Man wünscht es keinem, aber bei vielen kommt der Zeitpunkt, da müssen sich Kinder um ihre alternden Eltern kümmern. Betreuende Angehörige sollten deshalb früh genug wissen, wie die alten Herrschaften sich die letzte Zeit in ihrem Leben vorstellen. Deshalb sollten wichtige Dokumente gemeinsam formuliert und unterschrieben werden, wenn die Eltern noch geistig fit sind. Wichtig sind dabei die Betreuungs- und die Vorsorgevollmacht sowie die Patientenverfügung. Die Vorsorgevollmacht erlaubt es einer Vertrauensperson, sich um bestimmte Angelegenheiten zu kümmern, sobald man selbst es nicht mehr kann. So darf der Bevollmächtigte etwa in allen Gesundheitsfragen entscheiden. Er könnte zum Beispiel festlegen, wann der Betroffene in ein Heim gebracht wird.

Eindeutige Entscheidung: Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung

Eine Vorsorgevollmacht gibt man in der Regel den Kindern oder dem Partner. „Wer niemanden kennt, dem er so umfassende Rechte einräumen möchte, setzt eine Betreuungsverfügung auf“, sagt Jan Bittler, Fachanwalt für Erbrecht und Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge. Sie dient dem Betreuungsgericht als wichtige Information, um im Notfall schnell den richtigen Betreuer, ehemals „Vormund“, auszuwählen. In der Betreuungsverfügung kann man zum Beispiel auch festlegen, dass sich die Tochter um alles Finanzielle kümmern soll, der Sohn um Gesundheitsfragen. Dadurch gibt man nicht die gesamte Vorsorge in eine Hand. „Man sollte also entweder eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung aufsetzen“, sagt Bittler. „Aber nie beides, weil das zu Konflikten führen kann“.

Patientenverfügung: Der Hausarzt kann bei der Aufstellung beraten

Für diejenigen, die im Notfall nicht durch Maschinen am Leben erhalten werden möchten, ist die Patientenverfügung wichtig. „Mit ihr kann man den Abbruch oder das Unterlassen lebensverlängernder Maßnahmen verlangen“, erklärt Jan Bittler. Dann wird der Betreffende nicht künstlich beatmet, bekommt keine künstliche Flüssigkeits- oder Nahrungszufuhr oder wird im Falle eines Falles nicht wiederbelebt. Die Patientenverfügung ist für Ärzte bindend – allerdings nur, wenn sie sich auf eine konkrete Notfallsituation bezieht. Außerdem dürfen keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Patient seinen Willen geändert hat, seit er die Verfügung verfasst hat. Eine Patientenverfügung sollte darum mit Expertenhilfe, beispielsweise durch einen Arzt, aufgesetzt werden.

Bankvollmacht: Sie sollte über den Tod hinaus Geltung haben

Ganz wichtig ist außerdem eine Vollmacht für die Bank. Denn ohne diese können die Angehörigen beispielsweise keine Rechnungen begleichen. „Sinnvoll ist eine Vollmacht über den Tod hinaus“, sagt Jan Bittler. Denn sonst wird nach dem Tod des Angehörigen erst einmal das Konto eingefroren. „Das ist dann ein Problem, wenn von diesem Geld etwa noch die Beerdigung bezahlt werden müsste“. Ganz wichtig: Jede Bank hat eine eigene Vollmacht. In der Regel müssen der Vollmachtgeber und der Bevollmächtigte dort gemeinsam und persönlich eine Unterschriftenprobe hinterlassen.

Das Testament: Wichtig, wenn man von der gesetzlichen Erbfolge abweichen will

„In dieser Lebensphase kann es auch wichtig sein, ein Testament aufzusetzen oder zu überarbeiten“, sagt Jan Bittler. „Zumindest dann, wenn der Nachlass nach dem Tod nicht dem Partner oder den Kindern vererbt werden soll. Denn sie erben nach dem Gesetz sowieso.“ Schwierig wird es also erst, wenn von der gesetzlichen Erbfolge abgewichen wird, weil möglicherweise die Kinder erst dann erben sollen, wenn beide Elternteile verstorben sind. Dann braucht man ein Testament. Ein neutraler Ort für die Aufbewahrung des Testaments ist das Nachlassgericht am Wohnsitz.

Wenn Eltern schwächeln – Hilfe und Informationen

Weitere Anlaufstellen und Informationsmaterial für Angehörige:

Deutsche Alzheimer-Gesellschaft Die Seite gibt Tipps, wie man mit dementen Angehörigen über ihre Krankheit spricht und wie man sich selbst verhalten kann.

Wegweiser Demenz Hier erfährt man, welche Schritte aus juristischer Sicht wichtig sind und erhält Informationen, wie man mit Dementen am besten umgeht.

• Auf der Seite des Bundesjustizministeriums lassen sich Formulare und Vordrucke für verschiedene Vollmachten und Verfügungen herunterladen.