Deizisau. „Wenn eine Maschine in der Produktion stillsteht, bedeutet das riesige Verluste. Auch, wenn es sich nur um Minuten handelt.“ So sagt es Kim Martin. Er ist Produktionsingenieur beim Maschinenbauer INDEX und weiß: In der industriellen Fertigung geht es auch um Stückzahloptimierung – darum, möglichst viele Teile in möglichst kurzer Zeit herzustellen. Stillstände sind also auf ein Minimum zu reduzieren.

„Deshalb haben wir die App ‚iXmobile‘ entwickelt“, berichtet Martin beim Besuch von aktiv am INDEX-Standort Deizisau. Steht eine Maschine plötzlich still (aus welchen Gründen auch immer), bekommt der Maschinenbediener eine Nachricht aufs Handy.

Video: Produktionsingenieur Kim Martin über die iX mobile App

Die App meldet Maschinenzustände in Echtzeit

So ist der Mitarbeiter immer in Echtzeit über die Maschinenzustände im Bilde – egal, wo er gerade im Werk unterwegs ist. Schließlich überwacht ein Bediener heutzutage mehrere Maschinen, kann aber nicht an allen gleichzeitig sein. Und er holt ja auch mal Material oder richtet ein Werkzeug ein. Störungen bekommt er nun dennoch sofort mit und kann viel schneller darauf reagieren. Die App liefert auch gleich Infos darüber, wo die Ursache liegt. Diese Infos zieht sie aus der digitalen Plattform „iXWorld“, auf der alle Maschinendaten zusammenlaufen.

Diese Plattform hat INDEX vor rund zwei Jahren aufgesetzt. Mit der App führt der Mittelständler seine Digitalisierungsstrategie nun fort. „Für unsere Kunden ist das ein enormer Mehrwert“, sagt Martin.

Digitalisierung hilft bei der täglichen Arbeit, vernichtet aber keine Jobs

Aber INDEX setzt die App auch selbst ein: nämlich dann, wenn eine Maschine für die Kundenvorabnahme vor der Auslieferung im Testlauf ist. Dann läuft sie 48 Stunden lang durch. „So lange kann niemand neben der Maschine stehen, um sie ständig im Auge zu behalten“, erklärt Martin. Das ist aber auch nicht nötig, denn die App meldet zum Beispiel, wenn der Warmlauf beendet und die Maschine startklar für den Produktionszyklus ist.

Die App sei so intuitiv, dass man dafür nicht extra geschult werden müsse, sagt Martin begeistert. „So macht Digitalisierung Spaß! Sie hilft dem Werker, nimmt aber niemandem den Job weg.“ Und Martin Joos, Leiter Digitalisierung, ergänzt: „Uns war es wichtig, eine Anwendung zu finden, die dem Personal an der Maschine eine konkrete Erleichterung bringt.“