt tätig war. Da lernt man schon als Kind, was harte Arbeit ist.