Alte und neue Produkte bei Ebay, Kalaydo oder Dawanda verkaufen? Heutzutage kein Problem mehr: Konto einrichten, Produkt einstellen – und fertig. Stopp! Ganz so einfach ist es nicht. Denn jedes Produkt, das im Netz verkauft wird, sollte auch fotografiert werden. Schließlich verkauft sich besser, was der potenzielle Käufer zunächst anschauen kann. Die Katze im Sack will dagegen keiner haben. Allerdings: Neben der Produktbeschreibung ist das Fotografieren des Objektes der aufwendigste Teil des Onlineverkaufs.

Keine Bilder von anderen nutzen

Dabei könnte es so einfach sein, denn die meisten Produkte wurden schon einmal fotografiert – sei es von einem anderen Verkäufer oder vom Hersteller selbst. Doch Vorsicht! Diese Fotos dürfen nicht benutzt werden, da sie urheberrechtlich geschützt sind. „Speziell größere Bildagenturen haben durchaus ein Auge darauf, ob Bilder, die sie gemacht haben, von anderen benutzt werden“, warnt Barbara Steinhöfel, Referentin für Telekommunikation und Medien bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Folge: Es flattert vom Anwalt eine Abmahnung ins Haus. Zum einen ist sie verbunden mit einer Unterlassungserklärung: „Sie verpflichtet den Betroffenen, das Foto sofort zu entfernen und nie mehr ein solches Foto zu benutzen“, erklärt die Verbraucherschützerin. Zum anderen liegt dem Schreiben auch oft schon eine Rechnung bei. Sie besteht aus den Anwaltskosten, die sich an der Höhe des Streitwerts orientieren, und es wird Schadenersatz verlangt. „300 Euro plus die Anwaltskosten kommen da leicht zusammen“, so Barbara Steinhöfel. Es kann aber auch deutlich mehr sein.

Getäuschter Käufer

Hinzu kommt: Die gebrauchte Ware wird einem Agenturhochglanzbild kaum ähnlich sehen. Der Käufer fühlt sich in solch einer Situation sehr wahrscheinlich getäuscht, will die Ware zurückgeben und könnte eine negative Bewertung schreiben. Der Verkäufer hat also nichts als Ärger.

Fotos selbst machen

Da lohnt es sich durchaus, die Fotos selbst zu machen. Dazu benötigt man keine teure Profiausrüstung. Aber einige Punkte sollte man schon beachten, um das Objekt für möglichst viel Geld zu verkaufen. In der folgenden Bildergalerie zeigen wir Ihnen, was man beim Fotografieren tun und besser lassen sollte:

 

Tipp 1: Richtig rangehen

Foto: Roth

Schlecht verkauft: Dass hier eine Armbanduhr angeboten wird, versteht sich wohl von selbst – spätestens, wenn man die Produktbeschreibung liest. Warum sollte man sich beim Fotografieren also noch mehr Mühe geben? Die Antwort sehen Sie im nächsten Bild …

Foto: Roth

Gut verkauft: Hier ist das Verkaufsobjekt wie ein Star in Szene gesetzt. Haben wollen! Es gilt also, möglichst nah an das Objekt ranzugehen – und trotzdem an den Seiten einen ausreichenden Rand zu lassen. Was nicht verkauft wird, sollte nicht auf dem Foto zu sehen sein.

Tipp 2: Klare Kontraste wählen

Foto: Roth

Schlecht verkauft: Hier beweist der Verkäufer durchaus Geschmack. Denn er zeigt mit diesem Foto, dass seine Wohnung farblich harmonisch eingerichtet ist. Doch wen interessiert das? Das eigentliche Angebot – die E-Gitarre – geht etwas unter.

Foto: Roth

Gut verkauft: So erkennt man also, wo die Musik spielt – vor einem möglichst neutralen, kontrastierenden Hintergrund. Bei farbigen Gegenständen sollte dieser meist möglichst hell sein. Der Hintergrund muss nicht immer eine Wand, sondern kann auch eine Tischplatte oder der Fußboden sein. Auch ein sehr großes weißes Blatt Papier hilft weiter und kann gleichzeitig Boden und Hintergrund sein, wenn man es beispielsweise mit der unteren Hälfte auf einen Tisch legt und mit der oberen gegen die Wand lehnt.

