Düsseldorf. Eine neue Wohnung, einen Kredit, einen Handyvertrag, eine Finanzierung teurer Anschaffungen – ohne positive Schufa-Abfrage bekommt man solche Verträge oft nicht. Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist aber keine staatliche Einrichtung, sondern ein privates Unternehmen, das bestimmte finanzielle Daten von Privatpersonen sammelt und auswertet. „Der Verbraucher hat darauf keinen Einfluss, da die Daten direkt von Banken, Sparkassen, Online-Händlern, Handyanbietern und ähnlichen Unternehmen an die Schufa gemeldet werden“, erläutert Birgit Vorberg, Kreditexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Der Score-Wert entscheidet über Kreditwürdigkeit

Gespeichert werden aber keine aktuellen Kontostände oder Rechnungsdetails. Die Daten sind allgemeiner Natur, beispielsweise, welche Bankkonten man hat, ob man einen Kredit ordnungsgemäß zurückgezahlt oder umgekehrt Rechnungen nicht pünktlich beglichen hat. Aus allen diesen Daten ermittelt die Schufa einen sogenannten Score-Wert, mit dem die Kreditwürdigkeit (Bonität) des Verbrauchers bewertet wird. „Wie genau die Schufa die Bonität ermittelt, ist sehr intransparent, weil dies als Betriebsgeheimnis betrachtet wird“, moniert Verbraucherschützerin Vorberg.

Verbraucher haben also praktisch kaum Einfluss auf ihren Score-Wert. Klar ist aber, dass das individuelle Zahlungsverhalten eine große Rolle spielt. Wer immer alles pünktlich bezahlt, verbessert seinen Score-Wert. Wer dagegen öfter Rechnungen und Kreditraten mal zu spät bezahlt, vielleicht sogar in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist oder gerade ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchläuft, verschlechtert seinen Score-Wert und damit seine Kreditwürdigkeit.

Gute oder schlechte Schufa?

Viele Verbraucher wissen gar nicht so genau, welchen Einfluss die Schufa-Eintragungen in ihrem Alltag haben. „Oft laufen die Bonitätsprüfungen im Hintergrund, und der Verbraucher merkt dies gar nicht“, sagt Birgit Vorberg. Ist die Bonität negativ, wird der Verbraucher nämlich keineswegs darüber informiert. Vielmehr bekommt man dann beispielsweise bestimmte Angebote bei Handyverträgen gar nicht erst angeboten oder darf beim Online-Shopping nicht auf Rechnung bezahlen.

Oft fällt der negative Schufa-Eintrag erst auf, wenn man einen beantragten Kredit nicht erhält. „Das kann auch Verbraucher treffen, die ihre Rechnungen ordnungsgemäß bezahlen“, so die Verbraucherschützerin. Erfahrungsgemäß sind dann nämlich meist die bei der Schufa hinterlegten Daten nicht (mehr) korrekt, sodass die Bonität fälschlicherweise viel zu schlecht bewertet wurde.

Schufa-Eintrag einsehen

„Ich empfehle deshalb, regelmäßig zu kontrollieren, ob die bei der Schufa gespeicherten Daten tatsächlich richtig sind“, sagt Birgit Vorberg. Vor allem wenn eine Wohnungssuche, ein Immobilienkredit oder eine Finanzierung größerer Anschaffungen geplant ist, sollte man die Schufa-Daten einige Zeit vorher checken, damit man eventuelle Fehler noch rechtzeitig korrigieren kann.

Grundsätzlich gilt: Solange die jeweiligen Kredite und Ähnliches laufen, darf die Schufa die entsprechenden Informationen auch speichern. Ist die Angelegenheit erledigt, müssen die Daten spätestens nach drei Jahren gelöscht werden, in bestimmten Fällen ist auch eine vorzeitige Löschung möglich. Zum Beispiel: Gelöscht werden kann ein Schufa-Eintrag, wenn ein Unternehmen (wie etwa ein Versandhändler) falsche Informationen übermittelt hat. Bestes Beispiel dafür ist, dass ein Schufa-Eintrag wegen einer offenen Forderung erfolgt, die bereits beglichen wurde. Angesichts der schieren Masse von Informationen kann es nämlich schon mal vorkommen, dass sich Fehler einschleichen – manchmal sind offene Rechnungen eingetragen, obwohl schon lange alles bezahlt ist, manchmal wurden längst abbezahlte Kredite oder schon vor Ewigkeiten gekündigte Handyverträge nicht gelöscht. Gelegentlich gibt es aber auch Verwechslungen, sodass man die Schulden von anderen Personen gleichen Namens in der eigenen Schufa-Akte findet, oder man wurde gar Opfer eines Identitätsdiebstahls.

Selbstverständlich muss man diese Fehler nicht hinnehmen. „Verbraucher haben einen Anspruch darauf, dass die über sie gespeicherten Informationen sachlich korrekt sind“, erläutert Verbraucherschützerin Vorberg. Dazu muss man aber natürlich erst einmal wissen, was die Schufa über einen speichert. Am einfachsten findet man das heraus, indem man im Internet auf meineSchufa.de eine kostenlose Schufa-Datenkopie anfordert. Achtung! Die kostenlose Datenkopie ist nicht dasselbe wie eine Schufa-Bonitätsauskunft, die kostenpflichtig ist!

Fehler korrigieren lassen

„Sind die Daten fehlerhaft, muss die Schufa sie korrigieren“, beruhigt die Expertin. Dazu sollte man der Schufa ein formloses Schreiben schicken, in dem man die Fehler beanstandet und dabei möglichst auch entsprechende Kopien von Belegen (keine Originale) beifügt. Außerdem empfiehlt die Verbraucherschützerin, auch direkt bei dem jeweiligen Gläubigerunternehmen nachzuhaken und dort eine Löschung der Daten zu fordern.