Das Jahr 2024? Für die Mitarbeiter von Zettler Kalender ist das sozusagen schon vorbei – in diesem Betrieb in Schwabmünchen bei Augsburg laufen schon die Vorbereitungen für 2025.

Und das Gros der hier produzierten 2024er-Kalender ist längst verkauft und verschickt. „Jetzt werden nur noch Zusatz- und Sonderbestellungen für 2024 produziert. Ansonsten sind wir unserer Zeit immer weit voraus“, erklärt die stellvertretende Werkleiterin Inge Baur beim aktiv-Besuch.

Zu solchen kurzfristigen Aktionen kommt es zum Beispiel, wenn andere Unternehmen erst auf den letzten Drücker Buchkalender mit ihrem eingedruckten Logo als kleines Weihnachtspräsent für ihre Kunden ordern. Oder der Großhandel nachbestellt, weil bestimmte Kalender im Einzelhandel besonders gut laufen.

Mehr als 14 Millionen Kalender pro Jahr

Alles in allem stellt Zettler jedes Jahr über 14 Millionen Kalender her. Produziert werden in der eigenen Druckerei und Weiterverarbeitung vor allem Terminplaner: darunter die klassischen Wochentimer mit Spiralbindung, gebundene Bücher mit Tages- oder Wochenansichten sowie Wandtableaus, die den Blick auf das ganze Jahr eröffnen.

Besonders beliebt ist laut Baur der klassische Abreißkalender: ein Blatt für jeden Tag etwa mit Rätseln, Sudokus, Sprüchen oder Witzen. Dank der raffinierten Heftung auf eigens entwickelten Spezialmaschinen fällt selbst das allerletzte Blatt am 31. Dezember nicht herunter, sondern will wie die anderen von Hand abgerissen werden.

Bleiben solche Produkte auch im digitalen Zeitalter gefragt? Darauf antwortet man hier nicht mit harten Zahlen, sondern mit einer festen Überzeugung: „Die Ansicht etwa eines Monats auf einem Handy oder Tablet ist einfach sehr begrenzt – ein gut gemachter Kalender verschafft einem dagegen sofort den präzisen Überblick“, so Baur.

Für diesen Überblick setzt zum Beispiel Michael Flöring, der bei Zettler Maschinen- und Anlagenführer gelernt hat, auf einen Familienplaner: „Meine Kinder, meine Frau und ich haben jeder dort eine eigene Spalte. So sehen wir sofort, wer was erledigen muss, welche Geburtstage anstehen oder ob der Hund zum Tierarzt muss.

„Ein gut gemachter Kalender verschafft einem sofort den präzisen Überblick“

Inge Baur, stellvertretende Werkleiterin

„Blauer Engel“ für den Drei-Monats-Kalender

Drucker Waldemar Wagner wiederum will im Betrieb wie zu Hause auf den Drei-Monats-Kalender nicht verzichten: „Bei uns muss keiner erst umständlich im Handy rumsuchen, um zu wissen, was gerade alles ansteht.“ Weitere Vorzüge so eines Kalenders: Im Kopfteil ist das ganze Jahr abgebildet – samt Feiertagen und Ferien. Dank eines extra angebrachten Streifens kann man den aktuellen Tag durch einen roten Rand hervorheben. Und was den Familienvater besonders stolz macht: Der Kalender trägt das Umweltzeichen „Blauer Engel“ als Hinweis auf umweltfreundliche Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse sowie die Nutzung umweltverträglicher Materialien.

Druckfarben auf Sojabasis

Auch für die vielen anderen Produkte verwendet Zettler ausschließlich Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Und druckt so umweltfreundlich wie möglich, unter anderem gelingt das durch die Verwendung von Druckfarben auf Soja- statt auf Erdölbasis.

„Hört sich cool an“, sagen denn auch die Freunde von Margarita Heidler, wenn sie ihnen von ihrer Ausbildung bei Zettler erzählt. Seit September lernt die 17-Jährige Maschinen- und Anlagenführerin. Inzwischen weiß sie schon, wie viel Aufwand für die Herstellung der Kalender betrieben wird – und wie zum Beispiel die Kunststoffspiralen in den klassischen Tischkalender kommen. Sie will die bunten Zeitpläne an der Wand nicht missen: „Wir haben einige Kalender zu Hause“, erzählt Heidler, „am meisten mag ich den Katzenkalender in meinem Zimmer.“ Auch wenn der von einem anderen Unternehmen der Gruppe kommt.

Das Unternehmen

1923 von Emil Zettler als Akzidenz-Druckerei gegründet, steht Zettler Kalender heute für hochwertige Abreiß- und Terminkalender. Hergestellt werden sie in Schwabmünchen nahe Augsburg von gut 50 Beschäftigten – rund 14 Millionen Stück jedes Jahr.

Das Unternehmen ist Teil der Neumann-Verlage in Kiel, das ist ein Zusammenschluss renommierter Kalenderhersteller mit in der Branche bekannten Namen wie Alpha Edition, Dumont, Palazzi, Pyramid und seit 2021 auch Zettler. Die Gruppe gibt knapp 400 Menschen Arbeit.

Maja Becker-Mohr
Autorin

Maja Becker-Mohr ist für aktiv in den Unternehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie unterwegs. Die Diplom-Meteorologin entdeckte ihr Herz für Wirtschaftsthemen als Redakteurin bei den VDI-Nachrichten in Düsseldorf, was sich bei ihr als Kommunikationschefin beim Arbeitgeberverband Hessenchemie noch vertiefte. In der Freizeit streift sie am liebsten durch Wald, Feld und Flur.

 

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