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Tipp 3: Ins richtige Licht gerückt

Foto: Roth

Schlecht verkauft: Okay, ein Galileo-Thermometer kennt nicht jeder. Wozu auch, denn wer will schon so ein trübes Teil zu Hause stehen haben? Dabei könnte es auch Ihnen gefallen, wenn …

Foto: Roth

Gut verkauft: Aha, bei gutem Licht sieht der Glaszylinder schon viel schmucker aus. Also ist auch auf eine gute Ausleuchtung zu achten. Wer blitzt, hat oft störende Reflektionen im Bild. Besser ist es, mit Lampen gutes Licht zu schaffen. Sinnvoll ist es darum auch, bei Tageslicht zu fotografieren und nicht erst nach Sonnenuntergang. Zusätzlich erhöht eine gute Beleuchtung die Chance auf ein scharfes Bild. Und verwackelt sollte grundsätzlich kein Foto sein.

Tipp 4: Sich selbst hinter den Spiegel stecken

Foto: Roth

Schlecht verkauft: Diese Löffel wirken appetitlicher, wenn Sie Folgendes beachten …

Foto: Roth

Gut verkauft: Spiegelungen sollte man vermeiden. Wer Objekte aus Glas oder Metall verkauft, beispielsweise Töpfe oder Löffel, sollte auch aufpassen, dass er sich nicht selbst im Objekt spiegelt. Das ist besonders dann peinlich, wenn man nicht ordentlich gekleidet ist.

Tipp 5: Einsatzbereitschaft zeigen

Foto: Roth

Schlecht verkauft: Warum macht dieses Navi keinen an? Weil es nicht an ist.

Foto: Roth

Gut verkauft: Wird Elektronik verkauft, sollte diese eingeschaltet sein. Dann sehen potenzielle Käufer beispielsweise am Display, dass zumindest dieser Teil des Gerätes funktioniert.

Tipp 6: Fehler von sich aus eingestehen

Foto: Roth

Schlecht verkauft: Dieser Retroplattenspieler sieht ja fast wie neu aus. Bei so einem schicken Teil kann doch keiner Nein sagen, oder? Und ob, und zwar sehr viele – nach Erhalt der Ware …

Foto: Roth

Gut verkauft: Hat ein Objekt Macken, sollten diese auf einem Foto dargestellt werden. Wer beispielsweise eine Vase verkauft, die an einer Stelle angeschlagen ist, sollte genau das auch fotografieren. Legt man ein Metermaß oder Lineal daneben, bekommt der potenzielle Käufer auch ein Gefühl dafür, wie groß die Macke ist – und der Verkäufer gewinnt noch mehr Vertrauen.

Tipp 7: Am richtigen Ende sparen

Foto: Roth

Gut verkauft: Kostet es Geld, mehr als ein Foto einzustellen, kann man mit einem Bildbearbeitungsprogramm eine Detailaufnahme in eine tote Ecke eines großen Bildes hineinkopieren. Sinnvoll ist es außerdem, das Bild fürs Web optimiert abzuspeichern, weil nicht jedes Portal das Hochladen großer Datenmengen erlaubt.

Tipp 8: Sinnvolle Perspektiven einnehmen

Foto: Roth

Gut verkauft: Ein Buch- oder CD-Cover muss nur von oben fotografiert werden. Noch einfacher ist es, die Oberfläche zu scannen. Bei einer Tasche oder bei Möbeln ist es jedoch sinnvoll, mehrere Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven einzustellen.

Tipp 9: Kleidung anziehend präsentieren

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Schlecht verkauft: So dargeboten gleicht die Jacke wohl eher einem schlaffen Schlafsack als einem edlen Markenprodukt. Das geht aber besser …

Foto: Roth

Gut verkauft: Bei Kleidung geht es oft ums Detail. Wie sehen die Knöpfe aus? Wie das Stoffmuster? Zusätzlich sollten Kleider, Shirts oder Jacken am besten an einer Schneiderpuppe präsentiert werden. Eine Alternative kann es sein, sie auf einem Bügel an eine Tür zu hängen.

Tipp 10: Das Zeug zum Vielverkäufer haben

Foto: Roth

Gut verkauft: Wer viel verkaufen möchte, sollte etwas Geld in seine Fotoausrüstung investieren. Damit spart man sich am Ende Zeit. Beispielsweise gibt es sogenannte Lichtzelte (oben im Bild) für zu Hause. Sie sind aber meist nur für kleinere Gegenstände geeignet. Sinnvoll ist auch ein Tischstativ. Fotografieren kann man ebenfalls mit einem Smartphone, wenn es eine gute Kamera hat – für diese Geräte gibt es bereits Zubehör wie Objektive und Stative.