Köln. Das wünscht sich keiner, aber passieren kann es durchaus immer noch: Das Gesundheitsamt ordnet eine corona-bedingte Quarantäne an. Ursprünglich waren Berufstätige grundsätzlich für den Verdienstausfall entschädigt worden, wenn sie wegen einer Quarantäne nicht arbeiten konnten. Nachdem einzelne Bundesländer diese Rechtslage schon geändert hatten, ist nun auch bundesweit eine neue Vereinbarung zwischen den Bundesländern in Kraft getreten, die zwischen Geimpften oder Genesenen und Ungeimpften unterscheidet. Zentraler Punkt: Impfgegner bekommen im Quarantänefall seit dem 1. November in aller Regel keine Entschädigung für den Lohnausfall mehr.

aktiv erklärt, was jetzt genau für wen gilt – und wie die neue Verwaltungspraxis begründet wird.

Nach Urlaub in einem Corona-Hochrisikogebiet müssen Ungeimpfte zu Hause bleiben

Wer muss eigentlich wann in Quarantäne? Stellt sich heraus, dass man engen Kontakt mit einem Infizierten hatte oder mit einem Infizierten zusammenlebt, fragt das Gesundheitsamt den Impfstatus ab. Menschen, die vollständig geimpft und zusätzlich geboostert sind, dürfen dann trotzdem raus – vorausgesetzt, sie sind selbst nicht positiv getestet worden. Dasselbe gilt für:

  • Genesene ab dem 28. Tag bis zum 90. Tag ab dem Datum der Abnahme des positiven Tests,
  • vollständig Geimpfte ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung bis zum 90. Tag nach der zweiten Impfung,
  • Genesene mit zusätzlicher Impfung,
  • mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson Geimpfte, die zusätzlich zweimal geimpft sind.

Alle anderen erhalten eine Quarantäneanordnung. Diese muss dem Arbeitgeber vorgelegt werden. Die Isolation oder Quarantäne endet nach zehn Tagen. Um die Quarantäne schon nach sieben Tagen zu beenden, braucht man einen Nachweis über einen negativen PCR- oder Schnelltest. Eine Entschädigung für den Verdienstausfall gibt es seit November in ganz Deutschland nicht mehr.

Was gilt, wenn man im Ausland war? Alle Reiserückkehrende müssen einen der folgenden Nachweise bereits bei der Einreise nach Deutschland vorlegen können: einen aktuellen Corona-Test (PCR oder Antigen) oder den Nachweis einer vollständigen Impfung oder einen Genesenen-Nachweis. Reiserückkehrer aus einem Hochrisikogebiet (aktuelle Übersicht: ao5.de/risiko) müssen eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen und ihren Impf- oder Genesenenstatus nachweisen. Vollständig Geimpfte und Genesene können sich dann in der Heimat ohne Einschränkungen bewegen.

Ungeimpfte oder nicht vollständig geimpfte Heimkehrer dagegen müssen nach der Wiedereinreise schnurstracks in ihre Wohnung und dort zehn Tage bleiben, auch wenn sie – etwa am Flughafen – negativ getestet wurden. Können sie deshalb nicht arbeiten, gibt es nun kein Geld mehr vom Betrieb. Erst ab dem fünften Tag kann man sich in solchen Fällen freitesten und wieder zur Arbeit gehen. Lohnersatz für die Quarantänezeit steht ungeimpften Rückkehrern nur dann zu, wenn sie sich in einem sogenannten Virusvariantengebiet aufgehalten haben.

Wer sich nicht impfen lassen kann, bekommt weiterhin Lohnersatz

Im Quarantänefall darf der Arbeitgeber nunmehr nach dem Impfstatus fragen, um zu prüfen, ob eine Entschädigung für das entgangene Einkommen überhaupt ausgezahlt wird. Dem Antrag auf Erstattung muss der Arbeitgeber eine Erklärung des Arbeitnehmers über den Impfstatus beifügen. Diese Erklärung muss der Arbeitgeber vor Auszahlung der Leistung haben. Dafür scannt man am besten das Impf- oder Genesenenzertifikat ein und schickt es an die Firma.

Für positiv Getestete ändert sich durch die neue Rechtslage übrigens nichts: Sie müssen zu Hause bleiben und bekommen weiterhin einen Lohnersatz, unabhängig vom Impfstatus. Auch Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen gar nicht impfen lassen können oder für die eine Impfung nicht empfohlen wird, werden in Quarantäne weiterhin bezahlt.

Und wie begründet der Gesetzgeber die Änderung? Ganz einfach: Mittlerweile hätte jeder, für den es eine Impfempfehlung gibt, ein Impfangebot annehmen können. Und mit der Corona-Schutzimpfung hätte eine Quarantäne von vornherein vermieden werden können – und damit auch der Verdienstausfall.