Sie hat eine Länge von über 80 Metern, vier Antriebsmotoren mit einer Leistung von insgesamt 60 Kilowatt und einen Krümmungsradius von 210 Metern: Die große Bogen-Doppelrolltreppe der Hamburger Elbphilharmonie ist ähnlich spektakulär wie das Bauwerk, in dem sie seit der Eröffnung vor fünf Jahren mehr als 16 Millionen Besucher nach oben und wieder nach unten befördert hat.

Keine Frage, die Ingenieure des Aufzug- und Rolltreppenbauers Kone können stolz sein auf ihr Werk. Gleiches gilt für die Monteure, die die Konstruktion installiert und fristgerecht ans Laufen gebracht haben – Spezialisten wie Thorsten Aumann, der von der ersten Stunde an dabei war.

Erst Ausbildung, dann vier Jahre Bundeswehr

„Das war wirklich ein außergewöhnliches Projekt“, erzählt der 51-Jährige, der schon unzählige Rolltreppen in diversen Ländern gebaut und gewartet hat. „Es wird ja erzählt, dass Kone den Auftrag vor allem deshalb bekam, weil ein Wettbewerber abgesagt hatte. Falls es so war, wundert mich das nicht, denn hier wurde tatsächlich Neuland betreten – immerhin ist es die längste Rolltreppe Westeuropas.“

Auch für Aumann selbst war das Rolltreppen-Business anfangs Neuland, denn der gebürtige Westfale ist eigentlich gelernter Kfz-Mechaniker. Nach der Lehre war er vier Jahre lang bei der Bundeswehr und heuerte anschließend beim Aufzugbauer Otis an. Als der seinen Standort in Stadthagen schloss, wechselte Aumann zu einem Subunternehmer und später zu Kone.

„Langeweile kenne ich nicht“

Dort kümmert er sich als Servicetechniker um Anlagen im gesamten norddeutschen Raum und ist mit seinem Bulli regelmäßig auf Achse. „Das gefällt mir“, sagt er, während er aus der Wartungsgrube der Rolltreppe im Eingangsbereich der Elbphilharmonie steigt. „Man kommt viel rum und weiß abends, was man geschafft hat.“

In seinem Heimatort Petershagen bewohnt er mit der Familie einen alten restaurierten Hof mit einem großen Garten. „Hier gibt es immer was zu tun, zu jeder Jahres- zeit“, sagt er. „Langeweile kenne ich gar nicht.“ Und wenn dann doch mal Zeit für andere Dinge bleibt, setzt er sich auf sein Fahrrad und macht eine gemütliche Tour an die Weser.