Es gibt 194 Länder, wenn es stimmt, was Mark Forster in seinem Hit aus dem Jahr 2019 singt, und alle müssen durch Kommunikations- und Stromleitungen miteinander verbunden sein – selbst wenn sie durch Flüsse und Meere getrennt sind. Dass das klappt, ist vor allem Leuten wie Oliver Marrek zu verdanken. Der Diplomingenieur arbeitet beim Unternehmen Norddeutsche Seekabelwerke (NSW), das zu den wichtigsten Herstellern von See-, Nachrichten-, Luft-, Energie- und Offshorekabeln zählt.

Der Nordenhamer Betrieb, der rund 500 Mitarbeiter beschäftigt, wurde 1899 gegründet und gehört seit 2018 zur Prysmian Group, dem italienischen Weltmarktführer für Kabelprodukte. Oliver Marrek heuerte Anfang 2013 bei NSW an und ist dort als Projektleiter verantwortlich für die Abwicklung von sogenannten Turn-Key-Projekten mit Budgets im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Kein Produkt von der Stange

„Turn-Key“ steht für „schlüsselfertig“, wie Marrek erklärt. „Das bedeutet konkret, dass wir nicht nur für die Konstruktion der Kabel und ihre Lieferung zuständig sind, sondern auch für die Montage und die Inbetriebnahme. Und diese Kabel sind keine Produkte von der Stange, denn jeder Kunde hat seine eigenen Anforderungen. Mit Standardlösungen kommt man da nicht weiter.“

Eines dieser maßgeschneiderten Kabel wird gerade auf eine große Trommel gewickelt, die auf der Pier am Weserufer steht und sich kontinuierlich dreht. Was aus der Ferne aussieht wie eine endlos lange Spaghetti-Nudel, ist in Wahrheit ein gelb isoliertes Kabel mit dem Durchmesser eines Regenrohrs.

Jede Menge Erfahrung durch Auslands-Jobs

„Ein Auftrag für einen Kunden aus Vietnam“, sagt Marrek. „Er braucht 10.000 Meter Kabel für die Kommunikation und die Energieversorgung, um ein Gasfeld auf See anzuschließen.“ Das Aufwickeln dauert rund 50 Stunden, und wenn die Trommel voll ist, wiegt sie über 200 Tonnen und hat einen Wert, der im Millionen-Euro-Bereich liegt.

Viel Verantwortung für Projektleiter Marrek, aber mit seiner Erfahrung ist der 55-Jährige genau der richtige Mann für diesen Job. Er war nach dem Produktionstechnik-Studium in Bremen mehrere Jahre im Ausland tätig und hat unter anderem in den USA, in Brasilien und Afrika gearbeitet. Heute lebt der dreifache Vater wieder in Bremen und fährt jeden Tag nach Nordenham.