Frankfurt. Volles Haus: 48.000 Menschen strömten am letzten Julitag in die Commerzbank-Arena, um dort die Saisoneröffnung 2019/2020 von Eintracht Frankfurt zu feiern und im Anschluss daran das Rückspiel des Bundesligisten Eintracht Frankfurt gegen Flora Tallinn aus Estland in der Europa-League-Qualifikation zu erleben.

Mittendrin: der InfoTruck von Hessenmetall, dem Arbeitgeberverband der größten Industrie in Hessen. Zwei Etagen und 80 Quadratmeter voll interaktiver Hightech und mit Experimenten luden nicht nur junge Menschen dazu ein, die spannende Welt der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) zu entdecken.

„Genau wie Eintracht Frankfurt sind auch M+E-Unternehmen immer auf der Suche nach den Talenten von morgen“, erläuterte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer von Hessenmetall, das Engagement des Verbands. Durch die Zusammenarbeit mit dem Top-Traditionsverein und Innovationstreiber aus der Mitte Hessens wolle man vor allem junge Menschen für die M+E-Industrie mit ihren vielfältigen Chancen und Möglichkeiten begeistern.

Besonderer Beitrag: M+E-InfoTruck bei der Saisoneröffnung vorn dabei

Pollert: „Deswegen ist die Saisoneröffnung genau der richtige Ort für unseren InfoTruck.“ Schon im Vorfeld der Veranstaltung warben elf ausgewählte Auszubildende aus Mitgliedsunternehmen von Hessenmetall für die gemeinsame Kampagne. Denn zeitgleich mit dem Saisonauftakt der Bundesliga startet auch das neue Ausbildungsjahr 2019/2020 in der Metall- und Elektro-Industrie. Die Azubis werben als M+E-Team für ihre Ausbildungsberufe bei anderen Jugendlichen.

Denn auch sie sind Mitglied eines starken Teams in einer erfolgreichen Firma, die, so wie ein Sportverein, eigene Fan-Gruppen hat. Im Vorfeld der neuen Saison haben sich diese Azubis als M+E-Team im Stadion präsentieren lassen und in einem Countdown und einem Gewinnspiel an den letzten elf Tagen vor dem Saison-Opening bei Jugendlichen über Facebook und Instagram für einen Besuch des M+E-InfoTrucks und die Ausbildungsplatzbörse geworben.

Eintracht Frankfurt und Hessenmetall haben sich Mitte des Jahres auf eine langfristige Partnerschaft geeinigt und wollen ab der Saison 2019/20 eng miteinander kooperieren. Neben der Nachwuchsgewinnung stehen dabei die Themen der Zukunft, allen voran die Arbeit der Zukunft und die Digitalisierung sowie die damit verbundenen Herausforderungen für Menschen und Betriebe, im Mittelpunkt.

Pollert: „Die M+E-Unternehmen sind bereits heute hoch digitalisiert und entwickeln neue, digitale Geschäftsmodelle.“ Als Arbeitgeberverband will man die Mitglieder hier unterstützen und deshalb Anwender und Anbieter digitaler Lösungen zusammenbringen. „Dieses Ziel verbindet uns mit Eintracht Frankfurt als digitalstem Fußballverein Deutschlands“, betonte der Hauptgeschäftsführer.

Die hessischen M+E-Unternehmen haben einen hohen Internationalisierungsgrad und sind Treiber der digitalen Transformation und einer vertieften Dienstleistung. Und das trifft auch auf Eintracht Frankfurt zu.

Win-win-Partnerschaft für Eintracht und Hessenmetall

Der Bundesligist versteht sich ebenfalls als Innovationstreiber und will mit seiner Digitalisierungsstrategie einen Beitrag zur digitalen und wirtschaftlichen Entwicklung Hessens leisten. Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann: „Wir sitzen als mittelständisches Unternehmen mit den Mitgliedern von Hessenmetall in einem Boot und verfolgen somit alle das Ziel, die Digitalisierung als wesentlichen Bestandteil wirtschaftlichen Erfolgs zu begreifen.“

Hellmann wie Pollert sind überzeugt von dieser „Win-win-Gemeinschaft für beide Seiten“.

Über die Kooperation freuen sich ganz offensichtlich auch etliche Fans. So wie André Brusius, der vor dem Fußballspiel mit seinen Kindern in Ruhe den Truck besuchte. „Dass Hessenmetall und die Eintracht jetzt Partner sind, ist einfach eine tolle Sache“, so der Familienvater. „Das ist genau der richtige Ort, um junge Leute mit solchen Zukunftsthemen wie der Berufswahl anzusprechen“, erklärte Fußball-Fan Ulli Dvorak, der mit Sohn Bastian unterwegs war.

