Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Wer ein Elektroauto fährt, kann das eingesparte Treibhausgas (THG) zu barem Geld machen – in Form der THG-Prämie.
  • Die THG-Prämie muss jährlich beantragt werden. Dafür braucht es einen Vermittler.
  • Für 2026 gehen Vergleichsportale wie Verivox von mehreren Hundert Euro aus.

So machen Sie eingesparte Treibhausgase zu Geld

Wer ein Elektroauto fährt, erzeugt weniger Treibhausgas als die Fahrerinnen und Fahrer von Verbrennern. Diese CO2-Ersparnis kann privaten E-Auto-Fahrern jedes Jahr Geld bringen, indem sie einen Beleg der Ersparnis an Mineralölunternehmen verkaufen.

Denn die Konzerne können ihre gesetzlich vorgeschriebene Treibhausgasminderungsquote auch erfüllen, indem sie die nötigen Einsparungen in Form von Zertifikaten kaufen. Als Gegenleistung erhält der private Verkäufer die Treibhausgas-Prämie, kurz THG-Prämie. 

Warum es gute Gründe gibt, dass die THG-Prämie künftig weiter steigt

Die Prämie für 2026 kann laut Vergleichsportalen wie Verivox zwischen 200 und 330 Euro liegen. Verglichen mit den vorigen zwei Jahren ist das eine starke Erhöhung.

Unternehmen dürfen immer weniger Treibhausgase ausstoßen

Das liegt auch daran, dass die Minderungsverpflichtung für die Firmen wieder steigt (siehe Infografik) – und mit ihr voraussichtlich die Nachfrage nach den Zertifikaten.

  • Für 2026 liegt die Minderungsverpflichtung bei 12,1 Prozent. Das heißt: Mineralölunternehmen müssen die Treibhausgas-Emissionen ihrer Kraftstoffe um 12,1 Prozent senken – im Vergleich dazu, was dieselbe Energiemenge als rein fossiler Kraftstoff an Emissionen verursachen würde.
  • Bis 2030 soll diese Minderungsverpflichtung auf 25,1 Prozent steigen.
  • Danach ist bis 2040 eine deutliche Anhebung auf über 50 Prozent geplant. Die dafür notwendige gesetzliche Regelung befindet sich derzeit noch im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren. Sie ist somit noch nicht geltendes Recht.

Nützliches Wissen

Der Weg zur THG-Prämie führt über einen Vermittler

Wer sich das Geld sichern will, braucht einen Vermittler. Einen Überblick geben Vergleichsportale wie Verivox. Seriöse Anbieter lassen sich beim Bundesverband THG-Quote finden. 

So beantragen E-Auto-Fahrer ihr Zertifikat und die THG-Prämie

Dem gewählten Dienstleister muss man Daten wie Anschrift und Bankverbindung sowie ein Foto des Fahrzeugscheins übermitteln. Das funktioniert online. So geht es Schritt für Schritt:

  • Bis spätestens zum 31. Oktober sollten E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer die THG-Prämie beim Vermittler beantragen.
  • Dieser schickt die Fahrzeugdaten zur Prüfung ans Umweltbundesamt.
  • Dort wird ein THG-Zertifikat erstellt und an den Vermittler gesendet, der es dann zum Verkauf anbietet. 

Auf die Höhe der Provision achten!

Für die THG-Prämie gibt es verschiedene Modelle:

  • Bei fixen Prämien erhält man einen vorher vereinbarten Betrag (unabhängig vom späteren Verkaufspreis).
  • Bei einer Flexprämie hängt der Betrag davon ab, wie teuer der Händler das Zertifikat verkaufen kann: 80 bis 85 Prozent erhält der Kunde, der Rest ist Provision.
  • Es gibt auch Mischmodelle.

Achtung: Etwas Geduld braucht man immer. Bis zur Auszahlung kann es Wochen dauern. Dafür ist die Prämie, die man für ein privat genutztes E-Fahrzeug erhält, steuerfrei.

E-Auto-Förderung: 1.500 bis 6.000 Euro Zuschuss

Die neue staatliche E-Auto-Förderung gilt rückwirkend seit Jahresanfang 2026. Beantragen kann man sie ab Mai: Wer durchschnittlich verdient und sich ein neues Elektroauto kauft, kann 1.500 bis 6.000 Euro Zuschuss vom Staat bekommen. Die genaue Höhe hängt ab

  • vom Haushaltseinkommen,
  • von der Zahl der Kinder, die im Haushalt leben und
  • vom Antrieb: Auch bestimmte Plug-in-Hybride und Autos mit Range-Extender werden bezuschusst.

Die Details erklärt zum Beispiel der ADAC mit übersichtlichen Tabellen. Der Staat fördert auch das private Leasing eines elektrisch angetriebenen Neuwagens. Und stets gilt eine Mindesthaltedauer von 36 Monaten ab der Erstzulassung.

Anja van Marwick-Ebner
aktiv-Redakteurin

Anja van Marwick-Ebner ist die aktiv-Expertin für die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie. Sie berichtet vor allem aus deren Betrieben sowie über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Nach der Ausbildung zur Steuerfachgehilfin studierte sie VWL und volontierte unter anderem bei der „Deutschen Handwerks Zeitung“. Den Weg von ihrem Wohnort Leverkusen zur aktiv-Redaktion in Köln reitet sie am liebsten auf ihrem Steckenpferd: einem E-Bike.

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