Appell von Gewerkschaftsbund und Arbeitgebern: Stellt die Signale auf Grün!

Deutschland braucht mehr ausländische Fachkräfte


Berlin. Sozialtourismus, Armutszuwanderung – keine freundlichen Begriffe, die da zuletzt die Ausländerdebatte prägten. In einem gemeinsamen Appell haben Gewerkschaften und Arbeitgeber jetzt zu mehr Sachlichkeit aufgerufen. Ihre Sorge: Die hitzige Diskussion könnte dringend benötigte ausländische Fachkräfte abschrecken.

„Zuwanderer vergrößern die Einnahmen der Rentenkassen“

„Mit der übertriebenen Befürchtung über massenhafte Zuwanderung in die Sozialsysteme verpassen wir die Chance, gut qualifizierten Fachkräften zu signalisieren, dass sie in Deutschland willkommen sind“, heißt es in dem Aufruf von Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer und DGB-Chef Michael Sommer.

Flankiert wird die Forderung nach mehr Willkommenskultur von einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Deren Ergebnis: Zuwanderer sind häufig jung und gut qualifiziert. So verfügte zuletzt knapp jeder dritte Neuankömmling über einen akademischen Abschluss. In der Gesamtbevölkerung haben den nur 19 Prozent. Unterm Strich würden die öffentlichen Kassen durch Zuwanderung nicht geplündert, sondern sogar entlastet: „Die Einnahmen der Rentenversicherung werden vergrößert, Kranken- und Pflegeversicherung stabilisiert“, so die Studie.

Bundesweit registrierten die Meldeämter im vergangenen Jahr eine Nettozuwanderung von etwa 400.000 Personen – so viel wie seit 20 Jahren nicht mehr. Und immerhin 12.000 Fachkräfte leben inzwischen dank der Mitte 2012 eingeführten Blue Card im Land. Die Karte soll besonders gesuchten Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten die Einwanderung erleichtern.

Doch auch das reicht wohl nicht, um die Fachkräftelücke zu schließen. Im Jahr 2030 werden etwa 1 Million Fachkräfte fehlen, selbst bei unverändert hoher Zuwanderung.

Anschaulich nachvollziehen können Sie die Entwicklung mit dem interaktiven Demografie-Tool.

Was denken Sie über dieses Thema?
Schreiben Sie uns!

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang