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Das Phänomen der Verdampfer

Das Geschäft mit E-Zigaretten brummt – doch wie steht es um die Gesundheit?

Eine Million Deutsche tun es mittlerweile: Sie „dampfen“ E-Zigarette, statt Kippen zu rauchen. Das Geschäft mit der E-Zigarette boomt. Lange haben die Tabakkonzerne den Trend nicht ernst genommen. Jetzt steigen sie groß ein.

Neuer Trend: Immer mehr Menschen nutzen die E-Zigarette. Foto: Adobe Stock

Neuer Trend: Immer mehr Menschen nutzen die E-Zigarette. Foto: Adobe Stock

Fläschchen mit Liquid: Es gibt sie in zig Geschmacksrichtungen. Foto: Adobe Stock

Fläschchen mit Liquid: Es gibt sie in zig Geschmacksrichtungen. Foto: Adobe Stock

Berlin. Sie nennen sich „Dampfer“. Und sie werden immer mehr. Diese Raucher ziehen nicht an einer glühenden Kippe, sondern an einer E-Zigarette. Und sie inhalieren eine nikotinhaltige Flüssigkeit, die in dem Gerät verdampft wird. Das halten sie für weniger gefährlich als die Tabakzigarette.

Dem Glimmstengel macht die E-Zigarette zunehmend Konkurrenz. In nur sieben Jahren erhöhte sich der Umsatz damit laut Verband der E-Zigaretten-Händler um das 120-Fache auf voraussichtlich 600 Millionen Euro im letzten Jahr. Das ist noch nicht viel im Vergleich zu den rund 20 Milliarden Euro pro Jahr für Zigaretten. Aber: Seit 2002 hat sich der Absatz der Tabakriesen mit Zigaretten auf 75 Milliarden Stück fast halbiert.

„Da passiert ein großer Umbruch“, sagt der Berliner Marktexperte Dietmar Jazbinsek: „Weg von der Kippe, hin zu einer neuen Form des Nikotinkonsums.“ Steuer- und Preiserhöhungen trieben den Trend an sowie der Wunsch vieler Raucher nach einer weniger schädlichen Alternative.

Eine Million Dampfer gibt es inzwischen hierzulande. In Großbritannien wird die E-Zigarette laut einer Prognose schon 2020 mehr Anhänger haben als die Tabak-Kippe. Eine Innovation verändert den Markt.

Entwickelt hat die E-Zigarette der chinesische Apotheker Hon Lik, der nach dem Krebstod des Vaters eine Alternative zum Rauchen suchte. Noch heute sind die Geräte meist „made in China“, die aromatisierten Flüssigkeiten (Liquids) aus heimischer Produktion. Es gibt sie in verschiedensten Geschmacksrichtungen wie Amarena-Cherry, Cappuccino-Cola oder Zitrone. 200 kleine und mittlere Firmen mischen da mit.

Lange haben die großen Tabakkonzerne wie British American Tobacco, Reemtsma und Philip Morris den Trend nicht ernst genommen. Nun übernehmen sie Konkurrenten und lancieren eigene E-Zigaretten. Philip Morris setzt dabei auf eine Variante, die statt Liquid ein Tabakgranulat erhitzt.

Und was ist mit der Gesundheit? Dampfer inhalieren 90 Prozent weniger schädliche Stoffe als andere Raucher. Sie können durch den Umstieg also ihr Risiko verringern. „Im Dampf aus Tabakgranulat aber sind krebserregende Stoffe drin“, warnt Ute Mons, Expertin beim Deutschen Krebsforschungszentrum. „Die gibt es im Dampf aus Liquids normalerweise nicht. Aber harmlos ist der auch nicht. Manche Substanzen können die Atemwege reizen.“ Und beim Überhitzen können Schadstoffe entstehen.

All das ist auch für Passiv-Dampfer nicht schön. Für verlässliche Aussagen wären Langzeitstudien nötig. Die fehlen derzeit noch.


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Knapp 20 Millionen Deutsche rauchen – besonders im Job. „Dabei klappt das Nein zur Zigarette auch dort“, sagt Anna Peck vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Wir haben die Expertin um Rat für den Rauchstopp gebeten.

Es muss nicht gleich die große Umstellung sein. Um gesünder zu leben, kann man mit kleinen Schritten anfangen – zum Beispiel mit einem Spaziergang. Hier geht es zu weiteren Tipps vom Gesundheitsexperten Ingo Froböse.

Vor allem die Herren der Schöpfung sind Vorsorgemuffel: Nur jeder vierte Mann über 45 geht zur Krebs-Früherkennung. Und das, obwohl viele Vorsorge-Checks sogar kostenlos angeboten werden.

aktualisiert am 05.03.2015

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