Wer schulpflichtige Kinder hat, kennt sie vielleicht: Kopfnoten! Die stehen oben auf dem Zeugnis (daher der Name), bewerten Sozialverhalten oder Fleiß. Umstritten sind sie auch noch. Und wohl nutzlos.

Das Münchner Ifo-Institut hat herausgefunden, dass Kopfnoten auf Bildungserfolg und Berufseinstieg null Einfluss haben. Forscher-Empfehlung in Richtung Kultus: Lieber auf andere Dinge konzentrieren, „um die Qualität des Bildungssystems zu erhöhen“.

Übersetzt: Macht eure Hausaufgaben! Da nämlich ist einiges offen. Die Förderbank KfW beziffert den Investitionsrückstau bei Schulgebäuden auf 47 Milliarden Euro.

Schlimmer noch: Laut Kultusministerkonferenz wird der dramatische Lehrermangel insbesondere an weiterführenden und Berufsschulen noch bis 2030 anhalten. Für die Ausbildungsfähigkeit jugendlicher Schulabgänger lässt das wenig Gutes erwarten.

Klar, auch Firmen legen Wert auf gutes Sozialverhalten ihrer Azubis. Auf die wirkungslose Kopfbenotung pubertätsbedingter Kapriolen dagegen eher nicht. Weil’s nur nervt. Und keinem hilft.

Ulrich Halasz
aktiv-Chefreporter

Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Uli Halasz an drei Universitäten Geschichte. Ziel: Reporter. Nach Stationen bei diversen Tageszeitungen, Hörfunk und TV ist er jetzt seit zweieinhalb Dekaden für aktiv im Einsatz – und hat dafür mittlerweile rund 30 Länder besucht. Von den USA über Dubai bis China. Mindestens genauso unermüdlich reist er seinem Lieblingsverein Schalke 04 hinterher. 

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