Garching. Verblüffender Trend: Trotz Lockdown haben sich die Menschen mehr bewegt. Garmin, Hersteller von Fitness- und Sportuhren in Garching bei München, hat die Daten von Millionen Nutzern seiner Sport-Apps ausgewertet. Die anonymisierte Aufzeichnung zeigt: Die Anzahl der Schritte – beim Gehen, Laufen und Wandern – hat in Corona-Zeiten weltweit im Schnitt um fast ein Viertel zugenommen! In Deutschland legten die aufgezeichneten Laufaktivitäten im Jahresvergleich sogar um 75 Prozent zu.

Gesünder leben und sich mehr bewegen

„Viele haben gerade jetzt mit Sport begonnen, um den Rückgang an Bewegung im Alltag auszugleichen“, folgert das Unternehmen. Fitness war im Frühjahr sein stärkstes Segment, es steuerte knapp ein Viertel des Jahresumsatzes bei.

Die Garmin Deutschland GmbH agiert unter dem Dach der amerikanischen Mutter Garmin Ltd. Sie ist als Hersteller von Navigationsgeräten bekannt, fertigt seit 30 Jahren auch Produkte für aktive Menschen. Unter dem Motto #BeatYesterday (Deutsch: Sei besser als gestern) sollen diese ihre Träger dabei unterstützen, gesünder zu leben, sich mehr zu bewegen und sich dabei insgesamt wohler zu fühlen.

Seit der Gründung hat Garmin mehr als 200 Millionen Geräte verkauft. Sie decken vielseitige Interessen ab. Es gibt zig Modelle für die unterschiedlichsten Sportarten, neben GPS-Navigationsgeräten für Straße, See- und Luftfahrt.

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Der Trainer ist immer dabei am Handgelenk

Zielgruppe bei Outdoor und Fitness sind Läufer, Radfahrer und Wanderer, aber auch Wassersportler oder Golfer. Je nach Ausstattung richten sich die Geräte an Hobbysportler oder Profis. Manche leiten an beim Work-out draußen, in der Halle oder im eigenen Wohnzimmer, andere unterstützen bei der Tourenplanung im Gebirge – oder messen unter Wasser die Herzfrequenz beim Schwimmen. Wer sieht, wie fit er ist, und seine Ziele kennt, der kann besser trainieren, so der Gedanke. Stresslevel, Schlafenszeiten, Sauerstoffgehalt im Blut, Atemfrequenz und den Kalorienverbrauch, das alles kann man messen, aufzeichnen und direkt am Handgelenk ablesen. Garmin nutzt dazu eigene Technologien, etwa zur Messung von Herzfrequenz und Blutsauerstoffgehalt.

Smartwatch spielt Musik ab und findet mit GPS den Weg

Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 15.000 Mitarbeiter. In Deutschland sind es 220 Menschen, in Garching sowie in Würzburg. Dort sitzt die Entwicklung, zudem entstehen in Franken Anwendungen für das Gesundheitswesen.

Entwickelt wird alles im eigenen Haus. Kontaktlos bezahlen, Musik speichern, streamen und abspielen sowie Übungen für Kraft- und Ausdauertraining oder Yoga und Pilates zeigen: Das alles geht mit den Uhren. Bei Outdoor-Unternehmungen sorgen Höhenmesser, Kompass, Geländekarten sowie Satellitenempfänger dafür, dass man unterwegs nicht verloren geht.

Wie ihre Träger werden auch die Geräte immer besser: Sie sind nicht nur wasserdicht, manche Modelle lassen sich beim Training aufladen mittels Sonnenlicht. Neue Profile zeichnen Routen beim Klettern und Mountainbiken auf und zählen die gesurften Wellen auf dem Wasser.