Iserlohn. Lisa-Marie Schuller steht kurz vor der Abschlussprüfung in ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau. Da ist man gut ausgelastet. Eigentlich. Doch da geht noch was für die junge Iserlohnerin. Schon im ersten Jahr meldete sie sich fürs Zusatzstudium an. „Lobbe finanziert das ab dem zweiten Lehrjahr. So früh wie sie hat sich noch kein Azubi bei mir dafür gemeldet“, meint Stefanie Serafini, Leiterin Ausbildungsmanagement des Entsorgungsunternehmens, beeindruckt.

„Ich wollte immer schon studieren“, sagt Schuller. Also sitzt sie jetzt zweimal in der Woche abends und an den Samstagen am Berufskolleg in Iserlohn und studiert – in Kooperation mit der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld – Betriebswirtschaft auf den Bachelor. „Das ist für mich der beste Weg.“ Und es ist ja auch noch Zeit über. Zum Beispiel für das ehrenamtliche Mentoring-Projekt „Balu und du“ der Stadt.

Ehrenamtlich in der Freizeit engagiert

Einmal in der Woche trifft die junge Frau einen kleinen Jungen aus Syrien. „Wir verbringen Zeit miteinander, damit er die Sprache besser lernt. Wir gehen auf den Spielplatz, besuchen den Zoo, machen eine Fahrradtour, backen Muffins“, erzählt sie: „Das klappt gut, und es ist toll, die Fortschritte zu sehen, auch bei den Eltern.“

Als Serafini den Azubis das Projekt vorstellte, hat Schuller sich sofort gemeldet. Sie genießt die neue Erfahrung – von der sie auch in der Ausbildung profitiert. Ursprünglich wollte die 21-Jährige etwas mit Finanzen oder Verwaltung machen: „Mathe und Rechnungswesen waren immer meine Stärke.“ Bei Lobbe bewarb sie sich dann als Industriekauffrau.

„Hier wechseln wir von Abteilung zu Abteilung. Man hat eine breite Vielfalt.“ Einkauf, Vertrieb, Personal, Disposition, Stoffstrom und Kanaltechnik – mit sehr unterschiedlichen Inhalten und Aufgaben haben die angehenden Industriekaufleute zu tun. Sie planen unter anderem Abfuhr-Touren und Container-Abholungen, beschäftigen sich mit Recycling und der Verarbeitung von Kunststoffen oder Biomasse und haben viel mit Mitarbeitern zu tun.

Vorliebe für Personal statt Finanzen entdeckt

„Man lernt in der Ausbildung andere Seiten von sich kennen“, hat Schuller festgestellt. Und so möchte sie gar nicht mehr so viel mit Zahlen, sondern viel lieber mit Menschen umgehen. „Die Personalabteilung hat mir am besten gefallen.“ Bei Bewerbungsgesprächen ist sie dabei gewesen. „Der Perspektivwechsel war interessant, weil ich ja erst vor Kurzem selbst da gesessen habe“, berichtet sie. Ein Praktikum hat sie selbstständig geplant, war für den Praktikanten jederzeit erreichbar. Bei einem gemeinsamen Projekt von Lobbe und der Verkehrswacht hat sie Kindern sicheres Verhalten im Straßenverkehr nahegebracht. „Wir waren jeden Tag in einer anderen Schule, das hat viel Spaß gemacht“, erzählt sie.

„Hier kann man in der Ausbildung schnell selbstständig arbeiten“, berichtet sie über den Alltag der rund 70 Azubis bei Lobbe. Der startet mit gemeinsamen Einführungstagen, später gehören regelmäßige Treffen und Ausflüge dazu. Und auch ein Blog fehlt nicht, in dem die Azubis sich und ihre Berufswelt vorstellen. Schuller gehört zum Redaktionsteam. Sich engagieren für Dinge, die ihr Spaß machen und die ihr wichtig sind – dafür ist immer Zeit.