Augsburg. Für Tamara Muras steht fest: „Ich bin da, wo sich gerade richtig viel für die Zukunft tut.“ Daher war es für die 22-Jährige die richtige Wahl, eine Ausbildung mit verbundenem Studium beim Augsburger Automatisierungsexperten Kuka anzugehen. Ihren Abschluss als Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung hat sie bereits, für den parallelen Hochschulabschluss besucht sie zwei weitere Semester die Technische Hochschule Augsburg.

Bisher hat sie alles mit viel Erfolg gemeistert, die Ausbildung sogar als Bundesbeste abgeschlossen. Woher kommt ihre Motivation? „Die Fachrichtung ist vielfältig, man hat von Tag zu Tag unterschiedliche Anforderungen“, sagt sie. „Es ist einfach ein Zukunftsberuf.“

Auf die Fachrichtung ist sie durch Berufswahl-Tests gestoßen. „Ich habe mehrere gemacht, weil ich nach der Schule nicht wusste, wohin es gehen soll.“ Ergebnis: Bei allen kam was mit Mathe und Informatik heraus. Die Fächer interessierten sie zwar, aber ihr Gymnasium in Bad Mergentheim war eher sozialwissenschaftlich orientiert, über Informatik wusste sie daher nur wenig.

Durch die Ergebnisse der Tests ermutigt, schaute Muras sich den Berufszweig näher an: „Ich fand künstliche Intelligenz faszinierend, die immer populärer wurde, wollte mehr darüber wissen und selber Informatik können.“

So bewarb sie sich bei Kuka. Ausbildung hat bei den Schwaben lange Tradition, derzeit lernen dort 200 junge Menschen in zehn Ausbildungsberufen sowie sieben Verbundstudiengängen einen M+E-Beruf. Muras verbrachte ihr erstes Jahr ausschließlich in der Firma, lernte unterschiedliche Abteilungen kennen. „Ich hatte das Glück, den Start einer Mixed-Reality-Innovationskampagne mitzuerleben“, erzählt sie. Die Inbetriebnahme von Robotern sollte vereinfacht werden. Anhand eines virtuellen Roboters und Mixed-Reality-Brille prüft man, wie der Roboter sich in der späteren Umgebung einfügt. Stößt er an Hindernisse? Stimmt der Bewegungsradius, stört er Mitarbeitende? Der virtuelle Test zeigt dies. „Ich war zwar nur ganz am Anfang dabei“, so Muras, „durfte aber mit der Brille experimentieren. Das war cool.“

Bei der Berufsorientierung hilft der echte Einblick in die Firma durch Praktika oder Schnuppertage

Gerade diese Einblicke in die Praxis, die die Ausbildung ermöglicht, empfindet sie als besonders wertvoll. Denn neben der Theorie aus dem Studium lernt sie so auch die praktische Seite in der Produktion kennen, schaut Technikerinnen und Technikern über die Schulter, versteht mechanische Zusammenhänge.

Auch Kuka hat die Erfahrung gemacht, dass Praxiseinblicke wichtig sind – schon in der Berufsorientierung. Während der Pandemie etwa, als Berufsmessen nur online stattfanden, konnten sich viele die technischen Innovationen gar nicht recht vorstellen, das Interesse an den Ausbildungsgängen war geringer.

In den kommenden Monaten, vor allem während der Semesterferien, wird Tamara Muras noch viele Einblicke in die Firma bekommen. Was nach ihrem Abschluss folgt, hat sie noch nicht entschieden. „Es gibt noch viel Spannendes zu entdecken. Da fällt die Auswahl schwer“, sagt sie. Für die Zukunft jedenfalls fühlt sie sich gut gerüstet.

Alix Sauer
Leiterin aktiv-Redaktion Bayern

Alix Sauer hat als Leiterin der aktiv-Redaktion München ihr Ohr an den Herausforderungen der bayerischen Wirtschaft, insbesondere der Metall- und Elektro-Industrie. Die Politologin und Kommunikationsmanagerin volontierte bei der Zeitungsgruppe Münsterland. Auf Agenturseite unterstützte sie Unternehmenskunden bei Publikationen für Energie-, Technologie- und Mitarbeiterthemen, bevor sie zu aktiv wechselte. Beim Kochen und Gärtnern schöpft sie privat Energie.

 

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