Bochum. Der Stundenlohn ist oft niedrig – aber nur auf den ersten Blick: Weil vom Entgelt für einen Mini-Job weder Steuern noch Sozialabgaben abgezogen werden, ergibt sich unter dem Strich ein attraktives Zubrot. Zum Beispiel für Teilzeitkräfte.

So sehen es jedenfalls rund 2,7 Millionen Menschen, die einen Nebenverdienst über eine „geringfügige Beschäftigung“ einstreichen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten.

Erstens der kurzfristige Einsatz, etwa als Aushilfe im Weihnachtsgeschäft. „Da darf man insgesamt nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage pro Jahr arbeiten und dabei maximal 5.400 Euro verdienen“, sagt Wolfgang Buschfort von der Minijob-Zentrale in Bochum.

Zweitens der klassische „450-EuroJob“. Hier darf man keinen Cent mehr als 450 Euro pro Monat verdienen – ansonsten wird die Nebentätigkeit abgabenpflichtig. Also Achtung, wenn der Arbeitgeber Urlaubsgeld zahlt: „Sonderzahlungen werden umgerechnet, erhöhen also das monatliche Einkommen“, warnt Buschfort.

Ebenfalls wichtig: „Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte dürfen neben ihrem Hauptarbeitsverhältnis nur einen einzigen Mini-Job haben – auch wenn der weniger als 450 Euro bringt.“ Und der hauptsächliche Arbeitgeber muss vorab gefragt werden.

In die Rentenversicherung kann man einzahlen – man muss aber nicht

Über einen Punkt muss man sich anfangs Gedanken machen – die Rentenversicherung. Tut man nichts, zahlt man in die Rentenkasse ein, wenn auch nur 3,7 Prozent vom Entgelt. „Auf Antrag kann sich der Mini-Jobber aber zu Beginn der Tätigkeit von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen“, erklärt Buschfort. Dazu genügt ein formloses Schreiben an den Arbeitgeber. Sinnvoll kann die Einzahlung in die Rentenversicherung für Mini-Jobber sein, die keinen anderen sozialversicherungspflichtigen Hauptjob haben: Jeder Beitragsmonat gilt als vollwertige Versicherungszeit, das bringt diverse Vorteile mit sich.

„Grundsätzlich ist ein Mini-Job ein ganz normales Arbeitsverhältnis mit den üblichen Rechten und Pflichten“, so Buschfort. Als Untergrenze gilt also der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde. Man hat Anspruch auf Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, ist in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert und genießt Kündigungsschutz.

Zudem müssen geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer genauso behandelt werden wie andere Beschäftigte: Zahlt die Firma beispielsweise Weihnachtsgeld, steht diese Sonderzahlung auch dem Mini-Jobber zu. Weitere Informationen enthält eine offizielle Broschüre, über minijob-zentrale.de geht’s zum Download.