Erbrecht

Was der Testamentsvollstrecker darf, wann er sinnvoll ist – und was er kostet

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Köln. Man führt eine glückliche Ehe, hat zwei oder drei geliebte Kinder – in so einem Fall ist es normalerweise ganz einfach, sein Testament zu machen. In kniffligeren Fällen kann es einerseits sinnvoll sein, sich vor der Niederschrift von einem juristischen Experten beraten zu lassen. Und andererseits, im Text einen Testamentsvollstrecker zu benennen, der darüber wacht, dass der Letzte Wille dann auch tatsächlich befolgt wird.

„Ratsam dürfte das zum Beispiel sein, wenn die Erben sehr weit entfernt wohnen. Wenn es um den Schutz der Rechte eines behinderten Kindes geht. Oder wenn neben den Verwandten auch gemeinnützige Organisationen bedacht werden sollen.“ So erklärt es Jan Bittler, Fachanwalt für Erbrecht und Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge (DVEV).

„Im Prinzip können Sie jeden Erwachsenen zum Testamentsvollstrecker ernennen“, so Bittler weiter. „Aber man sollte den Betroffenen auf jeden Fall vorher fragen.“ Der kann es nämlich jederzeit ablehnen, die heikle Aufgabe zu übernehmen – und winkt der im Testament als Vollstrecker Benannte ab, muss das Nachlassgericht später einen Ersatz suchen.

„Außerdem sollte nicht eines von mehreren Geschwistern Testamentsvollstrecker sein“, rät der Experte, „denn das führt 100-prozentig zu Streit.“

Vollstrecker darf sogar Immobilien verkaufen

Wenn also zum Beispiel ein Freund der Familie die heikle Aufgabe übernimmt, muss er später den Nachlass nach den Vorgaben des Testaments verwalten. Der Vollstrecker dürfe dann „alles, was der Erblasser vorgegeben hat“, sagt Bittler – „also zum Beispiel auch Häuser verkaufen oder die Wohnung leer räumen.“ Zuständig ist er auch für die Erbschaftsteuer und die Begleichung von Schulden.

Damit deutet sich schon an, wo für Laien die Grenzen liegen: Wenn zum Nachlass beispielsweise ein Feriendomizil im Ausland gehört, sollte man lieber einen Profi zum Vollstrecker ernennen. Dabei kann zum Beispiel die Arbeitsgemeinschaft Testamentsvollstreckung und Vermögenssorge helfen, die im Internet eine Testamentsvollstrecker-Liste führt. Auch auf der Homepage der DVEV kann man gezielt nach Testamentsvollstreckern am Ort suchen.

Fürs Honorar gibt es Faustregeln

Für seine Arbeit steht dem Vollstrecker laut Gesetz eine „angemessene Vergütung“ zu. Deren Höhe kann ins Testament geschrieben oder auch später mit den Erben vereinbart werden. Eine Faustregel findet sich in einer Tabelle des Deutschen Notarvereins: Für normale Fälle stehen dem Vollstrecker 4,0 bis 1,5 Prozent des Nachlasses zu – je nach dem Wert des zu verwaltenden Erbes (je höher das Vermögen, desto geringer der Prozentsatz).

Übrigens: Wenn man zum Beispiel als Kind des Verstorbenen aus guten Gründen gar nicht mit dem Tun und Lassen des Vollstreckers einverstanden ist, kann man sich ans Nachlassgericht wenden. Und dort beantragen, dass er wegen Pflichtverfehlung seines Amtes enthoben wird.


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