Die Ergebnisse der Umfrage, für die die Verbände Nordmetall und der AGV Nord sowie der Arbeitgeberverband Oldenburg ihre norddeutschen Mitgliedsfirmen befragt haben, sind besorgniserregend. „Der Fachkräftemangel ist mit voller Wucht zurückgekehrt, der Azubi-Schwund ist dramatisch“, so Nordmetall-Präsident Folkmar Ukena. „Zusammen mit coronabedingten Lieferengpässen und stark steigenden Preisen auf dem Weltmarkt hemmt das den Aufschwung nach der Pandemie deutlich.“ Besonders kritisch sei die Lage im Schiff- und Flugzeugbau sowie in Teilen der Auto-Industrie und ihrer Zulieferer, da die Erholung der Metall- und Elektro-Industrie (M+E) hier kaum eine Wirkung entfalte.

81 Prozent der befragten Betriebe leiden nach eigenen Angaben unter stark gestiegenen Materialkosten – eine Verdreifachung gegenüber der vorhergehenden Befragung im Januar. 53 Prozent der Unternehmen belasten gestiegene Energiekosten.

Schiff- und Flugzeugbau weiter massiv betroffen

Die Kapazitätsauslastung aller Betriebe ist seit Januar 2021 um fast 10 Prozent auf 87,2 Prozent gestiegen. Sie liegt damit exakt auf dem Niveau vom Frühjahr 2019, aber noch rund 2,5 Prozent unter dem Wert vom Frühjahr 2018. Immer noch 15 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Geschäftslage als unbefriedigend oder schlecht (Hamburg: 13 Prozent).

Mit Abstand am härtesten trifft es weiterhin den Straßenfahrzeugbau, dessen Betriebe im Norden die Geschäftslage zu 33 Prozent als unbefriedigend oder schlecht bezeichnen, gefolgt von den Herstellern der Luft- und Raumfahrzeug-Industrie (22 Prozent) sowie Werften/Schiffbau und industrienahen Dienstleistungen (20 Prozent).

Bei 61 Prozent der befragten Unternehmen reicht der Auftragsbestand für sechs Monate und mehr (Januar: 49 Prozent), lediglich bei 16 Prozent liegt er unter zwei Monaten (Januar: 36 Prozent).

Clemens von Frentz
Leiter aktiv-Redaktion Nord

Der gebürtige Westfale ist seit über 35 Jahren im Medienbereich tätig. Er studierte Geschichte und Holzwirtschaft und volontierte nach dem Diplom bei der „Hamburger Morgenpost“. Danach arbeitete er unter anderem bei n-tv und „manager magazin online“. Vor dem Wechsel zu aktiv leitete er die Redaktion des Fachmagazins „Druck & Medien“. Wenn er nicht in den fünf norddeutschen Bundesländern unterwegs ist, trainiert er für seinen nächsten Marathon.

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