Bonn.Beim Spritpreis geht es mal rauf, mal runter. „Es gibt sich täglich wiederholende Preiszyklen“, sagt der Präsident des Bundeskartellamts in Bonn, Andreas Mundt. Das zeigen Preisdaten, die 14.750 Tankstellen regelmäßig an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe melden, die der Behörde angegliedert ist. Ergebnis: „Zum Teil zeigen sich Unterschiede von mehr als 20 Cent im Lauf eines Tages an verschiedenen Tankstellen“, so Mundt.

Damit Autofahrer gerade zu den teuren Zeiten nicht zum Zapfhahn greifen, füttern die Wett-bewerbshüter über 50 Benzinpreis-Apps in Echtzeit mit aktuellen Preisdaten. Über eine Million Autofahrer halten sich laut Bundeswirtschaftsministerium so auf dem Laufenden.

Tankstellenbetreiber unterbieten sich im Lauf des Tages

Und nicht nur das. Mit den Daten konnten die beiden Wissenschaftler Sascha Wilhelm und und Steffen Eibelshäuser von der Goethe-Universität in Frankfurt vor Kurzem ein eindeutiges Muster beim täglichen Auf und Ab an der Zapfsäule ausmachen. 

Ihre Annahme: Tankstellenbetreiber unterbieten sich im Lauf des Tages immer weiter, bis sich der Spritpreis dem Einkaufspreis nähert. „Dann geht ein Anbieter mit dem Preis hoch, weil er weiß, dass seine Konkurrenten ihm folgen“, so Wilhelm. 

Die Daten der Markttransparenzstelle bestätigen die Vermutung der beiden Forscher: Vorm morgendlichen Hoch fallen zunächst die Preise. Gegen Mittag steigen sie wieder an und sinken dann erneut bis 17  Uhr. Nach einer weiteren Steigerung gehen sie bis 20  Uhr zurück, um dann wieder nach oben zu klettern.