Bunte Schachteln, wohin man sieht, in allen erdenklichen Formen, Farben und Größen. Knallbunt bedruckt, in trendigen Erdtönen oder auch glitzernd und glänzend: Wer kleine Waren edel präsentieren will, kommt an Walter Verpackungen wohl kaum vorbei. „Im deutschsprachigen Raum zählen wir zu den führenden Anbietern exklusiver Geschenk- und Süßwarenverpackungen, auch in kleinen Auflagen“, sagt Firmenchef Roland Walter beim aktiv-Besuch. Das über 100 Jahre alte Familienunternehmen produziert mittlerweile an zwei Standorten in Offenbach.

Um das Geschäft weiterzuentwickeln, lässt Walter sich regelmäßig Neues einfallen. So öffnete er etwa den B2B-Online-Shop auch für private Kunden und testet parallel weitere Shops. „Dank der TV-Shows und dem Austausch auf Social Media gibt es mehr Hobby-Bäcker, die schöne Schachteln für ihre Plätzchen und Pralinen kaufen.“

Die Übernahme eines anderen Unternehmens hat gut funktioniert

Auch spontane Neuerungen bewähren sich: Als sich mal eine Diplom-Designerin bewarb, obwohl gar keine Stelle ausgeschrieben war, stellte Walter sie trotzdem ein. „Mir war schnell klar, dass wir so jemanden brauchen können, weil viele Kunden zunehmend das Besondere suchen – auf ihre Vorstellungen angepasste, individuelle Verpackungen.“

Inzwischen entwirft die Designerin auch Motive und Muster für das Papier, das die Schachteln umhüllt und das hier auf eigenen Maschinen weiterverarbeitet wird. „Da wir Blankobögen in allen erdenklichen Farben auf Lager haben, können wir so noch schneller auf Trends reagieren oder auch mal Engpässe bei Lieferanten umgehen“, erklärt der Unternehmer. Der sich übrigens auch in vielen Ehrenämtern engagiert – nicht zuletzt im Arbeitgeberverband der Branche.

Um das zuvor auf Kleinmengen spezialisierte Angebot zu vergrößern, übernahm der Mittelständler 2018 einen anderen Verpackungshersteller mit sämtlichen Mitarbeitern (in der Eigentümerfamilie hatte sich kein Nachfolger für die Unternehmensführung gefunden). „Es ist ein technikgetriebener Betrieb mit vielen vollautomatisch arbeitenden Maschinen. Damit können wir jetzt vom Einzelteil bis zu Auflagen von mehreren Hunderttausend Stück alles herstellen.“

Corona ließ den Umsatz im Bereich Süßwaren einbrechen

Der Zusammenschluss der beiden Betriebe mit nun insgesamt knapp 50 Beschäftigten erwies sich als gute Entscheidung, auch im Laufe der Pandemie. Durch den Lockdown 2020 musste Walter einen brutalen Umsatzeinbruch verkraften, weil viele Süßwarenkunden über Nacht für einige Wochen zusperren mussten. Aufträge von Industriekunden fingen das nur zum Teil auf. Dennoch verzichtete Walter damals auf Kurzarbeit – und nutzte die Gelegenheit für die Neustrukturierung der beiden Betriebe sowie für Aufräum- und Wartungsarbeiten.

2021 verlief dann besser als gedacht, es wurden wieder schwarze Zahlen geschrieben. „Weil alle richtig rangeklotzt haben“, betont der Chef, „die Pandemie hat uns alle zusammengeschweißt.“

Maja Becker-Mohr
Autorin

Maja Becker-Mohr ist für aktiv in den Unternehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie unterwegs. Die Diplom-Meteorologin entdeckte ihr Herz für Wirtschaftsthemen als Redakteurin bei den VDI-Nachrichten in Düsseldorf, was sich bei ihr als Kommunikationschefin beim Arbeitgeberverband Hessenchemie noch vertiefte. In der Freizeit streift sie am liebsten durch Wald, Feld und Flur.

 

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