Die wichtigste Nachricht vorab: Junge Leute sind erfreulich optimistisch, wenn es um ihre eigene Zukunft geht. Aber die Verunsicherung wächst – letztlich kein Wunder in diesen Krisenzeiten. In Sachen Rente wiederum sind viele erstaunlich abgeklärt. Das hat eine Online-Umfrage mit 2.500 Teilnehmern zwischen 17 und 27 Jahren gezeigt. Die repräsentative Studie für das Versorgungswerk MetallRente wurde bereits zum fünften Mal vom Sozialforschungsinstitut Kantar Public durchgeführt.

Zusätzliches Sparen fürs Alter ist nötig

Ein zentrales Thema der Befragung ist das Thema Altersvorsorge. Und hier drückt der Schuh: Die Heranwachsenden sind mit überwältigender Mehrheit der Ansicht, dass ihre gesetzliche Rente im Alter nicht reichen wird. 90 Prozent der Befragten wissen: Sie müssen privat vorsorgen, um später nicht arm zu sein. Gleichzeitig erwarten fast genauso viele junge Leute rentenpolitisches Handeln. Die 17- bis 27-Jährigen sind zu 88 Prozent der Meinung, dass es eine gute Rente geben kann, wenn die Politik es wirklich will. Die Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen 2022“ zeigt außerdem auf, dass 37 Prozent der jungen Leute regelmäßig Geld für die Altersvorsorge zurücklegen. Relativ wenig, wenn man bedenkt, dass das Bewusstsein der Notwendigkeit zusätzlicher Vorsorge grundsätzlich in den Köpfen angekommen ist.

Aktien liegen im Trend

Das Sparverhalten der jungen Erwachsenen hat sich in den vergangenen Jahren geändert: Voll im Trend liegen jetzt Aktien und Fonds. Die Hälfte aller, die überhaupt schon fürs Alter sparen, legt ihr Geld in Wertpapieren an, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zur letzten Umfrage 2019. Auffällig: Über 60 Prozent der jungen Männer investieren in Aktien, aber nur 34 Prozent der Frauen tun es ihnen gleich. Bei der Geldanlage spielt zudem Nachhaltigkeit eine große Rolle. Dass eine Kapitalanlage auch soziale oder ökologische Kriterien berücksichtigen sollte, unterschreiben mehr als die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer.

Betriebliche Altersvorsorge wird wenig genutzt

Nur ein gutes Drittel der jungen Erwachsenen, die Geld fürs Alter zurücklegen, tut das schon über die betriebliche Altersversorgung, kurz BAV. Wobei das Vertrauen in die Betriebsrente grundsätzlich vorhanden ist: Diese Sparform landet in der Studie in Sachen Vertrauenswürdigkeit mit 49 Prozent auf dem zweiten Platz – hinter der gesetzlichen Rente (58 Prozent), aber noch vor privaten Lebensversicherungen (46 Prozent). Ein Grund für die noch relativ geringe Nutzung der BAV ist laut MetallRente häufig einfach: Unwissenheit. Junge Sparer wissen zum Beispiel oft gar nicht, dass sie auch einen Pensionsfonds für die Geldanlage wählen können. Unternehmen sollten also idealerweise auf ihre jungen Beschäftigten zugehen und über die verschiedenen Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge aufklären. Weitere Ergebnisse der Studie gibt es unter: jugendstudie.info