Textilakademie Im August erwartet das Gästehaus der Akademie die ersten Bewohner – aktiv durfte sich vorab schon mal in dem modernen Bau umsehen

Mönchengladbach. Noch schallen die Handwerkerradios durch die Korridore. Im neuen Gästehaus der Textilakademie in Mönchengladbach herrscht Hochbetrieb: Tischler, Trockenbauer, Installateure und andere Gewerke geben sich täglich die Türklinke in die Hand. „Es sieht zwar teilweise noch wie im Rohbau aus, aber wir sind auf jeden Fall im Zeitplan“, versichert Detlef Braun, Geschäftsführer der Textilakademie NRW – Berufskolleg gGmbH. 

Ab August können die ersten Gäste einziehen

Im August, zum Start des neuen Ausbildungsjahres, sollen die ersten Gäste einziehen. Die meisten von ihnen werden Absolventen der Textilakademie sein, also Teilnehmer von textilen Weiterbildungsseminaren und Berufsschüler, die an der Akademie ihren Berufsschulunterricht in mehrwöchigen Blöcken absolvieren. Für sie stehen 105 Betten aufgeteilt in Doppel- und Einzelzimmer zur Verfügung. „Dazu kommen zwei Familienzimmer und zwei barrierefreie Einheiten“, ergänzt Braun. Damit alles pünktlich bezugsfertig wird, steht in den nächsten Wochen der Innenausbau an, werden Zimmer möbliert und in Testläufen Aufzug, Lüftung, Heizung und die Kommunikationstechnik geprüft.

Schon von außen beeindruckt der quaderförmige Bau direkt neben dem Gebäude der Textilakademie: „Die Außenfassade ist mit Elementen aus Glasfaserzement bedeckt. Im inneren Lichthof werden farbige Textilpaneele zum Schallschutz installiert“, so Braun.

Im Erdgeschoss des Gebäudes erwartet die Gäste ein Bistro mit Küche, an das sich ein großzügiger Freizeitbereich mit einer Theke und einer Außenterrasse anschließt: „Hier wird man Billard oder Dart spielen können, auch Fernseh-Flachbildschirme werden noch installiert.“ Der richtige Ort, um abends noch zusammenzusitzen. Über Tag könnten größere Gruppen den Raum zum Lernen nutzen.

Die vier Obergeschosse dienen einer Kombination aus Wohnen, Leben und Lernen

„Hier ist Spaß am Lernen eingebaut“, sagt Braun. In den Zweibettzimmern steht für jeden Gast ein Schreibtisch, alle Zimmer verfügen über ein eigenes, großzügiges Bad. Wer lieber in Gruppen lernt, kann die auf allen Etagen vorhandenen Lernräume nutzen – sie sind mit Smartboards ausgestattet. „In den beiden oberen Etagen haben wir uns etwas Besonderes überlegt. Dort wird es einen Fitnessraum geben“, so Braun. Und wer sich mal ganz zurückziehen will, steigt in die vierte Etage. Dort ist ein Raum der Stille geplant.

Betrieben wird der 10 Millionen Euro teure Bau vom Kolping-Bildungswerk. Für dieses Jahr geht Braun coronabedingt von einer 40-prozentigen Grundauslastung aus. Es ist also noch Platz für Gäste – und das Einzugsgebiet ist groß. Textilunternehmen aus NRW, Niedersachsen, Hessen oder Rheinland-Pfalz und aus Hamburg und Schleswig-Holstein schicken ihren Nachwuchs an die Textilakademie und bald wohl auch ins Gästehaus.