Dortmund. Trocken, sauber, fettfrei: Agron Ramadani reinigt eine Kühlplatte von Spänen und Emulsionen, bevor er ihr die Seriennummer eingraviert. Die Platte wird später die elektronischen Bauteile in einem Windrad vor dem Hitzetod bewahren. „Elektronik kann verdammt heiß werden“, weiß der Industriemechaniker am CNC-Bearbeitungs-Zentrum.

Ramadani arbeitet bei der Firma AKG Thermotechnik in Dortmund. Das Familienunternehmen mit Sitz im hessischen Hofgeismar ist zwar mit Autokühlern groß geworden. Aber inzwischen kommen die Kühler und Wärmetauscher überall zum Einsatz, wo Wärme entsteht, die abgeleitet werden muss. Also auch in Windparks, Bau- und Landmaschinen, Kompressoranlagen oder der Küche im Passagierflugzeug.

Das Unternehmen AKG gehört zu den Weltmarktführern in seiner Branche

AKG (über 2.500 Mitarbeiter, zwölf Standorte weltweit) gehört zu den Weltmarktführern in seiner Branche. In Dortmund, wo das Ganze vor knapp 100 Jahren angefangen hat, fräsen, schweißen und montieren rund 70 Mitarbeiter in zwei Schichten die Produkte, größtenteils in Handarbeit. „Innerhalb der Unternehmensgruppe sind wir auf Standardkühler für die Kundschaft in Deutschland und Europa spezialisiert“, sagt Geschäftsführer Wilfried Hecken.

Das Kernstück der Produkte, den Kühlblock, beziehen die Westfalen aus Hofgeismar, wo spezielle Öfen und Salzbäder für das Löten der Alublöcke aus vielen dünnen Lamellen und Profilen stehen.

Aus 1.000 Komponenten bauen die Westfalen unzählige individuelle Kühler

Aus rund 1.000 Komponenten kann AKG unzählige individuelle Kühler in unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlichen Leistungen zusammenstellen, die für Kühlmedien wie Wasser, Öl und Luft geeignet sind. Von der Anwendung hängt auch das Material ab.

Zudem stattet der Betrieb seine Wärmetauscher immer öfter auch mit dem nötigen Zubehör aus: Lüfterrad, Motor, Verkabelung, Schläuche, Stahlbauteile: Alles ist dran, sodass der Kunde nur noch anzuschließen braucht.

Eine Spezialität des Standorts sind auch die riesigen Kühler für die Windkraft. „Die Anlagen werden immer leistungsfähiger: Dabei entsteht jede Menge Wärme im Generator und Getriebe“, sagt Hecken. „Deshalb müssen sie mit Öl oder Wasser gekühlt werden.“ Und weil die Windräder sich in kalter, heißer, trockener, feuchter oder auch salzhaltiger Luft drehen, werden die Bauteile vorab allen möglichen Testbedingungen ausgesetzt.

Matilda Jordanova-Duda
Autorin

Matilda Jordanova-Duda schreibt für aktiv Betriebsreportagen und Mitarbeiterporträts. Ihre Lieblingsthemen sind Innovationen und die Energiewende. Sie hat Journalismus studiert und arbeitet als freie Autorin für mehrere Print- und Online-Medien, war auch schon beim Radio. Privat findet man sie beim Lesen, Stricken oder Heilkräuter-Sammeln.

 

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