Kirchheim bei München. Wer die Firma DREI V besucht, kann hinterher viele Geschichten erzählen. Etwa über die enorme Vielfalt in der Belegschaft: Die rund 100 Beschäftigten haben ihre Wurzeln in etwa 20 verschiedenen Staaten! Oder über das Auf und Ab im Geschäft mit Versandverpackungen: Corona brachte einen Boom beim Online-Handel – dann aber kam der Einbruch wegen der Kaufzurückhaltung nach Russlands Überfall auf die Ukraine. Sogar Kurzarbeit war hier zeitweise nötig, wie Geschäftsführer Joachim Heckler offen berichtet. Inzwischen wird wieder normal gearbeitet, sodass beim aktiv-Besuch ein drittes Thema im Zentrum stehen kann: Erfindungsreichtum!

Die Vielfalt der Waren, die per Internet angeboten werden, ist gigantisch. Und DREI V zählt zu den Pionieren bei der Produktion innovativer Verpackungen speziell für den Versandhandel. Kürzlich gab es den Deutschen Verpackungspreis für eine Neuheit.

Günstige und einfach zu handhabende Lösungen

„Unsere Grundidee ist: Schnell auf, schnell rein, schnell zu – und trotzdem sicher verpackt“, erklärt Heckler beim Rundgang durch die Produktion. „Dazu streben wir ein Minimum an Materialverbrauch an. Alles in allem können unsere Kunden so Zeit und Geld sparen und sogar noch etwas für die Umwelt tun.“ Der Mittelständler fertigt mehr als 100 Millionen Verpackungen im Jahr, etwa die Hälfte geht in den Export.

„Unsere Grundidee ist: Schnell auf, schnell rein, schnell zu – und trotzdem sicher verpackt.“

Geschäftsführer Joachim Heckler

Der Name DREI V steht übrigens für die Worte „Verpackung, Verpacken, Versenden“ – und die Idee des Firmengründers Hans Reinhart, dem Markt günstige und einfach zu handhabende Lösungen anzubieten. Wie innovativ das Unternehmen dabei ist, belegen viele Preise und auch Patente, unter anderem für die erste Buchverpackung mit Selbstklebeverschluss, die schon 1991 auf den Markt kam.

Eine andere spannende Neuheit war eine Fixierverpackung mit stoßdämpfenden Funktionen, die heutige „Snap“-Serie von DREI V. Dank der trickreichen Kombination von Wellpappe mit dehnbaren Folien ist kein zusätzliches Füllmaterial mehr nötig, empfindliche Produkte wie etwa elektronische Bauteile sind beim Transport ressourcensparend fixiert und geschützt.

Für „Ecosnap“ gab es den Deutschen Verpackungspreis

Auf dieser Basis entstand „Ecosnap“, ausgezeichnet mit dem Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie Logistik und Materialfluss: Die Snap-Folie zum Fixieren der Ware wird hier durch dehnbares Natronkrepppapier ersetzt! Erdacht hat das Maximilian Härtl, der Entwicklungschef. Die neue Verpackung ist ganz ohne Kunststoffanteile und kann komplett recycelt werden.

Heckler betont: „Solche Einstoffverpackungen sind ein Zukunftsthema bei uns, weil wir – wie viele unserer Kunden – mehr für die Umwelt tun wollen. Daher arbeiten wir auch intensiv an einer CO2-neutralen Produktion.“

Maja Becker-Mohr
Autorin

Maja Becker-Mohr ist für aktiv in den Unternehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie unterwegs. Die Diplom-Meteorologin entdeckte ihr Herz für Wirtschaftsthemen als Redakteurin bei den VDI-Nachrichten in Düsseldorf, was sich bei ihr als Kommunikationschefin beim Arbeitgeberverband Hessenchemie noch vertiefte. In der Freizeit streift sie am liebsten durch Wald, Feld und Flur.

 

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