Traunreut. Der Standort in Oberbayern mit rund 3.000 Mitarbeitern entwickelt und produziert Hausgeräte rund ums Kochen. Über zwei Millionen Stück in mehr als 1.000 Varianten verlassen jedes Jahr das Werk – seit den 1950er Jahren waren es insgesamt rund 50 Millionen Stück.

Kleinere Störungen an den Pressen behebt der Einrichter schnell selbst

„Ich bediene Anlagen mit einer Presskraft von 400 Tonnen, mit denen Bleche zu Bauteilen geformt werden“, beschreibt der junge Mann sein Einsatzfeld in der Vorfertigung. Da muss er auf Zack sein. „Meine Aufgabe ist es, die Qualität der Groß- und Kleinteile zu gewährleisten“, sagt er, „dazu gehört es auch, kleinere Störungen zu beheben.“ Dominik da Silva-Göbl hat Wurzeln in Bayern – und Südamerika. Seine Mutter stammt aus Brasilien, wo er Familie hat. Sein großes Hobby, wie kann es anders sein, ist der Fußball: „Ich spiele – seit ich denken kann.“

Doch nicht nur auf dem Platz, auch in der Herdfertigung der BSH macht er eine gute Figur. Alles, was er wissen muss, um für reibungslose Abläufe im Werk zu sorgen, hat er in seiner Ausbildung zum Industriemechaniker in Traunreut gelernt. Als Fachkraft stieg er direkt im Anschluss ein. Der Job als Einrichter gefällt ihm gut, er ist abwechslungsreich: „Ich arbeite an verschiedenen Pressen mit unterschiedlichen Werkzeugen“, sagt er. „Die verändern sich, da wir sie ständig verbessern.“

Mit den Produktionsplanern gilt es, die jeweils beste Lösung zu finden, um Hürden in der Fertigung schnell aus der Welt zu schaffen. „Jeder von uns ist aufgefordert, mitzudenken und Ideen einzubringen – das macht Spaß“, so Silva-Göbl. Seine Ideen kann er direkt mit den Planern besprechen, etwa wenn es um Werkzeugänderungen zur Verbesserung der Produktivität geht. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Ideen über das betriebliche Vorschlagswesen einzureichen. „Wenn an einer Maschine oder einer Anlage wiederholt die gleiche Störung auftritt, mache ich mir Gedanken darüber, was passieren muss, damit das Problem gar nicht erst entsteht“, sagt Silva-Göbl.

Technik-Innovationen rund ums Kochen

Viel Neues bringt die Digitalisierung, die zunehmend in der Fertigung den Takt angibt. „Die Arbeit wird sich durch die Automatisierung in den kommenden Jahren stark verändern“, so der Industriemechaniker. „Wir müssen immer Neues dazulernen, um anspruchsvollere Tätigkeiten ausführen zu können.“

Backöfen, Kochfelder, Dunstabzugshauben: Künftig sollen noch mehr Technik-Innovationen für den Weltmarkt vom größten Standort des Produktbereichs Kochen kommen. Dazu baut das Unternehmen an seinem Standort in Traunreut derzeit ein neues Entwicklungszentrum auf.

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Schon als Teenager habe ich meinem Vater in der Werkstatt geholfen. Ich mag Technik und handwerkliche Tätigkeiten.

Was reizt Sie am meisten?

Man muss mitdenken. Das kann sich richtig lohnen. Für gute Ideen gibt es nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch Geld.

Worauf kommt es an?

Ich finde es gut, dass meine Meinung zählt. Durch die Umstellung auf neue Technologie sehe ich tolle Möglichkeiten für mich, beruflich voranzukomm

Friederike Storz
aktiv-Redakteurin

Friederike Storz berichtet für aktiv aus München über Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Die ausgebildete Redakteurin hat nach dem Volontariat Wirtschaftsgeografie studiert und kam vom „Berliner Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“ zu aktiv. Sie begeistert sich für Natur und Technik, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftspolitische Themen. Privat liebt sie Veggie-Küche und Outdoor-Abenteuer in Bergstiefeln, Kletterschuhen oder auf Tourenski.

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