Jetzt beginnt sie wieder: die Urlaubszeit. Im Folgenden bekommen Sie zehn Expertentipps, wie die schönsten Wochen des Jahres so entspannt und erholsam wie möglich ablaufen:

1. Wünsche vorher besprechen

Wohin es geht, steht oft schnell fest. Nur was man vor Ort machen möchte – da gibt es unterschiedliche Wünsche. Die sollte man vorab mit dem Partner oder der Familie klären. Schließlich soll jeder im Urlaub auf seine Kosten kommen. Dabei muss man nicht immer alles zusammen machen. Besonders im Urlaub braucht jeder Zeit für sich. Anette Wahl-Wachendorf, Leiterin des Arbeitsmedizinischen und Sicherheitstechnischen Dienstes der Berufsgenossenschaft Bau Tipp empfiehlt: „Je klarer die eigenen Wünsche geäußert werden, desto geringer ist die Gefahr von Konflikten im Urlaub. So verläuft die Reise harmonischer.“

2. Abwesenheit organisieren

Der nahende Urlaub ist die Gelegenheit, angesammelte Altlasten vom Schreibtisch oder aus dem Spint zu entsorgen. Dazu gehört auch, das E-Mail-Fach zu entrümpeln und den Abwesenheitsassistenten zu aktivieren. „Unerledigte Aufgaben können auch im Urlaub im Kopf hängen bleiben. Das schmälert den Erholungseffekt“, mahnt Wahl-Wachendorf. Um den Kopf frei zu haben, rät sie dazu, eine To-do-Liste zu erstellen, die man gemeinsam mit Kollegen bei einer Übergabe bespricht. Tipp von der Expertin: „Die Übergabe nicht auf den letzten Drücker machen, aber zeitnah zum Urlaubsbeginn.“

3. Für die Zeit nach dem Urlaub planen

Man mag nicht dran denken. Aber nach jedem Urlaub wartet wieder die Arbeit. Damit einem zukünftige Aufgaben während des Urlaubs nicht ständig durchs Hirn spuken, sollte man für die ersten Arbeitstage schon mal planen, was es zu tun gibt. Eventuell kann man schon Termine festzurren oder Aufgaben anleiern. Wahl-Wachendorf: „Blocken Sie sich am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub bewusst Zeit, um wieder reinzukommen und sich zu organisieren.“

4. Einen Gang zurückschalten

Morgens noch arbeiten, abends schon im Flieger: „Das kann funktionieren. Für Menschen, die schnell abschalten, beginnt der Urlaub direkt“, so Wahl-Wachendorf. Wer allerdings noch viel zu organisieren hat, packen oder die Reise-Apotheke noch auffüllen muss, sollte sich mehr Zeit nehmen. Um die Vorbereitungen zu entzerren, lohnt sich eine Check-Liste, die man in den Tagen vor dem Urlaubsstart Punkt für Punkt abarbeitet.

5. Notfall-Nummer angeben

„Der Urlaub dient der Erholung. Da muss man nicht erreichbar sein“, sagt Arbeitsmedizinerin Wahl-Wachendorf. Wer trotzdem erreichbar für den Chef sein will, sollte die Bedingungen vorher klären. Ein vereinbartes Zeitfenster, während dessen das Handy auf Empfang steht, ist ein guter Kompromiss – für Chef und Familie. Als Alternative geht auch eine Festnetznummer am Urlaubsort. Für viele ist das eine Hürde, sodass sie nur bei wirklich wichtigen Anliegen anrufen.

6. Gewohnheiten durchbrechen

Wer aus reiner Gewohnheit selbst im Urlaub nicht vom Handy lassen kann, sollte versuchen, diese Routine zu durchbrechen. Also Handy abschalten und zum Beispiel zu einem Buch greifen. Generell gilt: „Erspüren Sie, was Ihnen gut tut“, rät Wahl-Wachendorf. Das seien meistens schlichte und einfache Dinge, mit denen man sich selbst entschleunigt. Ein Spaziergang, bei dem man sich auf Naturgeräusche konzentriert, abends am Meer sitzen: „Gerade so etwas kann helfen, um aus dem Alltagstrott herauszutreten“, so die Expertin.

7. Kontrastprogramm zum Alltag schaffen

Jeder holt sich im Urlaub das zurück, was im Alltag zu kurz gekommen ist. Wer einen stressigen Job hat, darf ruhig mal am Pool oder am Strand relaxen. Bei einer eintönigen Arbeit bringt Abwechslung die dringend benötigte Erholung. „Menschen, die überwiegend an Maschinen arbeiten, sollten vor allem die Natur genießen und Kontakte pflegen“, rät Professor Michael Stark, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Hamburg. Wer schlecht abschalten kann, sollte im Urlaub aktiv bleiben und zum Beispiel eine Klettertour unternehmen: „Dann konzentriert man sich auf das Jetzt und schafft so eine Brücke zur Erholung“, ergänzt Ärztin Wahl-Wachendorf. Bei allem gilt: Auf die Mischung kommt es an. Bloß kein Freizeitstress von morgens bis abends.

8. Urlaubslänge ist abhängig vom Typ

Ob nun Kurzurlaub oder mehrwöchiger Reisetripp – eine optimale Urlaubslänge gibt es nicht. Wann die Erholung beginnt, hängt vom Einzelnen ab. „Selbst ein Kurzurlaub kann sehr erholsam sein, weil auch er einen Reizwechsel auslöst und man sich so aus dem Alltagstrott löst“, erklärt Wahl-Wachendorf. Fest steht: Jeder Arbeitnehmer hat laut Gesetz pro Jahr einen Anspruch auf zwei Wochen zusammenhängenden Urlaub.

9. Sich selbst mal auf die Schulter klopfen

War die letzte Zeit im Job eher frustrierend, kann auch ein kleines Erfolgserlebnis für die richtige Erholung sorgen. „Überhaupt sollte man sich gelegentlich selbst belohnen. Der Urlaub ist da eine gute Gelegenheit“, so Wahl-Wachendorf. Zum Beispiel, indem man etwas Neues lernt. Dafür bieten sich beispielsweise Sportkurse vor Ort an wie Tauchen, Reiten oder Skaten.

10. Erholung in den Alltag retten

Die freie Zeit im Urlaub bringt oft neue Ideen für Ausflüge und zukünftige Urlaubsziele. Damit lässt sich etwa am letzten Urlaubstag eine Liste mit schönen Terminen und Ausflügen erstellen, die man bis zur nächsten großen Auszeit verwirklichen kann. „Oder Sie nehmen ihr liebstes Urlaubsfoto mit zur Arbeit“, rät Betriebsärztin Wahl-Wachendorf. Ein kurzer Blick könne positive Urlaubserinnerungen auslösen und für Entspannung sorgen. Mit diesen Bildern im Kopf lässt sich dann mit neuer Kraft an die Arbeit gehen.