Köln. Wasserstoff – ein farbloses Gas macht Karriere: Als Energieträger der Zukunft soll es helfen, Europa und Deutschland klimaneutral zu machen. Mit Wasserstoff kann man Ökostrom speichern, Lkws und Busse oder Züge antreiben, Häuser heizen, aus Roheisen Stahl machen. Raffinerien stellen damit Sprit her, die Chemie-Industrie Dünger. 1,7 Millionen Tonnen des Gases wurden 2020 allein hierzulande erzeugt.

Nachhaltiger Wasserstoff ist schon deutlich billiger geworden

Aber: Bei der Produktion kann viel, wenig oder kein klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen werden. Je nach Verfahren ordnen Experten dem Wasserstoff daher eine andere Farbe zu. aktiv erklärt diese Begriffe.

  • Grüner Wasserstoff. Er wird mithilfe von Ökostrom durch die sogenannte Elektrolyse gewonnen. Dabei spaltet der Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff auf, CO2 entsteht nicht. Anlagen dafür stellen Firmen wie Siemens, ThyssenKrupp oder Sunfire her. So erzeugter Wasserstoff ist in den letzten zehn Jahren um zwei Drittel billiger geworden, mit 2,50 bis 5 Euro pro Kilo aber teurer als herkömmlich erzeugter.
  • Türkiser Wasserstoff. Entsteht bei 1.000 Grad Celsius aus Methangas, das sich in Wasserstoff und Kohlenstoff spaltet. Wird der Reaktor mit Ökostrom geheizt, ist das Verfahren klimaneutral. Der Chemiekonzern BASF betreibt seit 2021 eine Testanlage.

 

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  • Blauer Wasserstoff. Wird konventionell aus Erdgas erzeugt. Dabei emittiertes Klimagas wird abgefiltert und unter die Erde gepresst. Dieser Wasserstoff gilt als klimagasarm. Auf dem Weg zur Wasserstoffwirtschaft könnte er den nötigen Anfangsschub liefern.
  • Grauer Wasserstoff. Wird konventionell durch Erhitzen von Erdgas und Wasserdampf erzeugt, dabei entstehen aber pro Tonne Wasserstoff über zehn Tonnen Klimagas. Schwarzer Wasserstoff aus Steinkohle und brauner Wasserstoff aus Braunkohle sind sogar noch klimaschädlicher.
  • Rosa, rot oder violett nennt man Wasserstoff, der per Elektrolyse und CO2-frei produziert wird, aber mit Atomstrom.