Und Sven Pusch nahm sich mit seinem Sohn Jayden sogar extra viel Zeit, damit der zehnjährige Technik-Fan alles ausprobieren konnte. „Der Truck ist einfach super, um mal frühzeitig einen Eindruck von den M+E-Berufen zu bekommen, und hier bei der Eintracht beim Familienfest zum Saison-Opening steht er genau richtig“, erklärte Pusch.

Für alle Eintracht-Fans gab es dann zu guter Letzt noch Anlass zu ganz großem Jubel: Beim Heimspiel siegten die Adler über Flora Tallin mit 2:1 und sind damit eine Runde weiter in der Europa-League.

Frage an die hessische M+E-Azubi-Mannschaft:
Was macht bei der Ausbildung am meisten Spaß?

Weiss Umwelttechnik: Marc Schmidt, Mechatroniker

„Mir gefällt es gut, dass ich in einer speziellen Branche bin, die sehr vielfältig ist, und man in ganz unterschiedlichen Bereichen wie Produktion oder Montage arbeiten kann.“

Siemens: Dominik Kempf, Elektroniker für Betriebstechnik

„In meiner Ausbildung gefällt mir die Vielfalt am besten. Ich bin richtig gut in der S7-Programmierung, und bei uns in der Brandmelde-Branche geht’s vor allem um Sicherheit.“

Continental: Sophie Versemann, Kauffrau für Büromanagement

„Bei mir gleicht kein Tag dem anderen, und es warten spannende und aufregende Aufgaben auf mich. Dabei bin ich von tollen Kollegen umgeben.“

Fritz Winter Eisengießerei: Steven Münn, Gießereimechaniker

„Wir produzieren hauptsächlich Bremsscheiben und Motorblöcke. Dafür Modelle abzuformen und mit Gusseisen abzugießen, gefällt mir besonders gut.“

manroland sheetfed: Marvin Hartmann, Mechatroniker

„Bei uns geht es um höchste Präzision und Genauigkeit. Deshalb muss die Verknüpfung von Mechanik, Elektronik, Informatik und Drucktechnik passen, genau wie das Team, das dahintersteht.“

Dentsply Sirona: Timon Siodlaczek, Mechatroniker

„In meiner Ausbildung gefallen mir am besten die Vielseitig­keit und die Mischung aus Elektrotechnik und Metallbearbeitung. Ich bin richtig gut in der Elektro-Pneumatik.“

Samson AG: Oguzhan Esler, Industriemechaniker

„Ich bin richtig gut im Drehen, Fräsen, eben in all dem, was man bei uns benötigt. In der Mess- und Regeltechnik geht es um Zuverlässigkeit.Wenn unsere Ventile nicht funktionieren, dann steht bei den Kunden alles still.“

Stanley Engin. Fastening Tucker: Jannik Damme, Industriemechaniker

„Bei meiner Ausbildung gefallen mir am besten der Umgang und die Zusammenarbeit mit den Kollegen und die Abwechslung, die der Beruf des Instandhalters mir bietet.“

Vacuumschmelze: Can Üskan, Industriemechaniker

„In meiner Ausbildung macht mir alles Spaß, vor allem aber, dass ich eigenständig arbeiten darf. Besonders gut bin ich im Lichtbogenschweißen.“

Daimler: Matthias Heger, Fertigungsmechaniker

„Ich bin sehr stolz auf unser Produkt für die Mercedes-Benz G-Klasse. Wir fertigen in Kassel unter anderem die Achsen für den G63 AMG.“

Schenck Process: Jannik Prikel, Industriekaufmann

„Wir produzieren Maschinen der Wägetechnik. Bei uns in der Maschinenbau-Branche der Mess- und Dosiertechnik geht es vor allem um Genauigkeit und Präzision.“

Mehr zum M+E-Team Frankfurt, den Unternehmen und der Ausbildung: hessenmetall.de

Maja Becker-Mohr
Autorin

Maja Becker-Mohr ist für aktiv in den Unternehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie unterwegs. Die Diplom-Meteorologin entdeckte ihr Herz für Wirtschaftsthemen als Redakteurin bei den VDI-Nachrichten in Düsseldorf, was sich bei ihr als Kommunikationschefin beim Arbeitgeberverband Hessenchemie noch vertiefte. In der Freizeit streift sie am liebsten durch Wald, Feld und Flur.

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